7. Tag (22. Januar 2020)

Stanley - Falklands

Haus des Gouverneurs

British Antarctic Survey

Peale-Delfine

Seiwal

Kurz nach dem Wecken laufen wir auch schon in den Hafen von Stanley, der Hauptstadt der Falkland Inseln ein. Nachdem wir dort Anker geworfen haben und das Boot der Zollbehörde nach der Schiffsinspektion wieder abgelegt hat, können wir mit den Zodiacs an den Landungssteg rüberfahren. Das erste und einzige Mal ohne Gummistiefel! Gleich am Landungssteg liegt das Besucherzentrum mit Souvenir Laden, vor dem – ganz klassisch – eine rote britische Telefonzelle steht. Viele von uns schreiben natürlich gleich Postkarten und schicken sie in die Heimat.

Am Vormittag haben wir Zeit für Stanley, und ich schlenderte mit Beate die Hauptstraße an der Küste entlang. Stanley ist nicht sehr groß, es leben nur rund 2.000 Menschen hier. Aber gleich der erste Eindruck vermittelt, dass es hier wohl noch ein bisschen britischer zugeht als in Britannien. Vor allem die Architektur der Häuser zeigt dies, und zudem bekommt man schnell den Eindruck als seien alle Fahrzeuge auf der Insel Land Rover. Tatsächlich gibt es hier die höchste Land Rover Dichte pro Einwohner auf der ganzen Welt.

Als wir weitergehen kommen wir am Gasthaus und der Schnapsbrennerei vorbei, bevor wir die Christ Church Cathedral erreichen, die wir auch von innen besichtigen. Beeindruckend ist auch der Walknochen-Bogen davor, der als Skulptur an die vergangenen Tage der Insel erinnert. Anschließend gehen wir am Falkland-Island-Museum vorbei, gehen aber nicht hinein. Wir passieren das Kriegsdenkmal am Thatcher Drive, erreichen das Haus des Gouverneurs mit seinem herrlich gepflegten Garten, und drehen dann am Schiffswrack wieder um und gehen zurück.

Da wir noch Zeit haben gehen wir in ein typisch englisches Café und genießen eine heiße Schokolade mit einem Blick auf die Bucht. Zu unserer Überraschung taucht auch Ali, unsere Expeditionsleiterin in diesem Café auf und nutzt die kurze Gelegenheit Freunde zu treffen, da sie als Lehrerin 15 Jahre auf den Inseln gelebt hat. Dann heißt es auch schon wieder Abschied nehmen und zurück an Bord zu gehen.

Kaum zurück an Bord gibt es bereits schon wieder zu Essen, während der Kapitän den Anker lichtet und die Plancius aus der herrlich gelegenen natürlichen Hafenbucht hinaus steuert und auf See schickt.

Gleich nach dem Essen gehe ich auf die Brücke und verbringe den Nachmittag weitestgehend auf der Nock, die bei der Plancius offen ist, so dass der Wind einem um die Nase weht. Wir verlassen nun die Falkland Inseln und begeben uns auf den längsten Abschnitt unserer Reise, auf dem wir vom Südatlantik über die antarktische Konvergenz ins Südpolarmeer wechseln. In 2 ½ Tagen werden wir dann unser Ziel Südgeorgien erreichen.

Als wir die Falklands verlassen liegt an Steuerbordseite die Halbinsel von Cape Pembroke mit seinem Leuchtturm, dem man das raue Wetter bereits aus der Ferne ansieht. Darüber befindet sich gerade eine militärische Transportmaschine der Royal Air Force im Landeanflug, mit der angeblich auch Zivilisten von Großbritannien aus auf die Falklands fliegen können.

In Gruppen schwimmen auf dem Wasser eine große Anzahl von Kormoranen und Sturmvögeln, und als gleich drauf drei Peale-Delfine für ein paar Minuten bei uns vorbeischauen und nebeneinander herschwimmen ist die Freude groß. Sie gleiten elegant und mit einer unglaublichen Leichtigkeit durchs Wasser. Es ist herrlich zuzusehen.

Nicole, eine unserer Expedition-Guides steht schon die ganze Zeit mit dem Fernglas in der Hand neben uns und ist wenig später plötzlich ganz begeistert. Sie hat in der Ferne Seiwale an deren Rückenflosse erkannt. Da man diese Tiere auf Grund ihrer geringen Bestände nur selten zu Gesicht bekommt ändert unser Kapitän den Kurs und drosselt die Fahrt. Nach einer Durchsage über die Lautsprecheranlage befinden sich fast alle Passagiere an Deck. Die Tiere bewegen sich quer zu unserem Kurs und passieren vor dem Bug unser Schiff. Es sind unsere ersten Wale, die wir auf dieser Reise sehen, und dann auch noch welche, die so selten gesehen werden. Was für ein Erlebnis und was für ein Auftakt. Jetzt will ich in den nächsten Tagen mehr Wale sehen.

Am Nachmittag hält unser stellvertretender Expeditionsleiter Michael einen Vortrag über seinen militärischen Einsatz im Falklandkrieg, dabei kann er spannend vermitteln, wie sich sein persönlicher Einsatz im Bereich Nachschub und Logistik während der Kriegstage gestaltet hat.