6. Tag (20. September 2016)

Der Morgen beginnt etwas später und das Frühstück ist bereits von Derick vorbereitet, so dass wir schnell fertig sind und uns auf unsere Ausflüge stürzen können. Ich habe gestern, wie die meisten von uns, noch eine Kombi gebucht. Es geht als erstes zu einer Safari-Wanderung. Wir sind zu neunt, werden mit einem kleinen Mini-Bus abgeholt und rumpeln in den Naivasha Nationalpark.

Gleich hinter der Pforte können wir aussteigen und beginnen unsere kleine Wanderung. Zu Beginn sehen wir eine Gruppe Giraffen. Es taucht ein Warzenschwein mir riesigen Zähnen auf, geht ans Wasserloch und verschwindet dann wieder. Die Giraffen begleiten wir ein Stück, genießen es, nicht in einem Fahrzeug unterwegs zu sein, und bewundern ihren grazilen Gang. Dann lassen wir die Giraffen wieder alleine und gehen ein Stück weiter. Treffen dort auf Thomson Gazellen und begeben uns auf die große Lichtung, auf der wir auf eine große Gruppe Zebras treffen, die einfach nur herumstehen oder sich niedergelegt haben. Sie beobachten uns zwar sehr aufmerksam als wir näherkommen, lassen sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Etwas hinter uns sehen wir einen Wasserbock in den Büschen stehen, dem wir aber suspekt sind und der sich schnell verabschiedet. Wir umrunden die Gruppe Zebras, um sie nicht weiter zu stören und gehen an den See, in dem sich eine kleine Gruppe Flusspferde aufhält. Wie erwartet, bewegen sie sich kaum und wir gehen weiter unseres Weges durch den Busch und sehen noch eine Gruppe Paviane kurz bevor wir wieder den Mini-Bus erreichen.

Wir fahren weiter zum Crater Lake. Dort besuchen wir den Aussichtspunkt und genießen den Blick über den See. Dann gehen wir an den See hinunter und bekommen in einem Restaurant auf einer Plattform unser Mittagessen. Es gibt Buffet und für mich ein Bier bei einem herrlichen Blick über das Wasser.

Anschließend werden wir zu unserer Bootstour an den See Naivasha gefahren. Wir steigen jeweils zu sechst in die Boote und beobachten die Tierwelt am Ufer des Sees. Es sind jede Menge Wasservögel zu beobachten, darunter Kormorane, Störche, sogar einen Graufischer. Ein zweiter Graufischer versucht gerade, seinen gefangenen Fisch an dem Ast, auf dem er sitzt, totzuschlagen. Ein wenig weiter treffen wir wieder auf Flusspferde, die auch hier gelangweilt im Wasser stehen. Auf dem Weg zurück kauft unser Bootsfahrer John noch zwei Fische, worüber ich mich zuerst etwas wundere, aber nicht weiter drüber nachdenke. Später finde ich aber den Grund dafür heraus: Er will die Fischadler füttern, und uns damit die Gelegenheit geben spektakuläre Bilder zu machen. Und es hat klappt! Es ist sehr faszinierend zu sehen wie die Tiere aus rund 200m Höhe den einzelnen Fisch im Wasser erspähen können und gezielt einen Angriff starten.

Damit ist unsere Boot-Tour zu Ende und wir werden am Haus der Joy Adamson abgesetzt. Dort erfahre ich, dass diese Frau aus Österreich vor rund hundert Jahren erstmalig einen Löwen großgezogen hatte und ihn anschließend in die Wildnis aussetzen konnte. Auf ihren Grundlagen wurde dann die Natur- und Tierschutz-Organisation in Kenia gegründet und sie trug maßgeblich zum Umdenken der Menschen in Sachen Natur- und Tierschutz in Afrika bei.

Der Dokumentarfilm ist zwar furchtbar glorifizierend, aber um die Geschichte zu erfahren recht hilfreich. Auch der Besuch dieser herrlich gelegenen Villa, mit seinem schönen Garten drum herum ist lohnenswert. Im Garten der alten Villa sind Schwarzweiße Stummelaffen anzutreffen, die dort immer auf der Suche nach etwas Essbaren sind und deshalb gut als Fotomotiv dienen.

Danach ist ein weiterer sehr erlebnisreicher Tag zu Ende und wir kehren ins Camp zurück. Vor dem Essen haben wir noch etwas Zeit für uns. Die Kochgruppe hat es heute nicht so gut hinbekommen. Die Nudeln gehen gleich in die Tonne, aber der Rest ist recht lecker. Ein Bier danach spült es hinunter. Am Lagerfeuer wird es dann doch noch deutlich später als gedacht, weil ich noch ein junges Pärchen aus Deutschland kennen lerne, das hier nur zu zweit unterwegs sind und mit dem ich mich noch lange unterhalte.