21. Tag (14. Juli 2017)

Es war keine gute Nacht und ich fühle mich nicht gut. Durch das während der Nacht stärker werdende Kopfweh bin ich ständig aufgewacht und hatte ein Gefühl, als ob ich gar nicht geschlafen hätte, nachdem ich die Nacht in der für mich jemals größten Höhe verbracht habe. Das Frühstück schmeckt nicht wirklich, und auch der Blick auf den Everest, der heute Morgen nur ganz vage und sehr kurz zwischen den Wolken zu sehen ist, ist mir relativ egal. Ich will nur in tiefere Gefilde.

Nachdem wir gestern so wahnsinnig viel Glück mit dem Wetter hatten, haben wir uns dazu entscheiden gleich heute Morgen zu starten und nicht wie geplant in Tingri die Nacht zu verbringen, sondern gleich bis Shigatse weiter zu fahren, um dort zu übernachten. Damit werden wir einen Tag früher in Lhasa zurück sein und können somit einen weiteren Tag dort verbringen, was sicherlich besser ist als die Zeit in einer Stadt zu verbringen, in der man nichts unternehmen kann.

Vom Base Camp sind wir schnell wieder die 800 Höhenmeter hinunter ins Tal gefahren, und mir geht es gleich wieder gut. Und das, obwohl wir uns immer noch in 4.200m Höhe befinden. Gleich im Anschluss fahren wir den Pang La Pass, mit seinen 64 Kehren wieder auf 5.200m hinauf, ohne dass sich bei mir die Kopfschmerzen wieder melden. Erst heute realisieren wir wirklich, wie viel Glück wir gestern mit dem Wetter hatten. Nur eines der vier Bergmassive ist in Teilen zwischen den Wolken zu sehen, so dass wir an der Passhöhe gar nicht anhalten, sondern gleich weiterfahren, um auf der anderen Seite wieder runter zu kommen. Da wir in Tingri nicht stoppen, biegen wir gleich auf die Schotterpiste ab und durchfahren heute diesen Teil bei deutlich schönerem Wetter. Wir kommen gut voran und erreichen Shigatse am frühen Abend.

Da gestern keiner von uns gut geschlafen hat wird es für alle ein kurzer Abend.