14. Tag (04. August 2018)

Kathleen Lake

Kaskawulsh Gletscher

Lake Kluane

Wir fahren mit dem Kleinbus zuerst zur Village Bakery, die für ihre Backwaren bekannt ist, dann nehmen wir die Straße nach Haines und halten am Parkplatz des Kathleen Lake. Es ist wie gestern immer noch bewölkt als wir unsere Wanderung beginnen. Wir gehen den Weg in Richtung des King’s Throne und biegen dann auf den Cottenwood Pfad ab, der entlang des Seeufers am Fuße des King’s Throne führt. Es geht über Baumwurzeln leicht bergan um Höhe zu gewinnen. Dadurch erhalten wir nach und nach einen immer besseren Ausblick auf den See, der deutlich größer ist als am Parkplatz vermutet. Der Weg selbst ist sehr ursprünglich und auch der Blick ist herrlich, da der See noch völlig unberührt von Zivilisation erscheint. Gegenüber auf der anderen Seeseite sind die Berge und über uns das Wolkenspiel zu sehen. Zwischendurch zeigt sich vereinzelt auch die Sonne. Es sollte noch ein bisschen aufreißen, da fast alle aus der Gruppe heute Abend einen Rundflug über die Gletscherwelt des Kluane Nationalpark machen wollen.

Aber nun genießen wir erst einmal die Stunden am See. Am Aussichtspunkt Rock Glacier machen wir Mittagspause und genießen die Aussicht. Den Blick auf das Eisfeld und die hohen Berge dort verwehren uns die Wolken. Wir bleiben aber trotzdem eine ganze Weile und kehren anschließend auf dem gleichen Weg wieder zum Parkplatz zurück. Dort gehen wir noch an den See und ein paar von uns strecken die Füße rein. Uta und Jelena gehen sogar in dem kalten Wasser kurz baden. Für mich ist beides viel zu kalt.

Die Zwischenzeit bis zu unserem Rundflug verbringen wir in der Village Bakery und genießen einen Kaffee und einen Happen zu Essen. Dann fahren wir zum Flughafen. Die beiden Piloten mit ihren Cessnas warten bereits auf uns. Nachdem uns sechs kurz erklärt wurde, dass auf Grund des Wetters die eigentlich geplante Route wohl nicht machbar ist, und es sich erst während des Fluges herausstellen wird wo wir genau entlang fliegen können, wollen trotzdem alle von uns in die Luft.

Und so heben wir mit jeweils drei Passagieren an Bord ab und fliegen den Dezadeash River hinunter und hinein in die Berge. Beim Einflug in die Berge kommt es zu Turbulenzen, durch welche die kleinen Maschinen kurz aber kräftig durchgeschüttelt werden. In einer sanften Kurve biegen wir nach rechts um über den Kaskawulsh River näher an die Berge und das Eisfeld heranzufliegen und erreichen den gleichnamigen Gletscher, der sich aus seinem nördlichen und südlichen Armen bildet. Wir haben einen hervorragenden Blick auf die unter uns liegenden Eismassen, wobei sich die Wolkenuntergrenze bei knapp über 3.000m befindet. Auf dem hinteren Sitz auf dem ich sitze lässt sich eine kleine Luke im Fenster öffnen, so dass ich gut fotografieren kann. Zum Beispiel den Zustrom des Stairway Gletscher, den wir gleich darauf passieren, als wir den nördlichen Eisstrom weiter hinauf zum Eisfeld folgen. Die Oberfläche des Gletschers zeigt sich wie eine blank polierte, von Narben zerfurchte Fläche, auf der sich das Licht immer wieder in Schmelzwasserpfützen spiegelt. Als wir zwischen dem Stairway Peak und dem Discovery Peak über dem Gletscher zum Eisfeld hinauf fliegen wollten versperrt uns eine geschlossene Wolkendecke den Weg, obwohl wir bereits knapp unter 4.000m hoch sind. So dreht unser Pilot am Mt. Payer nach rechts ab, fliegt den Payer Gletscher hinunter und wieder hinaus aus den Bergen.

Was aber aus der Luft noch besser zu sehen ist, ist der enorme Verlust an Eis bei allen Gletschern. Sie haben sich deutlich sichtbar zurückgezogen und auch die Mächtigkeit hat abgenommen und man kann die Verluste deutlich an den Berghängen ablesen. Ziemlich heftig.

Auf dem Rückflug zum Flugplatz überfliegen wir noch den Lake Kluane, den größten See hier in der Gegend, und können aus der Luft die weiteren unzähligen Seen und riesigen Waldgebiete, die sich bis zum Horizont erstrecken, gut erkennen. Nach einer Stunde landen wir auch schon wieder auf dem Haines Junction Regional Airport und haben ein Lächeln im Gesicht.

Zurück auf dem Zeltplatz kochen wir und genießen noch den Abend eines ereignisreichen Tages.