Es steht der Besuch in Louisbourg auf dem Plan. Das Frühstück im Hotel lasse ich ausfallen, da der Frühstücksraum sehr klein ist und total überlaufen. So fahre ich gleich nach Louisbourg und muss gleich mal feststellen, dass es außer der Festung Louisbourg nicht viel zu entdecken gibt in der Stadt. Das Einzige ist noch der Leuchtturm, zu dem ich als Erstes hinfahre. Gleich anschließend fahre ich zum Besucherzentrum der Louisbourg-Festung, welche die Franzosen zur Sicherung ihrer Kabeljaufischerei im Nordatlantik gebaut hatten. Die Engländer hatten etwas dagegen und haben die Festung gleich zweimal im 18. Jh. erfolgreich angegriffen und anschließend komplett zerstört.
Heute kann man sich die Rekonstruktion der Festung und des Dorfes anschauen, welche zu gut einem Viertel in jahrelanger Arbeit ab 1961 wieder aufgebaut wurde. Die einzelnen Gebäude kann man nicht nur von außen besichtigen, sondern auch das Leben innerhalb der Häuser wird durch Mitarbeiter dargestellt werden. Ebenfalls wurden die zugehörigen Gärten wieder aufgebaut und bewirtschaftet, so dass man auf Ziegen und Hühner trifft. Es ist sehr interessant und aufschlussreich, auch wenn man als Europäer viele Burgen und Festungen kennt. Die Mitarbeiter waren dazu alle dem jeweiligen Stand entsprechend wie damals im 18. Jh. gekleidet und haben teilweise ihre Rollen gespielt, was natürlich das Erlebnis gesteigert hat. Gegen Mittag gab es dann eine Demonstration der damaligen Feuerwaffen. Musketen und als Höhepunkt wurde auch eine Kanone abgefeuert, was man bei uns nicht mehr erleben kann.
Zu Mittag habe ich dann im Gasthof gegessen, in dem auf traditionelle Weise die Speisen serviert wurden. Es gab deshalb keine Kartoffeln, da diese in Louisbourg damals nicht bekannt waren. Gegessen wurde vom Zinnteller mit einem Zinnlöffel. Keine Gabel, kein Messer. Ich habe den Fisch mit Erbsen und Reis genommen. Den Latz habe ich nicht gebraucht.
Am Nachmittag wollte ich noch einen Wanderweg an der Küste entlang gehen, aber es wurde mir mitgeteilt, dass die Regierung aufgrund der Dürre und der damit verbundenen Waldbrandgefahr alle Wanderwege in bewachsenen Gebieten geschlossen hat. D. h., eigentlich sind alle Wanderwege von der Anordnung betroffen und damit bei Androhung von Strafe für die Öffentlichkeit geschlossen. Da hatte ich ja noch Glück, dass ich in Cap Breton die Wanderungen gemacht habe und die Provinz übermorgen verlasse. Es ist eine echt starke Einschränkung und eine heftige Entscheidung, aber mir ist auch schon in den letzten Tagen die hier herrschende enorme Trockenheit aufgefallen.