19. Tag (06. August 2019)

Wir treffen heute Kina aus Norwegen wieder, die wir bereits auf zwei Touren in Medellín getroffen haben. Wir laden sie heute einfach ein mit uns mitzugehen. So sind wir also zu dritt unterwegs um das Cocora-Tal zu besuchen. Wir machen eine Wanderung im berühmten Tal, welches vor allem für seine sehr hoch gewachsenen Wachspalmen bekannt ist. Vom Plaza Mayor starten die Jeeps mit denen die Leute ins Tal gefahren werden. 13 Leute teilen sich einen Jeep und werden mehr oder weniger hineingepresst. Kina, Rachel und ich haben das Glück, dass wir hinten auf der verbreiterten Stoßstange stehen können und damit mehr Platz und frische Luft haben. Nach einer halben Stunde Fahrt kommen wir am Ausgangspunkt an und steigen aus, um unsere Wanderung zu beginnen. Wir gehen den Weg im Uhrzeigersinn und kommen zuerst an den extrem hoch gewachsenen Wachspalmen vorbei, die hier auf Farmland stehen. Die Bäume sind mit ihren bis zu 80m Höhe außergewöhnlich. Wir machen viele Fotos, JuanSe erklärt sehr viel zu den Umständen hier im Tal. Auf der einen Seite sind die Plamen auf Grund ihrer Außergewöhnlichkeit streng geschützt, andererseits stehen sie auf privatem Grund, auf dem die Besitzer das starke Interesse haben Avocados zu pflanzen und damit viel Profit zu machen. Avocados anzupflanzen ist zwar verboten, wird aber in der Gegend trotzdem getan. Der Avocado Baum entzieht dem Boden sehr viel Nährstoffe, so dass die Palmen wohl mittelfristig nicht überleben werden. Gepflanzt werde dürfen die Palmen nicht, sondern nur auf natürlichem Wege wachsen. Die von den Farmern gehaltenen Rinder fressen jedoch die jungen schmackhaften Triebe ab, so dass es keine Chance auf junge natürlich gewachsene Plamen gibt. Deshalb geht JuanSe auch davon aus, dass diese Palmen mittelfristig wohl nicht überleben werden.

Wir steigen höher, kommen am ersten und zweiten Aussichtspunkt vorbei, machen zahlreiche Fotos und verabschieden dann JuanSe, da er nicht den ganzen Weg mit uns geht, sondern sich wieder auf den Rückweg nach Salento macht.

Wir gehen weiter. Der Weg führt für eine weitere Stunde bergan und führt uns in den Nebelwald, der heute keine Wolken hat, da die Sonne vom klaren Himmel scheint. Wir erreichen schließlich die Finca, welche den höchsten Punkt des Weges markiert. Dort machen wir eine kleine Pause und steigen wieder ab bis zur Weggabelung, an der wir noch einen Abstecher zum Reservat Acaime, der Kolibri-Farm, machen. Dort angekommen sind mächtig viele Leute da, die alle mit ihren Kameras versuchen einen Kolibri zu fotografieren. Wir nehmen uns dafür auch Zeit und genießen anschließend noch eine Tasse Kaffee, bevor wir uns auf den endgültigen Rückweg machen. Der Abstieg erfolgt über einem schmalen Pfad entlang des Flusses. Uns kommen immer noch Leute entgegen, die den Rundweg in der anderen Richtung unternehmen und noch den ganzen Berg rauf müssen. Es ist schöner, den Weg in dieser Richtung zu laufen und über den schmalen stufigen Pfad abzusteigen, als morgens zusammen mit der großen Anzahl von Leuten hier hoch zu müssen. Den Fluss überqueren wir an mehreren Stellen über wacklige Hängebrücken, was der Sache noch einen Schuss Abenteuer verleiht.

Am späten Nachmittag sind wir dann wieder an der Stelle zurück, von der wir mit den Jeeps nach Salento zurückfahren. Wir genehmigen uns erst einmal etwas zu Trinken und erkennen erst dann, dass noch viele andere ebenfalls in die Stadt zurück wollen und sich deshalb eine deutliche Warteschlange gebildet hat. Das Warten macht uns allen nicht viel aus, und als wir in Salento zurück sind tauschen Kina und ich noch ein paar Bilder und gehen anschießend alle noch gemeinsam Essen, bevor wir Kina wieder verabschieden.