13. Tag (28. Januar 2020)

Buntfuß-Sturmschwalbe

Schneesturmvogel

Heute werden wir sehr früh geweckt, weil wir das Morgenlicht im Gold Harbour erleben wollen. Schon vor dem Frühstück heißt es sich fertig zu machen für eine Landung. Ich besteige das ersten Zodiac. Schon an der Gangway ist die hohe Dünung beim Einsteigen eine kleine Herausforderung, da sich das Boot mehr als einen Meter in der Höhe bewegt. Wir fahren an den Strand, wo uns drei unserer Guides erwarten, da wir wieder eine Hecklandung machen müssen. Dabei werden wir jedoch von drei sehr großen Brandungswellen überrascht, wovon zwei, trotz Hecklandung, in das Zodiac brechen. Ich werde komplett nass, weil ich mir heute die Regenhose gespart habe, und meine Gummistiefel sind mit Wasser vollgelaufen. Ich bin ein bisschen erschrocken, weil ich nicht damit gerechnet hatte.

Guy rutscht beim Aussteigen aus und fällt ins Wasser, wodurch sich seine Schwimmweste aufbläst, obwohl er gleich wieder auf den Beinen ist. Damit hätten wir auch dies getestet. Ali bricht daraufhin über Funk die Landung der anderen Zodiacs ab, da es bei diesen Bedingungen zu unsicher ist. Ich jedenfalls bin sehr froh mit dem ersten Zodiac unterwegs gewesen zu sein, weil ich damit an Land gekommen bin.

Wir bleiben zwar nur rund zehn Minuten, weil wir nach dem Abbruch gleich wieder zurück an Bord gebracht werden, aber allein diese kurze Zeit ist schön, um die große Anzahl von See-Elefanten zu bewundern, die sich direkt am Strand befinden. Zu unserer Freude gehen gerade zwei mächtige Bullen aufeinander los und bekämpfen sich. Ich würde trotz der widrigen Bedingungen gerne noch länger bleiben, denn diese Bucht hat so viel zu bieten. Jedenfalls ist diese Landung für mich absolut ein Höhepunkt und bringt den Schuss Abenteuer in die Reise.

Nach dem Abbruch unserer morgendlichen Landung und dem anschließenden Frühstück steht eine Zodiac Cruise an der Cooper Bay auf dem Programm. Zum Glück darf ich meine völlig nassen Gummistiefel gegen ein trocknes Paar aus dem Stiefelraum tauschen. Somit bin ich wieder einsatzfähig und besteige das Zodiac. Die Plancius ankert im Cooper Sound, da die Dünung auch in der Cooper Bay zu hoch ist. Wir wollen mit dem Zodiacs in die Cooper Bay fahren, aber die Dünung und der starke Wind verhindern auch dies, so dass wir uns an der Küste des Sounds entlang bewegen und dort die Makkaroni-Pinguin Kolonie beobachten, die an dieser sehr steilen Küste gelegen ist. Die Kolonie zieht sich den ganzen Hang hinauf, um sich vor Raubtieren zu schützen. Vom Wasser aus können wir einen kontinuierlichen Strom von Pinguinen sehen, die den Hang hinauf und hinunter klettern.

Die Kolonie an Land ist hier gar nicht so interessant, aber die im Wasser befindlichen Tiere schwimmen sehr nahe an unserem Zodiac vorbei, und es ist eine große Herausforderung, die schwimmenden Tiere zu fotografieren. Auf einem Felsen spielen Seebären, am Strand liegen See-Elefanten, wir sehen eine Buntfuß-Sturmschwalbe, und im Wasser erspähen wir eine große Anzahl von Riesensturmvögeln, die in Strandnähe einen Pinguin fressen. Etwas weiter nisten Kormorane in den Hängen, und es ist mal wieder wie immer: Man weiß gar nicht wohin man zuerst schauen soll.

Wir essen zu Mittag, während der Kapitän den Anker lichtet und mit sehr kleiner Fahrt in Richtung Drygalskifjord fährt, um uns noch Zeit zu geben fertig zu essen. Das Wetter klart auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Ich beeile mich wieder an Deck zu kommen, wo sich gleich die Chance bietet, drei Zügelpinguine auf einen spektakulären Eisberg zu fotografieren. Gleich darauf taucht noch ein Buckelwal auf, der unser Schiff nur mit geringem Abstand passiert und dessen Haut in der Sonne glänzt. Außerdem sehen wir um das Schiff herum noch zahlreiche Pinguine, die zurück zu ihrer Kolonie schwimmen.

Gleich danach fahren wir bei strahlendem Sonnenschein in den schönsten Fjord Südgeorgiens hinein und genießen die Aussicht von Deck in vollen Zügen. Alle Passagiere sind an Deck und haben ihre Kameras im Anschlag. Die Berge sind schneebedeckt, und glitzernde Gletscher, rechts, wie links, münden in den Fjord. Im türkisfarbenen Wasser treiben kleine Eisstücke, und es sind wieder zahlreiche Seevögel zu sehen. Doch unsere Aufmerksamkeit gilt dem sehr seltenen Schneesturmvogel, den wir auch oft in diesem Fjord erspähen können. An Ende des Fjords, direkt vor der Gletscherzunge verbleiben wir eine ganze Zeit, um die gewaltige Landschaft um uns herum auf uns wirken zu lassen.

Schließlich müssen wir aber doch den Drygalskifjord verlassen und uns von Südgeorgien verabschieden, um endgültig in Richtung Antarktis aufzubrechen. Deshalb nehmen wir wieder Fahrt auf und setzen Kurs auf die Süd-Orkney-Inseln. Ich bin auf der Brücke und genieße die Fahrt. Währenddessen ist in der Ferne ist immer mal wieder ein Blas zu sehen, und als das Sonar anzeigt, dass wir den Übergang zur Tiefsee erreicht haben, ist dies auch um das Schiff herum erkennbar, denn es sind unglaublich viele Seevögel in der Luft. Hier strömt nährstoffreiches Tiefenwasser an die Oberfläche und bietet ein reiches Nahrungsangebot. Somit stehe ich mal wieder einfach nur da und staune.