11. Tag (04. Juli 2017)

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Terrakotta-Armee

Moslem Quarter

Moslem Quarter

Heute Morgen wollen wir die weltberühmte Terrakotta-Armee hier in Xian besuchen. Wir brauchen mit einem Mini Bus eine gute Stunde, um die Anlage außerhalb der Stadt zu erreichen. Jedoch sind wir im Grunde nicht aus der Stadt hinausgefahren, wenn man die Häuser rechts und links der Straße als Maßstab nimmt.

Als wir ankommen sind schon tausende andere Touristen da. Die Massen strömen zu den Ticket-Schaltern. Auch wir holen dort unsere Eintrittskarten und machen uns auf den Weg zum Eingang. Hier werden unsere Taschen das erste Mal kontrolliert. Nun laufen die Leute in großen Gruppen für rund zehn Minuten zum eigentlichen Eingang. Hier werden nochmals Tickets und Taschen geprüft. Vor uns stehen nun die zwei Haupthallen der Terrakotta Krieger und das Museum.

Als wir in die Halle der Grube 1 kommen müssen wir uns durch die Leute ans Geländer drängen, um einen Blick auf die Krieger werfen zu können und Fotos zu machen. Da es heute sehr warm ist und die Hallen keine Klimaanlage besitzen, läuft der Schweiß bereits in Strömen. Die Krieger selbst sind sehr beeindruckend und man kann sich kaum vorstellen, dass dies alles vor fast zweitausend Jahren hergestellt wurde. Wie wir erfahren werden heute keine weiteren Krieger mehr ausgegraben, obwohl noch sehr viele im Erdreich vorhanden sind, wie entsprechende Untersuchungen gezeigt haben. Dies liegt daran, dass die Wissenschaft bis heute leider noch keine Lösung dafür gefunden hat, wie die vorhandenen Farbreste auf den in der Erde befindlichen Figuren konserviert werden, und somit vor dem Zerfall bewahrt werden können. Die vorhandenen Farbreste werden heute nach dem Freilegen sehr schnell unwiederbringlich zerstört. Deshalb sind auch nur Figuren in Grube 1 zu sehen.

Da bis auf eine einzige Figur bisher alle Figuren nur in Bruchstücken die Jahrhunderte überdauert haben, gilt der Rekonstruktion große Aufmerksamkeit. Im hinteren Teil der Halle von Grube 1 kann man sehr schön sehen wie dies gemacht wird. Die Rekonstruktion einer einzigen Figur kann bis zu einem Jahr dauern. Es liegt also noch sehr viel Arbeit vor den Archäologen. Die Grube 3 ist die kleinste Grube und gilt als der Kommandostand der Armee, weshalb sich auch weniger Figuren darin befinden. Es wurden hier nur wenige Figuren ausgegraben. In Grube 2, die wir anschließend besuchen, sind keine ausgegrabenen Figuren zu sehen. Am Rande stehen jedoch fünf unterschiedliche Figuren in Glasvitrinen. Auch hier ist es nicht leicht, sich durch die Besuchermassen zu drängen, um ein entsprechendes Foto zu machen zu können.

Alles in allem hat sich der Besuch gelohnt und ich würde diesen empfehlen, aber die schiere Masse an Menschen war mir dann letztlich doch zu viel, und ich war froh, als ich wieder draußen war. Nach etwa drei Stunden sind wir wieder am Mini Bus zurück und fahren zurück ins Hotel.

Eigentlich wollte ich am Nachmittag noch das Grab des Han Jingdi Emporer besuchen, welches für seine 50.000 Terrakotta-Krieger in Puppengröße bekannt ist. Aber aus der Gruppe wollte heute Nachmittag niemand mitgehen, und mir war es dann auch zu heiß und zu hektisch, da wir am Abend noch gemeinsam in das muslimische Viertel der Stadt gehen wollten.

So verbrachte ich den Nachmittag mit Geld wechseln, was eine ganze Zeit dauern kann, Reisebericht schreiben und Bilder sortieren. Am Abend sind wir, wie verabredet, gemeinsam ins Moslem Viertel gegangen und haben uns dort umgeschaut und etwas gegessen. Es waren sehr viele Leute unterwegs und rechts und links gab es einen Essensstand neben dem anderen, so dass wir viel Auswahl hatten. Auf dem Rückweg ins Hotel sind Tuula, Chris und ich noch abgebogen, um ein paar Bier zu trinken, obwohl es morgen früh rausgeht. Ich hätte jedoch eh nicht schlafen können.