12. Tag (05. Juli 2017)

Am frühen Morgen verlassen wir das schwülheiße Xian und fahren zum Flughafen hinaus. Erstmals stößt auch Joeys zu uns, die eigentlich auch schon zwei Tage Teil der Gruppe ist. Es geht ihr aber erst heute wieder so gut, dass sie auf dem Damm ist. Wir fliegen etwas weiter in den Norden, nach Xining. Die Sicherheitskontrollen am Flughafen sind wieder heftig, aber wir kommen recht gut durch und haben noch etwas Zeit um zu frühstücken.

Der Flug verläuft problemlos und wir landen nach einer guten Stunde im deutlich kühleren Xining. Der Transfer zum Hotel seht schon bereit, und nach dem Einchecken gehen wir noch Mittagessen, da wir am Nachmittag zum Quinghai Lake, dem größten See Chinas fahren wollen.

So besteigen wir alle wieder den Bus und machen uns auf den Weg. Die Fahrt geht über eine Autobahn und führt durch eine Schlucht immer stetig bergauf. Die Mitreisenden im Bus machen alle ein Nickerchen, während ich dauernd aus dem Fenster sehe. Plötzlich gibt es Stau. Auf der Gegenfahrbahn liegt quer über die Straße ein umgekippter LKW und auf unserer Seite kommt uns die Feuerwehr entgegen. Es sieht ziemlich heftig aus, und als wir weiterfahren können sehen wir im hinteren Teil des Staus noch einen weiteren LKW, der einen schweren Auffahrunfall verursachte hatte. Die Straßen sind hier nicht ungefährlich.

Nach rund zwei Stunden können wir den See das erste Mal sehen. Wir folgen bei regem Verkehr der Straße entlang des südlichen Ufers bis zur Qinghaihu Erlangjian Scenic Area. Beidseits der Straße blühen die Rapsfelder in einem kräftigen Gelb. Für die Chinesen ist es etwas ganz Besonderes, sich in die Felder zwischen die Blüten zu stellen und fotografieren zu lassen, da Raps im Rest des Landes so gut wie unbekannt ist. Am Straßenrand wird überall angeboten sich für ein paar Yuan mit Yaks fotografieren zu lassen, auf Pferden zu reiten oder einfach nur ans Ufer des Sees zu gehen.

Wir kommen am Besucherzentrum an und stellen den Bus auf einem riesigen Parkplatz ab. Titian kauft die Eintrittskarten und so dürfen wir an den See gehen. Auf einer breit ausgebauten Straße geht es zum Ufer hinunter. Die Aussicht rechts und links des Ortes ist sehr schön. Der Salzsee ohne Abfluss liegt ruhig vor uns und die Wolken reißen immer mehr auf. Hier verbringen wir eine ganze Weile und schauen uns das Treiben der unzähligen anderen Touristen an und genießen die Aussicht.

Auf Grund des Unfalls wählt unser Fahrer für den Rückweg eine andere Stecke, und so können wir noch einen Blick auf die östliche Seite des Sees werfen. Hier befinden sich sehr große Sanddünen, die am Rande der Straße natürlich stark kommerziell genutzt werden. Es reicht vom Sandboarding, über Quad-biking bis zum Reiten auf Pferden und Kamelen. D.h. ohne irgendwo Eintritt zu bezahlen ist es nicht mehr möglich, ans Ufer des Sees zu kommen, und wenn, dann meist zusammen mit vielen anderen Touristen. Aber dies ist nun einmal China, man wird heute wohl kaum noch einen Platz finden, an dem nicht viele Touristen zu finden sind. Ich bin drauf gespannt, wie es in Tibet sein wird. Ich hoffe darauf, dass es außerhalb von Lhasa nicht so viele sind.

Wieder zurück im Hotel haben wir uns noch kurz frisch gemacht und sind Essen gegangen. Anschließend haben wir dann Vikis Geburtstag gefeiert und zu ihrer Überraschung hatten wir sogar einen Kuchen mit Kerzen organisiert.