6. Tag (07. Oktober 2019)

Ich wache auf als es hell wird und schaue gleich aus dem Fenster um zu prüfen ob ich das Matterhorn sehen kann. Und ja! Es ist wolkenlos und der Berg ist klar zu sehen. Ich muss gleich meine Kamera schnappen und auf den Auslöser drücken. Da ich nun eh nicht mehr schlafen kann stehe ich auf und gehe zum Frühstück. Ich nehme einen Tisch mit Blick auf den Berg und kann meinen Blick kaum davonlassen.

Gleich nach dem Frühstück präpariere ich mich fürs Hochgebirge und mache mich auf den Weg zur Gornergratbahn. Die Bahn fährt ich wenigen Minuten ab, und ich kaufe noch schnell ein Ticket, wobei ich die Rückfahrt reduziere, da ich noch eine kleine Wanderung machen möchte.

Der Zug ist nicht ausgebucht und ich bekomme noch einen Platz am Fenster. Es geht auch gleich los und der Ausblick ist von Anfang an sehr beeindruckend, und während der Fahrt ist das Matterhorn die ganze Zeit zu sehen. Der frische Schnee aus der letzten Nacht liegt wie ein Zuckerguss über den Gipfeln. Als die Bahn höher kommt und wir uns oberhalb der Baumgrenze befinden sind die Gipfel klar zu sehen, und bei diesem stahlblauen Himmel eine wahre Pracht. Nach etwas mehr als einer halben Stunde erreicht der Zug den Gornergrat in 3.135m und alle steigen aus.

Gleich neben dem Bahnsteig befindet man sich direkt in der Welt des Hochgebirges und rund um uns herum befinden sich die höchsten, schneebedeckten Gipfel der Schweiz. Von hier aus sollen bis zu 20 Viertausender zu sehen sein. Ich weiß gar nicht, wohin ich zuerst schauen soll. Ich gehe zur Aussichtsplattform hoch und verbleibe einfach dort um zu schauen und komme kaum aus dem Staunen heraus. Gegen Mittag mache ich mich dann doch auf den Weg nach unten. Ich möchte über den Riffelsee zur Riffelberg Station absteigen, von der ich dann mit der Bahn wieder zurück nach Zermatt fahren will. Der Abstieg gestaltet sich ein bisschen schwierig, da der frische Neuschnee recht rutschig ist, obwohl ich Bergstiefel trage. Die meisten Touristen heute kommen aus Asien, und fast alle sind nicht für diese Bergwelt ausgerüstet, vor allem wenn man die Schuhe betrachtet.

Ich komme am Riffelsee vorbei und kann eines der berühmten Bilder schießen, da sich das Matterhorn in der glatten Oberfläche des Sees spiegelt. Anschließend steige ich weiter ab und warte noch zwischendurch auf die Bahn, um an bestimmten Stellen der Strecke einen Zug mit auf das Bild zu bekommen.

Als ich dann an der Riffelberg Station angekommen bin merke ich, dass ich in der Schnelle heute Morgen eine Rückfahrkarte von der Riffelalpe gekauft habe, so dass ich noch weitere 400m absteigen muss, um mit der Bahn zurückfahren zu können. Es macht nichts, es ist noch früher Nachmittag und ich habe auch noch Lust ein bisschen zu laufen. Ab hier bin ich fast alleine auf dem Weg, weil alle anderen wohl heute Morgen, beim Kauf des Tickets besser aufgepasst haben von wo aus sie zurückfahren wollen. Auf dem Abstieg mache ich noch einen Abstecher zum Diensthalt Riffelboden, wo ich mich noch auf die Lauer nach guten Bildern lege.

Dann steige ich endgültig zur Station Riffelalpe ab und erreiche schließlich nach rund 900 Höhenmetern die Station, froh in die Bahn einsteigen zu können. So fahre ich wieder zurück ins Dorf und bin immer noch total beeindruckt von dieser Bergwelt. Mit einem Lächeln im Gesicht laufe ich zurück zum Hotel.