20. Tag (13. Juli 2017)

Pang La Pass

Pang La Pass

Pang La Pass

Mt. Everest

Mt. Everest

Rongbuk Kloster

Everest Base Camp

Mt. Everest

Weil wir früh aufbrechen wollen verlassen wir das Hotel ohne Frühstück. Es ist heute Morgen sonniger als in den letzten Tagen, aber ich habe trotzdem wenig Hoffnung, die großen Berge sehen zu können. Wir verlassen Tingri und erreichen kurze Zeit später den Check-Point um ins Grenzgebiet zu Nepal zu kommen. Wir müssen aussteigen und der Bus wird kontrolliert. Unser Visum, das Tibet Permit und auch das nun erforderliche Everest Permit wird ebenfalls geprüft. Lustig ist, das auf der Everest Permit „Ailien Permit“ steht, als wären wir von einem anderen Planeten.

Am Fuß des Pang La Passes, der den Eingang zum Quamolangma National Nature Reserve markiert, machen wir nochmals eine Pause bevor wir den Pass in Angriff nehmen. um in die Everest-Region zu kommen.

Wir fahren die 41 Kehren hinauf. Die Ausblicke auf dieser Seite sind nicht zu schlecht, wobei im Hintergrund schneebedeckte Berge zu sehen sind. Wir machen deshalb zwischendurch noch zwei Mal einen Fotostopp und erreichen schließlich die Passhöhe in 5.198m Höhe.

Als wir oben um die Kurve biegen eröffnet sich uns auf der anderen Seite ein Blick, den ich heute nie für möglich gehalten hätte. In rund 60km Entfernung stehen vier Achttausender in ihrer vollen Pracht vor uns! Ich bin sprachlos und kann nur noch Fotos vom Makalu, Lhotse, Everest und Cho-Oyu machen.

Wir verbringen eine ganze Weile dort, weil wir alle aus dem Staunen nicht herauskommen. Irgendwann reißen wir uns los und machen uns auf den Weg zum Everest Base Camp. Dazu fahren wir den Pass auf der anderen Seite über 64 Kehren wieder hinunter ins Tal des Zhaga Qu, auf rund 4.200m Höhe. Der Zhaga Qu wird direkt aus einem Everest Gletscher gespeist und somit brauchen wir nur dem Wasser flussaufwärts zu folgen um zum Everest Base Camp zu gelangen. Schon während der Anfahrt erkennen wir, dass der Everest wolkenlos vor uns steht. Wir machen am Straßenrand kurz vor dem Rongbuk Kloster einen Stopp und fotografieren wie wild.

Danach besuchen wir das Rongbuk Kloster, das am höchst gelegene Kloster der Welt in 5.000m Höhe. Es werden gerade umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt, aber trotzdem lassen wir uns einen Blick ins Innere nicht entgehen. Wir lassen uns Zeit bevor wir endgültig zum Base Camp aufbrechen.

Gleich nach dem Kloster gibt es hier nochmals einen Check-Point, den wir erst passieren müssen bevor wir zum Tourist Base Camp kommen, in dem wir heute eine Nacht in einem Zelt verbringen werden. Die Zelte sind groß und recht komfortabel. Wir richten uns ein und bekommen eine Nudelsuppe zum Mittag. Gleich im Anschluss wollen wir noch 200m höher zum Base Camp der Kletterer. Wir entscheiden uns, den Pendelbus zu nehmen um nicht zu laufen zu müssen und einfach schneller da zu sein. Im Base Camp der Kletterer sind natürlich zu dieser Jahreszeit keine Kletterer da, was uns aber nichts ausmacht. Wir bleiben eine ganze Weile an diesem Aussichtspunkt, sitzen zeitweise nur im T-Shirt da und genießen den Blick auf den höchsten Berg der Erde.

Dann machen wir uns auf den Rückweg. Tuula, Chris, Titian, Joeys und ich entscheiden uns, hinunter zu marschieren und entdecken dabei noch wunderbare Ausblicke. Vor allem auf den Fluss, der wild das Tal hinunter strömt. Selbst beim Bergabgehen kommen wir außer Atem und spüren, dass wir uns in großer Höhe befinden, obwohl uns auf allen Seiten hohe Berge einrahmen.

Kurz vor dem Erreichen des Camps zieht noch Regen ins Tal herein und wir werden noch ganz schön nass, aber das macht uns allen nichts mehr aus, nachdem wir heute derartig viel Glück hatten den Berg der Berge zu sehen.

So sitzen wir alle am späten Nachmittag im Zelt und warten im Grunde nur darauf schlafen zu gehen. Ich vertreibe mir die Zeit mit Bilder sortieren und diese den anderen zu zeigen. Dabei merke ich, dass ich auf Grund der Höhe leichtes Kopfweh bekomme. Das Essen wird dann auch irgendwann serviert und ich versuche mich so früh wie möglich hinzulegen.