11. Tag (01. August 2018)

Five Finger Rapids

Bei Sonnenschein stehen wir wieder auf. Wir frühstücken sehr gemütlich und lassen uns Zeit. Die Sonne wärmt und weckt die Lebensgeister, vielleicht ist es aber auch die heiße Tasse Kaffee. Als die Zelte abgebaut, die Küche in die Kisten verstaut und schlussendlich die Kanus beladen sind, starten wir zu unserer zweiten Etappe auf dem Yukon. Die Strömung gibt uns gleich nach dem Ablegen Fahrt und die kanadische Wildnis zieht an uns vorüber. Wir bleiben heute näher beieinander.

Nach rund einer halben Stunde landen wir an, machen die Kajaks am Ufer fest und gehen eine kurze Strecke entlang des Ufers quer durch die Wildnis zu den Five Finger Rapids um diese anzuschauen, zu fotografieren und uns erklären zu lassen wie wir durch die Stromschnellen fahren können. Aber wie es aussieht, ist es wohl keine große Herausforderung. Der Ausblick ist jedoch grandios und ich mache zahlreiche Bilder.

Zurück in den Kanus durchfahren wir problemlos den pittoresken Streckenabschnitt und haben dabei unseren Spaß. Nach ein paar weiteren Biegungen im Fluss landen wir an und machen unsere Mittagspause. Lucy, eine achtjährige Einheimische spricht uns derweil an und wir unterhalten uns noch mit der Kleinen über ihr Leben in Carmacks. Echt sehr nett und unterhaltsam. Da sich die meisten unserer Gruppe dann hinlegen und ein Nickerchen machen, genehmige ich mir ein Bier und genieße den Blick auf den Fluss. Die restliche Strecke paddeln wir nicht mehr so kräftig, sondern lassen uns weitestgehend einfach nur treiben.

Nach dem Yukon Crossing, einer Inselwelt im Fluss, biegen wir in einen strömungsfreien Seitenarm ein und landen etwas weiter hinten, im stehenden Gewässer an um das Nachtlager aufzuschlagen. Der Lagerplatz ist stark überwachsen, da hat in diesem Jahr wohl vor uns noch niemand hier gelagert. Wir stellen die Zelte etwas weiter hinten in einem Birkenwäldchen auf und gehen uns anschließend im Yukon erfrischen. Es ist herrlich, den Schweiß im Klaren und kühlen Wasser abspülen zu können und sich wieder zu erfrischen. Wir richten die Küche wieder ein und genießen den Abend neben dem verfallenen McKay’s Roadhouse auf dem historischen Overland Trail am Yukon.

Als wir abends am Ufer sitzen bieten uns die Wolken und die tiefstehende Sonne noch eine Galavorstellung. Zuerst werden einige Flächen der Wälder am Ufer angestrahlt, dann auch teilweise die dahinterliegenden Berge und zu guter Letzt bildet sich noch ein wunderschöner doppelter Regenbogen vor den dunklen Wolken. Echt eine schöne Show der Natur.