17. Tag (04. August 2019)

Heute Morgen sind wir wieder etwas früher raus, weil wir vor unserer Weiterfahrt zur Kaffeeplantage noch kurz eine Graffiti-Tour machen wollten. Weil wir jedoch keine Zeit mehr für eine kommerzielle Tour hatten, haben wir unseren Fahrer dafür bezahlt, heute zwei Stunden früher aufzubrechen und noch in die Comuna 13 San Javier zu fahren, so dass wir uns die Graffitis und die Freiluft-Rolltreppen doch noch anschauen konnten. Die Comuna 13 war in der Vergangenheit ein regelrechtes Kriegsgebiet, und es wurde von der Stadtverwaltung in den letzten Jahren viel unternommen, die Vergangenheit durch Sozialprojekte abzustreifen. Dazu gehören die Graffitis und auch die längste Rolltreppenanlage Südamerikas die hier den Bewohnern die Überwindung des enormen Höhenunterschieds im Stadtviertel erleichtern soll. Die Graffitis sind fast an jeder Hauswand zu sehen und künstlerisch sehr hochwertig, so dass ich viele davon fotografiere.

Danach fahren wir wieder zurück in die Stadt und gehen schnell quer durch das Stadtzentrum zum Plaza Botero, der nach dem aus Medellín stammenden Künstler Fernando Botero benannt ist. Dort sind auch viele von seinen sehr einprägsamen und mit hohem Wiedererkennungswert versehenen Skulpturen zu sehen.

Nach diesem kurzen Rundgang steigen wir wieder in unseren Kleinbus und machen uns direkt auf dem Weg zur Kaffeeplantage. Wir verlassen die Stadt in südlicher Richtung und fahren die Berge hoch, um gleich anschließend noch viel tiefer die Berge wieder runter zu fahren. Ich habe noch nie so kurvenreiche Straßen wie hier in Kolumbien erlebt. Es sind schon gewaltige und vor allem zahlreiche Berge, die es hier zu bezwingen gilt. Jetzt kann ich auch verstehen warum wir so viele Inlandflüge haben, denn die Straßen sind zwar gut ausgebaut, aber man braucht trotzdem sehr viel Zeit um die Distanzen zu überwinden.

Als wir das Tal zwischen der westlichen und der zentralen Anden-Kordillere erreichen machen wir einen kurzen Zwischenstopp am Fluss, und dann geht es auch gleich weiter. Die Straße folgt dem Rio Cauca flussaufwärts und wir erreichen nach rund sechs Stunden die Kaffeeplantage Venecia. Die Lodge ist sehr schön gelegen und die Zimmer sind sehr groß und mit eigener Terrasse. Ich erkunde zuerst einmal die Umgebung, fotografiere viele der zahlreichen Blumen und mache zusammen mit Rachel eine kleine Wanderung auf dem Gelände der Plantage. Anschließend bin ich noch kurz in den Pool gestiegen und habe mich anschließend auf der Terrasse entspannt. Als es am Abend Essen gegeben hat haben wir mit den anderen Gästen der Lodge noch gemeinsam gesessen und ich habe anschließend mit Rachel noch ein paar Bilder getauscht.