21. Tag (14. August 2025)

Es ist neblig, als ich aus dem Fenster schaue. Aber ich beginne meinen Tag trotzdem früh. Vielleicht etwas langsamer, aber nichtsdestotrotz checke ich aus und gehe zur Bäckerei, um ein kleines Frühstück zu besorgen.

Dann fahre ich los. Es geht heute nach Jasper und zwar über den Icefield Parkway, der die Verbindung zwischen Banff und Jasper ist. Ich habe mir vorher im Info-Center die Highlights auf einer Karte anstreichen lassen, die ich nun suggestiv abfahre oder abarbeite. Als ich aus Lake Louise auf dem Parkway bin, merke ich, dass sich der Nebel aufzulösen beginnt und die Sonne zum Vorschein kommt. Die Gipfel rechts und links der Straße zeigen sich und ich kann gar nicht genug schauen. Halte auch immer mal wieder an, um ein Bild zu machen. Der erste richtige Stopp war dann am Crowfoot Glacier Viewpoint mit Blick auf den Gletscher. Gleich danach gab es den Bow-Lake-Viewpoint und die Bow-Lake-Lodge, wo ich beide Male angehalten habe und an der Lodge noch ein gutes Stück am Seeufer entlanggelaufen bin.

Das nächste Highlight war dann der Peyto-Lake-Viewpoint, welcher die Massen angezogen hat, weil er vom Parkplatz auf der Passhöhe in über 2.000m Höhe leicht zu erreichen war. Er bietet einen spektakulären Blick auf den Peyto-Lake-Gletschersee. Ich bin dann noch auf den Bow-Summit-Trail gegangen, um auch noch den Blick über das ganze Tal und den bereits zuvor gesehenen Bow Lake zu erhalten. Der Aufstieg war in einer Stunde geschafft und der Blick überragend. Während ich mich auf einen Felsen setze, etwas abseits der anderen Touristen, erscheint unmittelbar neben mir ein Murmeltier, welches sich auch nicht stören ließ, als ich nur noch rund eineinhalb Meter von ihm entfernt war, um zu fotografieren. Dann ist es verschwunden und wenig später oberhalb von meinem Standpunkt aus wieder aufgetaucht, so dass ich nochmals die zweite Chance hatte, es lange zu beobachten und zu fotografieren. Echt eine unglaubliche Begegnung.

Als Nächstes habe ich am Mistaya Canyon gehalten, aber auch hier war schon am vollen Parkplatz zu erkennen, dass es wohl viele Leute haben wird. So war es dann auch, als ich nach der recht kurzen Wegstrecke dort angekommen bin. Im Grunde war es keine Schlucht, sondern ein Durchbruch des Flusses durch eine Gesteinsbarriere. Es ist immer wieder beeindruckend, wie sich das Wasser in vielen Jahren durch hartes Gestein frisst und unglaubliche Formen hinterlässt.

An den Bridal Veil Falls ergab sich dann ein sehr schöner Blick zurück ins Tal, nachdem der Parkway wieder steil angestiegen ist. Der Wasserfall selbst war auf Grund von relativ wenig Wasser nicht so faszinierend.

Im Anschluss erreiche ich den Höhepunkt der ganzen Strecke, das Columbia-Icefield. Von hier aus kann man zu einem Gletscher hinlaufen und auch von der Straße drei große Gletscher sehen. Leider ist der Rückzug der Gletscher erschreckend und es ist nicht mehr sehr viel von dem übrig, was es mal vor hundert Jahren war, als das Eis noch bis zur Straße reichte, wie man auf den alten Bildern an der Wand sehen kann. Heute muss man erst mit dem Auto ein ganzes Stück fahren, bevor man von dort den Fußweg zum Gletscher antritt. Die Bergwelt ist trotzdem sehr mächtig und erhaben.

Ich entschließe mich spontan, noch den Skywalk zu buchen, und bin auch bereits eine Viertelstunde später mit dem Bus auf dem Weg dorthin. Der Skywalk befindet sich als Aussichtsplattform direkt an den Berg geschraubt direkt über dem Abgrund des Tals und besitzt einen Glasboden, durch den man durchschauen kann. Es ist ein klasse Erlebnis und ich kann einen wunderschönen Ausblick auf die Bergwelt bei tollem Licht genießen, der nur mit einem Ticket für den Skywalk zu sehen ist, weil die Straße an der Stelle sehr schmal ist und keine Parkmöglichkeiten bietet.

Dann war es aber bereits auch schon Abend und ich bin, ohne anzuhalten, nach Jasper durchgefahren, um noch rechtzeitig im Hotel einzuchecken. Auf der Fahrt dorthin fielen mir natürlich die großen verbrannten Flächen um Jasper herum auf und in der Stadt selbst die großen Trailerparks, in denen die Leute nun wohnen, deren Häuser und Existenzen letztes Jahr zerstört wurden.