13. Tag (06. Juli 2017)

Xining - Bahnhof

Lhasa Bahn

Quinghai Lake

Heute geht es nun endgültig nach Tibet. Viki und ich werden einen Zug kurz nach dem Mittag nehmen, während Tuula, Chris, Joeys, Alex und Titian erst heute Abend mit einem anderen Zug fahren, da wir leider in der Hochsaison nicht mehr alle auf einen Zug gebucht werden konnten.

Am Morgen schaue ich mir noch die große Mosche an, die fußläufig vom Hotel erreichbar ist. Es lohnt sich, ist aber nicht tagfüllend. Auf dem Weg zurück kaufe ich noch Verpflegung für die Bahnfahrt ein. Dann muss ich auch schon packen, und wir warten auf den Fahrer, der uns zum Bahnhof bringen soll. Da dieser nicht auftaucht, weil er im Stau steht, suchen wir ein Taxi und kämpfen uns bis zum Bahnhof durch den Verkehr. Dort angekommen bin ich von der Größe des Gebäudes sehr überrascht. Es hat die Ausmaße eines Flughafens und ist auch ähnlich organisiert. Unser Gepäck wird durchleuchtet als wir das Gebäude betreten, um uns in die Schlange für die reservierten Fahrkarten zu stellen. Als wir diese haben geht es erst einmal durch die Polizeikontrolle, bei der wieder einmal der Pass, das Visum und auch unsere Tibet Permit kontrolliert wird. Dann zur erneuten Gepäckkontrolle, die dankenswerterweise nicht so streng wie am Flughafen ist. Schließlich stellen wir uns an den Ausgang zum Bahnsteig. Hier warten wohl insgesamt über hundert Passagiere, die alle nach Lhasa wollen. Als die Türen geöffnet werden, müssen wir die Fahrkarte zeigen, um auf den Bahnsteig zu kommen und nach einer abermaligen Kontrolle des Passes und der Tibet Permit können wir in den Zug einsteigen.

Im Zug habe ich dann schnell das Gepäck im Abteil verstaut und mich eingerichtet. Ich fahre zusammen mit einer Mutter, die mit ihrer Tochter unterwegs ist und einer weiteren chinesischen Frau. Viki ist in einem anderen Abteil untergebracht.

Zuerst führt die Strecke aus der Stadt heraus und folgt dann im Anschluss der Straße, die wir gestern vom Quinghai Lake zurückgefahren sind. Durch die Berge führen zahlreiche Tunnels und Brücken, von denen sich schöne Aussichten ergeben. Nach rund einer Stunde erreichen wir das Ufer des Quinghai Sees und haben von der nördlichen Seite des Sees eine herrliche Sicht. Der Zug folgt dem Ufer auf seiner ganzen Länge. Somit befinden wir uns bereits wieder auf über 3.000m und verbleiben auf dieser Höhe bis zu unserem nächsten, längeren Halt in Golmud. Ich stehe die ganze Zeit am Fenster um rauszuschauen. Später gehe ich zusammen mit Viki in den Speisewagen und wir trinken zwei Bier, während die Landschaft an uns vorüberzieht. Kurz nach dem See durchfahren wir einen über 32km langen Tunnel, der die Strecke deutlich verkürzt und begradigt. So durchqueren wir in den nächsten Stunden die großen Ebenen, kommen immer mal wieder an kleinen Ansiedlungen vorbei, die es wahrscheinlich nur wegen der großen Kraftwerke hier gibt. Der Zug ist recht schnell unterwegs, da wir in sieben Stunden bereits mehr als 800km zurückgelegt haben, als wir kurz vor der Dunkelheit Golmud erreichen. Wir verlassen den Bahnhof als es bereits dunkel ist, und ich gönne mir noch ein weiteres Bier im Speisewagen, bevor ich mich schlafen legen.