20. Tag (04. Oktober 2016)

Genozid Museum Kigali

Es geht nach Kigali rein, nachdem wir das Red Rock Camp verlassen haben. Die Fahrt führt auf einer gut ausgebauten Straße durch das hügelige Land. Es ist sehr grün und auf jedem noch so kleinen Fleckchen Land wird an den steilen Hängen der Berge Landwirtschaft betrieben. Es wird merklich frischer im Truck, als wir über den Pass fahren und wieder deutlich mehr als 2.000m Höhe erreichen. Generell befinden wir uns immer in recht großen Höhen in Uganda und Ruanda.

Dann erreichen wir die Hauptstadt Kigali, die im Tal eingebettet zwischen den Bergen liegt. Wir besuchen das Genozid Museum in der Stadt. Es ist die zentrale Gedenkstätte zum Völkermord der Hutus an den Tutsi im Frühjahr 1994. Ich wusste bis dahin darüber nicht sehr viel, außer dass rund 1.000.000 Menschen dem Genozid zum Opfer gefallen waren. Im Museum erfahren wir jedoch auch die Gründe, Ursachen und die Entwicklung bis zum Völkermord. Es hat mit dem Kolonialismus zu tun und der am Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreiteten Rassenlehre, die dazu führte, dass die Menschen in Hutus und Tutsis eingeteilt wurden, obwohl es diese Einteilung zuvor nicht gab. Der Rest ist dann eine jahrzehntelange Entwicklung, wie man Sie auch von anderen Völkermorden her kennt. Die gezeigten Fotos sind sehr hart, da in Ruanda die Menschen hauptsächlich mit Macheten abgeschlachtet wurden und die Leichen bei der Hitze für Tage und Wochen auf den Straßen und Felder lagen. Der Besuch des Museums ist bedrückend, aber sehr lohnenswert.

Dann fahren wir ins Hostel. Da ich morgen die Tour verlassen werde, entscheide ich mich, nicht im Garten im Zelt zu übernachten, sondern nehme ein Bett in einem Stockbettzimmer. Den weiteren Nachmittag verbringen wir auf der Terrasse und reden, spielen Karten oder tauschen Bilder aus. Am Abend gehen wir in ein benachbartes Restaurant zum Abschiedsessen für die fünf von uns, die morgen früh die Tour verlassen, und dem Truck hinterher winken werden. Wieder im Hostel zurück wird der Abend noch sehr feucht und fröhlich.