16. Tag (09. Juli 2017)

Potala Palast

Potala Palast

Potala Palast

Potala Palast

Potala Palast

Norbulingka Palast

Norbulingka Palast

Norbulingka Palast

Lhasa Altstadt

Lhasa

Tibet - Runde

Heute Morgen besuchen wir den weltberühmten Potala-Palast, die ehemalige Winterresidenz des Dali Lama, dem Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. Der Palast befindet sich westlich des alten Lhasa auf dem Moburi (Roter Berg) und wurde nach dem heiligen Berg des Shiva in Indien benannt und im 7.Jh, während der Regierungszeit von König Songtsan Gampo von Tibet erbaut. Der weiße Palast wurde später im 17.Jh durch den roten Palast ergänzt und hat nach dessen Erweiterung 1922 seine heutige Größe und Pracht erlangt. Nach der Flucht des Dali Lama 1959 ist der Palast nur noch ein Museum. Im Jahr 1994 wurde der Potala-Palast von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Zuerst gehen wir einmal im Uhrzeigersinn den Gebetsweg um den Palast herum, wie dies alle Buddhisten tun. Heute sind sehr viele Leute unterwegs, da es sich um einen besonderen Tag im Buddhismus handelt. Wir folgen den Leuten und beobachten das Geschehen. Auf der westlichen Seite des Palastes befinden sich hunderte von Gebetsrollen, die von den Gläubigen eifrig gedreht werden. Dabei symbolisiert jeweils eine Rolle ein bestimmtes Buch, welches als gelesen gilt, wenn man die Rolle dreht. So einfach ist das. Zudem befinden sich auf dem Weg mehrere Räucheröfen, in denen die Gläubigen hauptsächlich Wacholderreisig räuchern.

Hinter dem Palast liegt ein See, der beim Bau des Palastes entstanden, ist da dort die Steine für den Bau gebrochen wurden. In dessen Mitte befindet sich ebenfalls ein kleiner Tempel, den wir aber nicht anschauen, denn wir machen uns nun auf den Weg zum Eingang, um den Palast zu besichtigen. Nur mit unseren Pässen konnte Viki gestern die Eintrittskarten kaufen, da unsere Personaldaten noch überprüft werden mussten. Am Eingang wird deshalb unsere Reisepassnummer genau mit der Nummer auf der Eintrittskarte geprüft und abgeglichen.

Wir befinden uns am Fuß des Palastes, und weil wir eine ganz bestimmte Einlasszeit haben schauen wir uns um und machen Bilder. Der Zugang für Besucher ist aus politischen und auch aus museums-konservatorischen Gründen eingeschränkt. Zurzeit dürfen immerhin etwa 3.000 bis 6.000 Besucher täglich das weitläufige Gebäude betreten. Als dann unser Zeitfenster gekommen ist können wir uns auf den Weg nach oben machen. Die Stufen sind zahlreich, innerhalb und außerhalb des Palastes. Mit uns steigen hunderte weitere Touristen die Stufen hinauf. Oben kommen wir schließlich in Hof des weißen Palasts und werden nach einer weiteren Kontrolle ins Gebäude gelassen. Von nun an haben wir eine Stunde Zeit um durch den Palast zu gehen.

Ich konnte mir nicht vorstellen was sich hinter den Mauern des Palastes verbergen sollte. Ich bin schwer beeindruckt und habe erst jetzt verstanden, dass es sich nicht nur um den Palast des Dalai-Lama und dessen Wohnsitz handelt, sondern ebenso um ein Kloster, in dem auch Mönche lebten. Es sind deshalb unzählbar viele kleine Buddha-Statuen in Schränken zu sehen, die nun im Kloster verbleiben.

Die Räume beherbergen einen riesigen Schatz von Materialien und Gegenständen aus der tibetischen Geschichte, Religion, Kunst und Kultur. Der Palast ist bekannt für die wertvollen Skulpturen, Wandbilder, Schriften, Antiquitäten und religiösen Schmuck, die in ihm untergebracht sind. Ebenfalls befinden sich im Palast ungezählte Buddha-Statuen in unterschiedlichen Schreinen, die von den Gläubigen angebetet werden.

Auch wenn ich von der kulturellen und religiösen Bedeutung nichts verstehe, so ist schon allein die kunsthandwerkliche Leistung imponierend, besonders wenn man die aus Messing kunstvoll angefertigten Stupas sieht, von denen wir vier Stück bewundern konnten. Zudem ist der Palast auch Grabstätte von acht der Dalai-Lamas. Die unterschiedlich großen Grabstätten bestehen allesamt aus juwelenbestückten, vergoldeten Chörten (traditionelle tibetische Stupas), deren einzelne Stufen fantastisch verziert wurden. Diese mächtigen Chörten sind schon ziemlich einmalig und man steht staunend davor.

Obwohl wir nur eine Stunde Zeit hatten und nur einen kleinen Teil des Palastes mit seinen 999 Räumen besichtigen konnten, so waren die drei Hauptattraktionen, die Halle des 5. Dalai-Lamas mit den vergoldeten Chörten, die Maitreya-Kapelle mit ihren wunderschönen Skulpturen, und die Meditationshöhle des Dharma-Königs, die noch auf die Zeit von Songtsen Gampos zurückgehen, die entsprechenden Höhepunkte der Besichtigung.

Als wir den Potala-Palast verlassen sind wir ziemlich geplättet, aber unsere Sightseeing-Tour geht heute noch weiter. Wir fahren ein kurzes Stück durch die Stadt und besuchen am Nachmittag den Norbulingka Palast, der dem Dalai-Lama als Sommerpalast diente. Dieser ist ganz anders als der Potala-Palast. Er liegt in einem kühlen, Schatten spendenden Garten, der mit vielen Blumen verziert ist. Er ist natürlich deutlich kleiner, aber auch hier können wir die unterschiedlichen Schreine und Wohnräume des Dalai-Lama besichtigen, ebenso wie auch die Geschenke, die er bis zu seiner Flucht von anderen Staaten erhalten hatte. Die Tibeter hoffen immer noch auf eine Rückkehr des Dalai-Lamas, was aber wohl die Chinesen zu verhindern wissen, denn sie haben zwei gute Gründe, Tibet weiterhin unter ihrer Kontrolle zu behalten: Wasser, die größten Flüsse Asiens entspringen auf dem Tibet Plateau, und Bodenschätze, dabei besonders Uran für Atombomben und Kernkraftwerke.

Nach so viel Erklärungen und Besichtigungen kommen wir ziemlich geschafft ins Hotel zurück. Nach einer angenehmen Pause hole ich noch meine Wäsche von der Wäscherei ab und fülle meine Reserven im Supermarkt auf, bevor es dann in der Bar ein kühles Bier gibt. Am Abend essen wir in Dunya Bar&Restaurant und wir feiern kräftig bis wir gezwungenermaßen verabschiedet werden, weil die Bar geschlossen wird.