14. Tag (07. Juli 2017)

Lhasa Bahn

Duilong River

Lhasa

Lhasa

Lhasa

Lhasa

Jokhang Tempel

Während der Nacht, in der ich gut geschlafen habe, hat der Zug deutlich an Höhe gewonnen. Als ich am Morgen aufwache und aufstehe hat der Zug bereits den Tanggula Pass in 5.068m Höhe hinter sich gelassen und wir befinden uns bereits im Abstieg hinunter nach Lhasa. Das Wetter ist leider nicht so gut wie in Xining, denn es ist bewölkt und es regnet auch. Wieder durchfährt der Zug große Ebenen, die ich so nicht erwartet hatte, als plötzlich Polizei im Zug auftaucht und wir erneut kontrolliert werden. Erst nach dem letzten Bahnhof vor Lhasa verläuft die Strecke steiler entlang eines Duilong River Tals und wir können zuschauen, wie der Fluss mit jedem weiteren Zufluss reißender, mächtiger und breiter wird.

Schließlich erreichen wir Lhasa, überqueren den Lhasa Fluss, der in dieser Jahreszeit nach den Regenfällen ein gewaltiger Strom ist, und fahren langsam in den Bahnhof ein. Hier verlassen alle Fahrgäste den Zug und eine große Masse an Menschen strömt dem Ausgang entgegen. Wir haben es nicht eilig, weshalb Viki und ich erst einmal eine Ankommens-Zigarette rauchen. Anschließend folgen wir der Masse ins Bahnhofsgebäude. Auch hier wird jeder ankommende Passagier registriert, und bei uns westlichen Touristen zusätzlich die Tibet Permit kontrolliert und das Gepäck durchleuchtet.

Vor dem Bahnhof wartet bereits unser tibetischer Tourguide Purpu, dessen Name so viel bedeutet wie Dienstag. Purpu begleitet uns zu unserem Fahrzeug, in dem unser tibetischer Fahrer bereits wartet. Auf dem Weg ins Hotel bekommen wir noch unsere Instruktionen und Informationen, z.B. dass auf Grund von Veröffentlichungen im Internet seit 2008 westliche Touristen nur noch in Gruppen in Tibet reisen dürfen, die Gesamtzahl auf rund 30.000 pro Jahr beschränkt ist, und diese sehr stark überwacht und registriert werden. Verboten ist deshalb das Fotografieren von Polizisten und generelle Gespräche über Politik. Ebenso ist es für westliche Touristen verboten, ohne tibetischen Tourguide die Stadt zu verlassen oder eines der Klöster zu betreten. Auch machte er auf einige Überwachungsmaßnahmen aufmerksam, so z.B. Kameras und Mikrofone in allen touristisch genutzten Fahrzeugen und Kameras an allen wichtigen Orten, sowie zahlreiche Checkpoints, wenn wir Lhasa verlassen, um uns auf die Tour machen.

Nach rund zwanzig Minuten sind wir im Hotel und können einchecken. Die Zimmer sind fast schon luxuriös und nach 21 Stunden Zugfahrt nehme ich erst einmal eine Dusche. Wenig später treffe ich mich mit Viki, weil wir noch Mittagessen gehen wollen. Leider ist das Restaurant welches wir ins Auge gefasst hatten geschlossen, so dass wir uns dazu entschließen, etwas am Straßenrand zu suchen. Durch Zufall treffen wir auf ein sehr einfaches einheimisches Restaurant und versuchen es. Mit zwei gebrochenen Worten Englisch und viel Fingerzeigen bekommen wir einen süßen Tee, Viki eine Nudelsuppe und ich Momo, eine Art Maultasche, gefüllt mit Yak Fleisch. Uns beiden hat es sehr gut geschmeckt und nun sind wir wieder gestärkt.

Am Nachmittag mache ich mich auf, um Fotos zu schließen. Zuerst gehe ich natürlich zum Potala-Palast und fotografiere ausgiebig. Anschließend lasse ich mich durch die Straßen der Altstadt treiben. Es ist sehr schön zu sehen, dass die alten Gebäude noch vorhanden sind und ein wenig erahnen lassen, wie Lhasa früher einmal ausgesehen haben muss. Ich nehme mir Zeit und stelle fest, dass das Wetter immer mehr aufklart. Ich entschließe mich, obwohl doch schon ein wenig müde, nochmals zum Potala-Palast zu gehen, um meine ersehnten Bilder mit Sonne und blauem Himmel vom Palast zu machen. Super klasse!

Wieder zurück im Hotel setzen wir uns in die Bar und trinken erst einmal ein Bier bis die anderen der Gruppe mit dem späteren Zug eintreffen. Es gibt ein freudiges Wiedersehen. Die anderen setzen sich zu uns und wir bleiben auch gleich hier im Restaurant zum Abendessen.