12. Tag (30. Juli 2019)

Gestern haben wir entschieden, dass wir einen Ausflug nach Minca unternehmen, jedoch nicht als Tour, sondern selber organisiert. Ja gut, JuanSe ist dabei und hilft ein wenig. Zuerst laufen wir durch sie Stadt zum Büro des Busunternehmens, welches Fahrten im Kleinbus nach Minca anbietet. Der Bus ist schnell ausgebucht und wir sitzen mit sechs Anderen zusammen im Bus und fahren los. Zuerst durch das dichte Gedränge der Stadt, und danach in zahlreichen Kurven die Berge hoch. Nach rund einer Stunde erreichen wir das kleine Örtchen Minca, welches zwischen dichtem Wald auf rund 900m Höhe gelegen ist. Als wir aussteigen fallen uns gleich die gemäßigteren Temperaturen auf, was ganz angenehm ist.

Der eigentliche Grund um nach Minca zu kommen ist, dass es der Ausgangspunkt ist, um in die Berge der Sierra Nevada de Santa Marta zu kommen, den höchsten Gipfeln Kolumbiens. Da die geteerte Straße hier endet geht es von hier aus nur noch per Motorrad oder per Geländewagen den weiteren unbefestigten Weg weiter nach oben in die Berge. Nach einer kurzen Diskussion entscheiden wir uns zu meinem Leidwesen für einen Geländewagen und nicht dafür, als Sozi auf einem Motorrad mitzufahren.

So verlassen wir Minca und erreichen nach einer weiteren Stunde Casa Elemento. Von dort aus gehen wir zu Fuß durch die Kaffeeplantage weiter nach oben zum Los Pinos Aussichtspunkt mit herrlichem Blick auf Santa Marta. Doch leider ziehen gerade dicke Wolken vom Tal herauf und versperren uns die Sicht. Kurz vor dem Abstieg fängt es noch zu regnen an. Der Regen bringt eine angenehme Abkühlung, obwohl die Temperaturen hier oben sehr angenehm sind. Als wir wieder an der Casa Elemento zurück sind, bezahlen wir unseren Eintritt und können die Annehmlichkeiten dort genießen. Die Attraktion sind die beiden riesigen Netzhängematten, die sich direkt über dem steilen Abhang befinden, in denen bis zu zehn Personen Platz finden. So verbringen wir dort unseren Mittag, essen auch etwas und machen uns dann zu Fuß an den Abstieg in Richtung Minca.

Zu Fuß bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf die Täler, die man vom Auto aus nicht hatte sehen können. Je tiefer wir steigen, desto wärmer wird es wieder. Nach rund zwei Stunden erreichen wir meinen Höhepunkt der heutigen Tour. Es sind die Wasserfälle von Marinka unter denen man baden kann. Also das verschwitzte T-Shirt runter und hinein ins kühle Nass. Herrlich, sich das Wasser auf Kopf und Körper prasseln zu lassen. Es sind zwei Kaskaden. In der oberen kann man sich nur ins knietiefe Wasser stellen und sich berieseln lassen, während die untere Kaskade ein künstlich erschaffenes Becken besitzt, in dem man auch schwimmen kann. Nach einer Stunde machen wir uns dann schlussendlich nach Minca auf. Als wir ankommen haben wir Glück, dass gerade ein Minibus fährt und wir noch mitkönnen, so dass ein schöner Ausflug zu Ende gehen kann.

Wieder in Santa Marta zurück mache ich mich schnell frisch und gehe dann in eine Bar, während ich auf die Anderen warte, bevor wir gemeinsam Essen gehen. Meine dreckigen Schuhe lasse ich derweil noch auf der Straße putzen und somit bin ich wieder stadtfein.

Wir sind heute Abend in dem Restaurant in dem wir gestern keinen Platz gefunden haben. Anschließend genießen wir noch die Aussicht von auf einer Dachterrasse einer Bar, während unten auf der Straße das Leben tobt.