5. Tag (28. Juni 2017)

Carpet Festival

Carpet Festival

Carpet Festival

Tash-Rabat

Tash-Rabat

Emira hat gestern herausgefunden, dass heute in At-Bashi ein Festival stattfindet, welches wir nach kurzer Absprache spontan besuchen wollen. Es ist ein Filzteppich-Festival. Viele Leute sind in traditioneller Kleidung erschienen, es sind Jurten mit Verpflegung aufgebaut, und es findet auch eine entsprechende Parade mit Musik und Unterhaltung statt. Später folgen noch Vorführungen zu Pferde.

Es macht Spaß zuzuschauen und deshalb schlendern wir auf dem Gelände herum und schauen uns um. Plötzlich kommt ein Mann mit Mikrofon und einer großen Kamera auf mich zu und bittet mich um ein Interview. Ich bin total perplex, bis mir Emira erklärt, das es sich hier um den nationalen TV-Sender von Kirgisistan handelt, der von diesem Festival berichtet und mich als ausländischen Besucher befragen möchte. Kurz danach bin ich auch schon verkabelt, und es stehen drei Kameras um mich herum, wobei die Nachrichtenagentur Reuters auch darunter sein soll. So beantworte ich meine drei Fragen zum Festival, Kirgisistan und den wunderschönen Teppichen hier. Emira übersetzt anschließend. Am Ende wird mir gesagt, dass mein Interview wahrscheinlich in den landesweiten Abendnachrichten gesendet wird. Was sagt man dazu?

Kurz bevor wir das Festival verlassen probiere ich noch Stutenmilch, die in Kirgisistan als Spezialität gilt. Schmeckt eigentlich ganz gut, aber unsere Buttermilch ist süß dagegen.

Wir kommen nach einem heftigen Regenschauer in Tash-Rabat auf rund 3.000m Höhe an und das Wetter klart wieder auf. Hier besuchen wir die Karawanserei, die aus dem 8.Jh stammt. Man weiß jedoch nicht genau, welchen Ursprung sie wirklich hat. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass sich Christen in diesem Tal hier versteckt haben und das Gebäude erst später zu einer Raststätte auf der Seidenstraße geworden ist. Die Lokalität und der Ort sind recht reizvoll.

Nach der Besichtigung der Karawanserei werden James und ich von einer einheimischen Familie eingeladen, an ihrem Picknick teilzunehmen, da James ihnen Werkzeug zum Wechsel ihres platten Reifens geliehen hatte. So sitzen wir also im Familienkreis beim Essen und versuchen irgendwie zu kommunizieren. Ich bekomme eine Schüssel Stutenmilch gereicht und esse auch ein wenig Tomaten.

Gleich im Anschluss daran will ich ein wenig die Umgebung erkunden und steige hinter der Karawanserei etwas den Berg hinauf. Dabei kann ich in einiger Entfernung Murmeltiere sehen, bevor sie eilig in ihren Bau verschwinden. Aufkommender Regen bewegt mich jedoch dazu umzudrehen und wieder abzusteigen. Ich setzte mich anschließend in den Truck und nicke ein wenig weg. Als Viki, James und Alex auftauchen machen wir noch ein Bier auf, um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken. Während des Essens kommen wir noch mit einem Touristen aus Amerika und seiner Tourguide-in ins Gespräch, ziehen uns aber recht früh in die Jurte zurück, da es nach dem Sonnenuntergang merklich frischer wird.