7. Tag (25. Juli 2019)

Die Sonne scheint, als wir uns zum Frühstück treffen. Gleich anschließend fahren wir zum Archäologischen Park, für den San Agustín so berühmt ist, und der auch als Weltkulturerbe bei der UNESCO geführt wird. Wir treffen unseren speziellen Parkführer und fahren mit ihm zum Eingang. Da die spanischen Eroberer in Südamerika zuerst in Kolumbien angekommen und hier am längsten geblieben sind, sind auch die Zerstörungen am größten, so dass nur sehr wenig von der davor existierenden Kultur erhalten geblieben ist. Zum Glück handelt es sich hier in der Gegend um San Agustín hauptsächlich um Grabanlagen, die sich im Untergrund befanden und somit von den Spaniern nicht entdeckt wurden. Die Entdeckung dieser Grabanlagen ist noch keine hundert Jahre her. Da es zudem keinerlei Schrift in der San-Agustín-Kultur gab, ist heute recht wenig über das damalige Leben bekannt. Sie existierte jedoch vom 33. Jh. v. Chr. bis ca. 16. Jh. n. Chr.

Wir verbringen den ganzen Vormittag dort und schauen uns die zahlreichen Steinfiguren an, die in den Grabkammern gefunden wurden. Der Höhepunkt ist jedoch eine Anordnung von behauenen Platten, mit denen das Bett eines Baches ausgelegt ist, der Fuente de Lavapatas. Die Kanäle, die das Wasser zu Teichen bringen, sind nach den Silhouetten von Schlangen und Eidechsen geformt, und das Ganze scheint eine Darstellung eines überdimensionierten Schädels zu sein. Es wird vermutet, dass dieser Brunnen in Verbindung mit Kulten genutzt wurde, die dem Wasser gewidmet waren.

Auf der anderen Bachseite können wir zu einem Aussichtspunkt hinauf gehen. Allerdings fängt es an leicht zu nieseln, und die Landschaft ist in nebliges Grau getaucht. Das Museum am Parkeingang konnten wir uns im Anschluss des Rundgangs durch den Park anschauen. Ich hatte jedoch kein großes Interesse daran und bin nur noch kurz durchgelaufen um mich anschließend im Café mit einem Kaffee zu stärken.

Wieder zurück in der Stadt nehmen wir schnell einen Mittagstisch am Straßenrand und entscheiden uns dazu, am Nachmittag eine Kaffeetour auf einer Kaffeeplantage zu machen. Kaum sind wir dort mit einem Taxi angekommen fängt es auch schon stark zu regnen an. So verlegen wir den theoretischen Teil der Tour an den Anfang und probieren erst einmal „richtigen“ Kaffee, der natürlich exzellent schmeckt. In dieser Plantage wird der Prozess der halbtrockenen Aufbereitung durchgeführt.

Dieser Prozess wird hauptsächlich bei kleineren Kaffeeplantagen angewendet. Dabei werden die Kaffeekirschen sortiert, anschließend vom Fruchtfleisch befreit und inklusive Silberhäutchen und der Schleimschicht auf den Trockenfeldern ausgebreitet. Erst dann wird das Silberhäutchen entfernt und die Bohnen sortiert.

Was hier auf dieser Kaffeeplantage neu ausprobiert wurde ist „Kaffeetee“. Ja, man kann es kaum glauben, aber sie haben es geschafft, aus dem Fruchtfleisch der Kaffeesorte Gesha einen „Tee“ zu kreieren, um auch das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen noch vermarkten zu können, welches sonst nur als Kompost Verwendung finden würde. Ich bin von diesem Getränk recht angetan, denn der Aufguss ist geschmacklich gar nicht schlecht. Mit einem kleinen Schuss Rum wird der Tee jedoch noch viel besser.

Leider hört es nicht auf zu regnen als wir uns schließlich doch aufmachen durch die Plantage zu laufen. Bewaffnet mit einem Schirm und darauf bedacht, die morastigen Stellen elegant zu umgehen, werden uns die Kaffee-Pflanzen und das Heranwachsen der Kaffeekirschen detailliert gezeigt. Am Haupthaus zurück können wir uns auch noch die verschiedenen Prozessschritte im Einzelnen anschauen.

Als wir dann doch etwas frösteln und teilweise auch etwas aufgeweicht sind holt uns ein Taxi wieder ab und bringt uns zum Hotel zurück. Kann nur hoffen, dass es morgen trockener ist.