9. Tag (27. Juli 2019)

Wir schlafen etwas länger. Ich gehe nach dem Frühstück noch schnell Geld wechseln, und dann beginnt auch bereits unsere Food-Tour durch Cali. Wir treffen uns in einem Hostel um die Ecke. Als ich rein gehe und mich umschaue fühle ich mich um Jahre zurückversetzt

Dann taucht Niels auf und die Tour beginnt. Zuerst gehen wir durch die Straßen. An einer Ecke nehmen wir unseren ersten Snack. Es sind Empanadas, eines der vielen frittierten Dinge die es hier zu essen gibt. Kurz vor dem Markt probieren wir noch Shrimps, die mit allerlei Zutaten und Gewürzen lecker angemacht auf einem Cracker serviert werden. Auf dem Markt von Cali danach ist viel los, und die meiste Zeit der Tour verbringen wird dort. Hier probieren wir verschiedene Gerichte und an einem Stand jedwede Sorte von Früchten, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe. Das meiste war mit säuerlichem Geschmack und unterschiedlichen Konsistenzen. Aber es gab auch süßes, leckeres Obst. Noch schnell an einer Bäckerei vorbei, die für Kolumbien richtiges Brot im Angebot hatte, und der Abschluss bildete dann der Kaffeestand, an dem wir die verschiedenen Sorten probieren durften. Auch hier haben wir wieder den guten Kaffee-Tee bekommen. Dann war die Tour zu Ende und die Gruppe löste sich auf.

Da wir heute ein straffes Touri-Programm haben suchen Lisa, Viktor und ich uns ein Taxi und fahren zum nächsten Event. Natalie nimmt uns mit auf die City-Tour. Zuerst fahren wir in einem Kleinbus zum Aussichtspunkt Cristo Rey en Cali hinauf. Es ist eine Christusstatue wie man sie von Rio kennt. Sie steht hoch über der Stadt und man hat einen sagenhaften Blick auf ganz Cali. Die Stadt erstreckt sich in einer Ebene zwischen der westlichen und der zentralen Anden-Kordilleren. Im Hintergrund sind die endlosen Zuckerrohrfelder zu sehen, die der drittgrößten Stadt Kolumbiens schon früh gewissen Wohlstand bescherten. Die Stadt ist in den letzten 50 Jahren sehr stark gewachsen und heute wichtiger Zugang zur Hafenstadt Buenaventura am Pazifik.

Wir fahren wieder zurück in die Stadt. Besuchen schnell die Statue des Stadtgründers und fahren dann zum Katzen-Park. Dieser wurde angelegt, nachdem die Drogen-Kartelle zerschlagen waren und die Stadt wieder lebenswerter werden wollte. Hierauf sind die Einwohner sehr stolz und es ist ein sehr beliebter Ort der Stadt. Ein CALI Schild markiert den Abschluss des Parks. Wir steigen wieder in den Minibus und fahren zum Museo de la Salsa Jairo Varela, in welches wir jedoch nicht hineingehen. Auf dem Vorplatz steht ein Denkmal, welches als Trompete gestaltet ist, und wenn man ganz genau hinschaut kann man den Namen Niche erkennen. Die Grupo Niche ist die Musikgruppe, welche Jairo Varela gegründet hatte, und die den Grundstein für die Größe des Salsa in Cali gelegt hat. Cali wird auch heimlich als Hauptstadt des Salsa bezeichnet.

Aus den einzelnen Trompeten werden die Grundbausteine des Salsa gespielt, der eine große Mischung aus vielen Musikstilen darstellt und deshalb übersetzt im spanischen „Soße“ heißt. Hauptbestandteile des Salsa sind Jazz, Mambo und Rock, hat sich ursprünglich in New York entwickelt, und von dort seinen Weg in die Karibik gefunden. In der letzten Trompete kann man dann das gesamte Stück zusammen hören.

Wir gehen noch am Rathaus vorbei zum Riverwalk, der die Stadt in den letzten Jahren komplett verändert hat. Hierdurch wurde die Innenstadt stark aufgewertet und es siedelten sich Restaurants, Bars und Läden an, so dass die Innenstadt vor allem abends und an den Wochenenden wiederbelebt wurde. Hier ist dann auch diese Tour zu Ende und wir verabschieden uns. Mit Jeff, der auch in der Tour dabei war gehe ich noch schnell den Durst löschen und dann ins Hotel zurück. Dort treffe ich mich mit Lisa, Viktor und JuanSe um gemeinsam Abendessen zu gehen. Der Abend endet anschließend am Kunstmuseum in einer der angesagten Bars der Stadt.