24. Tag (17. Juli 2017)

Heute Morgen mache ich mich nun auf den Heimweg. Wir fliegen alle gemeinsam nach Xian. Während die anderen noch eine weitere Nacht dort verbringen, habe ich, unter der falschen Annahme, dass wir bereits gestern nach Xian fliegen, für heute bereits meinen Rückflug nach Europa gebucht. Es sollte eigentlich klappen, da ich in Xian planmäßig drei Stunden Zeit zwischen den Flügen habe. Wir starten früh vom Hotel, da die Fahrt von Lhasa zum Flughafen recht lang ist und kommen zwei Stunden vor Abflug dort an. Gleich beim Betreten des Flughafens merke ich, das es heute wohl nicht glatt laufen wird, denn am Flughafen ist die Hölle los, und auf der Anzeige steht, dass unser Flug um 12:15 Uhr bereits Verspätung hat, jedoch nicht wie lange.

Wir stellen uns in eine der langen Schlangen am Check-in und werden erst einmal zurückgewiesen, weil unser Flug noch nicht aufgerufen wurde. So stellen wir uns ein wenig später wieder in die Schlange und werden eingecheckt. Mit meinem Hinweis, dass ich in Xian einen Internationalen Flug erreichen muss wird hier wenig angefangen. So gehen wir nach dem Check-in durch die Sicherheit, was auch eine ganze Zeit dauert. Anschließend unterstützt mich Titian, und wir gehen gemeinsam zum Transfer-Schalter in der Abflughalle. Hier redet Titian sehr viel und es bricht eine gewisse Unruhe aus. Ich soll warten, bis die Damen einen Rückruf erhalten. Zwischenzeitlich wird auch klar, dass die Verspätung größer als 90 Minuten ist und ich jetzt meinen Heimflug stark gefährdet sehe.

Endlich geht der Rückruf ein und ich solle einfach mitkommen. Ich rufe Titian noch schnell ein „bye-bye“ zu und werde durch die Sicherheit wieder zum Check-in Schalter gebeten. Ich bestehe darauf, das die Dame vom Flughafen mitkommt, da ich nicht mitbekommen habe, um was es nun geht und ansonsten womöglich ganz hängen bleibe. Sie kommt mit, verdreht jedoch die Augen.

Am Check-in kümmern sich nun drei Mitarbeiter um mich. Zuerst wird meine Bordkarte zerrissen und ich bekomme in gebrochenen Englisch erklärt, dass ich auf die 10:30 Uhr Maschine umgebucht werden soll, die heute mit Verspätung um 12:30 Uhr fliegt, und somit nur 15 Minuten später als der eigentlich geplante Flug. Damit müsste meine internationale Verbindung in Xian noch klappen. Aber sie suchen noch mein Gepäck! So stehe ich am Check-in, habe meine neue Boarding-Karte im Blick und warte darauf, dass mein Gepäck gefunden wird, während die Minuten so verstreichen und der Abflug nur noch 30 Minuten entfernt ist.

Dann endlich kommt ein Mitarbeiter und zeigt mir meinen Rucksack den ich nun wieder einchecken soll. Ich nehme die zuvor beanstandeten Druckbehälter, Deo und Rasierschaum vorsichtshalber raus und werfe sie in die Mülltonne, um die Sache zu beschleunigen. Anschließend werde ich an der Schlange vorbei in die Sicherheit geschleust. Wieder alles auspacken und durchleuchten lassen. In der überfüllten Abflughalle drücke ich mich zum Ausgang durch und komme gerade noch zum Ende des Einsteigens. Schade ist, dass ich nun keine Möglichkeit mehr habe, mich von meinen Mitreisenden zu verabschieden, die hier irgendwo in der Abflughalle sein sollten. Aber ich muss jetzt einsteigen.

Ich sitze also nun in der Maschine nach Xian und wir heben ab, wobei ich mich frage, wie sie mich noch auf diese Maschine buchen konnten, da sie bis auf den letzten Platz voll ist. Egal, erst einmal zweieinhalb Stunden entspannen während des Fluges nach Xian.

Im Anflug auf Xian drehen wir erst einmal eine Schleife und fahren nach der Landung für knapp 25 Minuten fast um den ganzen Flughafen herum. Nun ja, es wird schon reichen. Ich stehe am Gepäckband und sehe, wie sämtliche Gepäckstücke auf dem Band landen und sich langsam die Menschenmenge immer mehr verkleinert. Eigentlich kann es nicht sein, dass mein Rucksack, nach diesem Aufwand in Lhasa, nicht dabei ist. In einer speziellen Gepäckwanne wird mein Rucksack dann als letztes Gepäckstück ausgeworfen. Das trägt nicht gerade zur Entspannung bei, aber die Hürde ist geschafft.

Nun also los, nachdem meine Umsteigezeit bereits auf unter zwei Stunden geschrumpft ist. Nach einigen Suchen und dem zweimaligen Wechsel des Terminals finde ich die Check-in Schalter der China Airline, da es hier leider keine großen Anzeigetafeln gibt. Als ich nach einigem Warten in der Schlange dran bin wird mir freundlich erklärt, dass ich etwas warten soll, da mit meinem Sitzplatz noch etwas zu klären sei. Die Maschine ist wohl überbucht. Zudem bekomme ich die Info, dass der Flug 20 Minuten verspätet ist. Nun gut, nach weiteren endlosen Minuten wird mir erklärt, dass ich bis Taiwan in Business Class gebucht werde. Meinen Boarding Pass für den Flug nach Frankfurt soll ich dann am Transfer-Schalter in Taipeh bekommen. Ok, von mir aus!

Am Flugsteig erfahre ich dann, dass der Flug nach Taipeh nun bereits 80 Minuten Verspätung hat, aber die Maschine bereits hier sei. Wenigstens das, aber damit wird das nächste Umsteigefenster in Taipeh ebenfalls kleiner. Regt mich aber irgendwie heute nicht mehr wirklich auf. Kurz vor dem Einsteigen in die Maschine taucht plötzlich noch eine Angestellt der Airline auf und drückt mir meine Bordkarte für den Flug nach Frankfurt in die Hand. Auch gut! Jetzt genieße ich erst einmal drei Stunden in der Business Class, und nach zwei Bier denke ich – Es wird schon irgendwie klappen.

In Taipeh erwartet mich gleich am Fluggaststeig eine nette Dame, die mich in die richtige Richtung schickt und mir den Hinweis mitgibt, dass ich mich doch bitte beeilen solle. Nein, wirklich? Es stellt sich aber heraus, dass meine auf 30 Minuten geschrumpfte Umsteigezeit reicht, da der Flughafen nicht allzu groß ist. Vielleicht liegt es aber auch an der Verspätung des nächsten Flugs. Somit klappt alles und ich kann nach 16h endlich meinen 13h Rückflug nach Europa antreten.