46. Tag (08. September 2025)

Gestern haben wir noch eine Nachricht erhalten, die uns in Unruhe versetzt hat. Die Straße nach Williams Lake ist gesperrt wegen der Waldbrände. Es ist die einzige Verbindungsstraße zur Außenwelt. So hoffen wir heute, dass die Straße morgen wieder geöffnet wird, wenn wir rausfahren, um unsere Flüge übermorgen zu erreichen.

Da wir am Mittag eine River-Flow-Tour gebucht haben, um Bären am Fluss zu beobachten, fahren wir wieder einmal zur Beobachtungsplattform, da diese in der Nähe des Ausgangspunktes der Tour liegt. Als wir ankommen, sind wir die Ersten dort und es sind keine Bären zu sehen. Wir vertrödeln die Zeit dort und machen uns auf zur Tour. Wir werden mit Schwimmwesten ausgestattet und dürfen dann die Rafts besteigen, die mit bequemen Sitzen ausgestattet sind, da es sich ja nicht um Wildwasser handelt. Wir trieben langsam den Fluss hinunter, die Sonne schien, wir sahen Eisvögel und Gänsesäger, eine Entenart. Unser Tourguide erzählt viel über Bären und deren Lebensweise, sogar einiges, was ich noch nicht gewusst hatte. Aber der Hauptdarsteller lässt sich nicht blicken bis zum Ende der Tour. Etwas enttäuscht fahren wir wieder zur Beobachtungsplattform und versuchen unser Glück dort nochmals.

Währenddessen erhalten wir unterschiedliche Infos über die Straßensperrung, so dass wir uns entscheiden, die zwanzig Kilometer bis zum geschlossenen Gate zu fahren und den Mitarbeiter dort zu fragen. Er hat uns dann gesagt, dass es keine konkrete Aussage gibt. Es besteht aber die Chance, dass morgen früh die Straße mit einem Führungsfahrzeug, welches vorausfährt, zeitweise geöffnet wird. Dies wird aber erst um 6 Uhr morgen früh entschieden werden.

Wieder auf der Beobachtungsplattform zurück, haben wir auch keine große Motivation mehr, nach Bären zu schauen, und so diskutieren wir noch mit den Park-Rangern die Situation. Wobei er die Info hatte, dass die Straße gar nicht so stark betroffen ist von den Feuern, was ihm seine Kollegen erzählt haben, die heute als „Offizielle“ durchfahren durften. Wir sind unschlüssig, da es auch noch die Alternative gibt, morgen wieder mit der Fähre nach Vancouver Island zurückzufahren und so nach Vancouver zu kommen, was natürlich extra kostet und wir auch den Frazer Canyon verpassen würden.

Da wir also noch ein paar Minuten in Diskussion verbrachten, haben wir glücklicherweise noch die Sichtung eines Bären mitbekommen. So bleiben wir, da angenommen wird, dass der Bär den Fluss hinauf in unsere Richtung läuft. Und so ist es auch. Nach knapp einer Stunde ist er vor der Plattform und passiert diese in wenigen Minuten, die uns aber reichen, jede Menge Bilder zu schießen. So haben wir doch noch einen versöhnlichen Abschluss in Bella Coola und konnten einen Bären sichten.

Dann fahren wir tanken, um für alle Eventualitäten gewappnet zu sein, und überlegen uns den Abend über, was wir morgen machen.