18. Tag (05. August 2019)

Am Vormittag machen wir eine Café-Tour auf der Plantage. Zuerst wird uns die Welt des Kaffees genauer erklärt, denn die Kaffeepflanze stammt ursprünglich aus Äthiopien und wurde von den Holländern nach Amerika gebracht. Es gibt grundsätzlich drei Arten von Kaffee, nämlich Arabica, der nur im Hochland wächst, Robusta welcher in tieferen und heißeren Regionen gedeiht und Excelsa, die heute nur noch eine untergeordnete Rolle spielt und in Afrika angebaut wird. Kolumbien ist nach Brasilien und Vietnam der drittgrößte Kaffeeproduzent der Erde. Es werden viele verschiedene Sorten, jedoch nur die Kaffeeart Arabica in Kolumbien angebaut. Die Hazienda Venecia ist rund 200ha groß und kann deshalb selbst exportieren, und muss nicht wie der kleine Kaffeebauer in San Agustín an eine Genossenschaft abliefern, und ist zudem in der Lage, den ganzen Herstellungsprozess abzudecken.

Nachdem wir Kaffee probieren durften gehen wir in die Plantage. Hier werden uns ausführlich die verschiedenen Sorten des Arabica Kaffees erörtert, und dass es entscheidend von der Lage der Plantage abhängt, welche Sorte angebaut werden kann. Die verschiedenen Büsche der Sorten werden uns gezeigt und auch die Reifezustände der Kaffeekirschen. Wir wandern weiter über die Plantage und kommen zur Verarbeitungshalle. Zuerst erfolgt der Prozess des Floatings, in dem die schlechten Bohnen aufschwimmen und abgeschöpft werden. Hier auf der Plantage führen sie die nasse Aufbereitung durch. Danach wird das Fruchtfleisch entfernt und die Bohnen in großen Tanks für viele Stunden fermentiert, dabei wird es durch chemische Prozesse möglich, den Bohnen in einem anschließenden Waschprozess die Schleimschicht wegzuspülen, bevor sie in einem Ofen bei 60°C schlussendlich getrocknet werden. Dann wird die grüne Bohne herausgelöst, indem die Pergamentschicht und das Silberhäutchen entfernt werden. Mit den Abfällen aus diesem Prozess werden die Trocknungsöfen geheizt.

Als wir dies alles gesehen hatten gingen wir weiter zu einer Röstmaschine, und es wurde uns der Prozess des Röstens erläutert. Hier wurde mir dann auch erklärt, dass die Sorte des Kaffees entscheidend dafür ist, wieviel Koffein der Kaffee besitzt und nicht die Stärke der Röstung. Dies widerspricht der Aussage auf meiner vorletzten Kaffee-Tour, als mir erklärt wurde, dass der Koffeingehalt durch die Röstung bestimmt wird. Dies stimme nicht, denn der Koffeingehalt werde von der Kaffeesorte und anschließend hauptsächlich durch die Art des Brühens bestimmt und beweise, wie lange das Wasser mit dem Kaffeemehl in Kontakt war.

Am Nachmittag haben wir uns dann wieder mit dem Kleinbus auf den Weg zu unserer nächsten Station Salento gemacht. Nach einer relativ kurzen Fahrt sind wir am späten Nachmittag dort angekommen und JuanSe hat wieder seinen üblichen Rundgang zur Orientierung gemacht. Dabei haben wir dieses touristische kleine, aber schöne Städtchen auch fast schon ganz gesehen. Ausgehend von der Plaza Mayor schlendern Racheal und ich noch ein wenig durch die zahlreichen Souvenirläden und besteigen später den Aussichtspunkt Alto de la Cruz von dem man einen schönen Blick auf die Stadt hat.

Zu Abendessen gehen wir in ein lokales Restaurant welches für seine Spezialität Forelle aus dem Cocora-Tal bekannt ist. Danach gehen wir noch Tejo spielen. Es ist kolumbianischer Nationalsport. Dabei wir mit „Steinen“, welche eigentlich aus Stahl bestehen auf einen Stahlring geworfen der in einem Bett aus Ton liegt. Auf dem Stahlring werden kleine Tütchen mit Schwarzpulver platziert. Nun gilt es den Ring dort zu treffen wo sich das Tütchen befindet um eine Explosion herbeizuführen. Wer dies schafft bekommt entsprechend Punkte und wer zuerst eine bestimmte Zahl an Punkten erreicht hat gewinnt. Dazu wird natürlich reichlich Bier getrunken.