10. Tag (31. Juli 2018)

Yukon Kanu Tour

Heute geht es auf unsere große dreitägige Kanu-Tour auf dem Yukon. Wir packen unsere Sachen um, weil wir nur das mitnehmen können was wir auch brauchen. Den Rucksack mit dem Rest der Sachen verstauen wir im Kleinbus. Die wichtigen Sachen packt jeder in eine wasserdichte Tonne, die wir dann in den Kanus mitnehmen. Doch bevor es los geht zieht erst noch ein kräftiger Schauer durch, den wir in der Hütte abwarten können und uns währenddessen ein wenig hinlegen. Als es aufgehört hat zu regnen geht es los, die Kanus werden vorbereitet und die Schwimmwesten verteilt. Uwe macht eine Einführung in die Paddeltechnik und zeigt die verschiedenen Paddelschläge mit dem Stechpaddel, um das Kanu zu steuern. Nicole und ich bilden ein Team und setzen das erste Kanu in den Yukon. Wir beladen es gemeinsam mit unseren Tonnen, dem Wasserkanister und einer großen Kiste mit Küchenutensilien, sowie einem Sack voller Zelte. Wir legen dann als Erste ab und warten ein paar Meter weiter stromabwärts auf die anderen. Theo und Johanna, Felix und Jelena, sowie Uta und Lotti teilen sich je ein Kanu, wobei Uwe im Kanu von Uta und Lotti mitfährt.

Nun brechen wir zu unserer großen Kanutour auf. Die starke Strömung erfasst uns gleich und bringt uns ohne viel Zutun auf Tempo. Der Fluss fließt ruhig aber schnell dahin. Nach wenigen Minuten unterqueren wir die Highway-Brücke, und man kann kaum glauben, dass dies eine der vier einzigen Brücken über den mehr als 3.000km langen Fluss sein soll. Nachdem wir die Brücke passiert haben lassen wir auch die letzten Häuser von Carmacks hinter uns, und vor uns liegt nur noch der Fluss, die Wildnis und wir. Nicole und ich fallen ein wenig hinter die anderen Kanus zurück, während wir die herrliche Landschaft bei strahlendem Sonnenschein genießen und auch ausführlich fotografieren. So haben wir den Fluss für uns alleine. Am Flussufer erspähen wir noch zwei junge Adler, die noch nicht ihr prachtvolles Federkleid bekommen haben, aber trotzdem mit einer imposanten Spannweite aufwarten können. Es ist schön, solche Tiere in freier Wildbahn sehen zu können.

Es geht um zahlreiche Flussbiegungen herum, während wir den Vorsprung der anderen Kanus nicht aufholen können. Wir verlieren sie aber auch nicht aus den Augen. So fahren wir den Fluss hinunter und genießen die Ausblicke und Eindrücke, die sich laufend ändern. Wir kommen gut voran und es macht sehr viel Freude.

Der Lagerplatz, den wir anfahren wollen ist leider bereits belegt, so dass wir weiterfahren und wenige hundert Meter später am linken Flussufer anlanden um dort zu lagern. Wir stellen zuerst die Küchenutensilien weit weg von der Stelle, an der wir die Zelte aufbauen wollen, damit Bären, die uns möglicherweise besuchen, nicht gleich in der Nähe der Zelte sind. Alles was irgendwie riecht, wie z.B. Drogerieartikel, Getränke oder Lebensmittel, wird in geschlossenen Behältnissen gelagert und verwahrt. Als alles aufgestellt und weggepackt ist, wagen es ein paar von uns, im frischen Yukon zu baden. Ich belasse es dabei, die Füße hineinzustecken.

Nach einem leckeren Eintopf sitzen wir noch am Ufer des Yukon mit einem schönen Blick auf die sonnenbeschienene andere Seite.