23. Tag (16. August 2025)

Am Morgen regnet es noch, so dass ich es etwas langsamer angehen lasse. Als Erstes fahre ich zum Pyramid Lake hoch, der hier gleich hinter Jasper liegt und in zehn Minuten zu erreichen ist. Ich gehe ein paar Schritte auf Pyramid Island, einer kleinen Insel, die über einen Steg zu erreichen ist und von der es schöne Ausblicke gibt, die heute Morgen noch alle wolkenverhangen sind.

Dann fahre ich wieder zurück und weiter zu meinem eigentlichen Ziel, dem Maligne Lake, auf dem ich eine Bootstour zur berühmten Spirit Island gebucht habe. Als ich auf die Straße zum See abbiege, mache ich einen Stopp am Maligne Outlook und schaue hinunter in das Athabasca-River-Tal, in dem auch Jasper liegt. Der Ausblick ist ungetrübt, da der Waldbrand von letztem Jahr hier alles niedergebrannt hat und sich auch das Wetter aufgeklart hat. Das ist auch der Grund, warum man den Maligne Canyon nicht besichtigen kann. Nach einem kurzen Überblick fahre ich weiter und komme am Medicine Lake vorbei. Der Blick über den See ist gar nicht so spektakulär, dafür aber sein stark schwankender Wasserspiegel. Denn er ist sozusagen undicht und verliert große Mengen an Wasser am Grund in das Karstgestein, so dass im Winter durch abfließendes Wasser der See fast leerläuft und im Frühjahr und Sommer sich der Wasserstand erhöht, weil mehr zu- als durch die „Löcher“ abfließt. Also das gleiche Prinzip wie bei der Donauversickerung.

Dann fahre ich endgültig zum Maligne Lake und verbringe den Nachmittag dort. Es ist heiter, als ich mich entschließe, zwei kleine Wanderungen zu machen, zum einen zum Moose Lake hinauf, der schön im Wald gelegen ist, und zum anderen auf der anderen Seite den Schäfer Loop, der auch an einem schönen Aussichtspunkt auf den See vorbeiführt. Zwischendurch setze ich mich noch auf die Restaurantterrasse und trinke in der Sonne eine Cola.

Dann ist es so weit, dass am frühen Abend meine Bootstour startet. Ich hatte extra diese Tour gewählt, damit die Sonne entsprechend richtig steht, wenn ich an Spirit Island bin und Bilder machen will. Der Wetterbericht hat auch Entsprechendes vorhergesagt, aber es kam anders. Zu Beginn der Bootstour, die über den halben See führt, hat es zugezogen und als wir dort angekommen sind, hat es angefangen zu regnen. Glücklicherweise konnte man die Berge und deren Gipfel im Hintergrund noch erkennen, so dass nicht alles im Nebel versank, aber es hat einfach das Licht gefehlt. Die Gletscher und auch die Bergmassive, die vom See aus zu sehen waren, bildeten eine beeindruckende Kulisse. Unser Stopp an Spirit Island, die für die Ureinwohner Kanadas eine heilige Stätte ist, war dann auch entsprechend. Die Insel und der Blick auf sie mit den Bergen im Hintergrund sind schon ein besonderes Motiv mitsamt der Farbe des Sees.

Als wir dann, nachdem unsere Zeit abgelaufen war, wieder zurückfuhren, hatte es aufgeklart und wir konnten vom Boot aus beobachten, wie die Sonne im Bereich von Spirit Island schien. Unser Zeitfenster war leider das Falsche.