15. Tag (29. September 2016)

Graufischer

Webervögel

Kurz nach Sonnenaufgang machen wir uns gleich hinter dem Camp auf um nach Schimpansen Ausschau zu halten. Der Weg führt in den dichten Regenwald. Es ist feucht, matschig und es tropft von oben. Nach einem kurzen Stück Weg zweigen wir rechts ab und der Bewuchs wird gleich deutlich dichter. Unsere Gruppe schlägt sich durch, und nach der Überquerung mehrerer kleiner Flussläufe erreichen wir einen großen Baum, in dessen Krone wir den ersten Schimpansen sehen. Es ist ein Männchen, welches Blätter frisst. Leider ist das Licht zum Fotografieren nicht besonders gut. Wir umrunden den Baum durch dichtes Blattwerk, um immer mal wieder einen guten Blick zu erhalten.

Nach einer gewissen Zeit bekommt unsere Führerin die Information, dass tiefer im Wald weitere Schimpansen gesichtet wurden. Wir machen uns im schnellen Schritt dahin auf und sehen ein Weibchen und ein Männchen. Diese sind nicht ganz so hoch in den Bäumen und wir haben einen etwas besseren Blick. Es ist faszinierend, den Tieren in freier Wildbahn zuzuschauen. Auch hier wechseln wir mehrfach die Position, je nachdem wie uns das Blattwerk die Sicht versperrt. Gegen später klettert das Männchen herunter, jedoch so schnell, dass wir mit unseren Kameras nicht folgen können.

Gleich nebenan sehen wir Diadem Meerkatzen und wenig später auch noch eine Rotschwanzmeerkatze. Diese bewegen sich aber ebenfalls derart schnell durch die Äste, dass ich nicht fotografieren kann.

Schließlich machen wir uns wieder auf den Rückweg ins Camp. Allein der Spaziergang durch den Wald war ein Erlebnis für sich, da ich wohl ohne unsere Führerin nicht mehr ins Camp zurückgefunden hätte. Die Klamotten sind schmutzig und nass, aber ich hatte einen ereignisreichen Ausflug.

Als wir zurück sind gibt es noch Frühstück, wobei ich dieses auf zwei Bananen beschränke. Dann brechen wir die Zelte ab, packen alles zusammen und machen uns auf den Weg in den Queen Elisabeth Nationalpark. Schon der Blick von den Bergen ins Tal hinunter ist super schön. So wie man sich Afrika vorstellt. Großes, weites und dieses Mal grünes Buschland mit Akazien und dazu im Hintergrund hoch aufsteigende Berge, an denen sich Wolken gebildet haben.

Wir fahren hinunter und durchqueren den Nationalpark auf einer Safari-Fahrt. Durch das dichte Buschwerk ist jedoch nicht viel zu sehen. Trotzdem treffen wir auf Elefanten und auch auf einige Paviane am Straßenrand. Als wir an einem Kratersee vorbeikommen sind Büffel und Flamingos in einiger Entfernung zu sehen. Wir machen einen kurzen Halt am Nationalpark-Büro und fahren dann, immer auf der Suche nach Tieren, zu unserem nächsten Camp. Dort stellen wir schnell die Zelte auf und sitzen wenig später wieder im Truck, um uns zu unserer Bootsfahrt auf dem Kanal zwischen dem Eduard- und dem Georg-See zu begeben.

Vom Boot aus wollen wir die Tierwelt am Ufer des Kanals beobachten. Ich rechne nicht damit, sehr viele Tiere zu sehen, außer vielleicht Flusspferde, die hier sehr zahlreich vorkommen. Wir legen ab und fahren direkt auf die andere Seite des Kanals. Die erste Überraschung ist, dass zahlreiche Wasserbüffel im Wasser liegen und sich abkühlen. Zudem ist eine große Anzahl von kleinen weißen Vögeln zu sehen, die zwischendurch in großer Zahl auffliegen und sich dann wieder beruhigen. So fahren wir langsam am Ufer entlang und sehen auch zwei große, sich an Land aufwärmende Krokodile. Graufischer folgen unserem Boot in großer Zahl, und wir können beobachten, wie diese in der Luft stehen, um die von unserer Bootsschraube aufgewirbelten Fische im Wasser zu fangen. Einer davon setzt sich sogar zu meiner großen Überraschung nur knapp zwei Meter entfernt auf die Reling.

Das nächste Highlight sind zwei Fischadler, die nahe in einem Baum sitzen und nach Beute Ausschau hielten. Ansonsten gibt es Störche, Marabus und andere Vögel am Ufer zu sehen. Natürlich immer wieder Flusspferde, zum Teil auch mit Jungen. Dann sehen wir zum ersten Mal heute ein Flusspferd sein enormes Maul öffnen, was ein besonders schönes Fotomotiv abgibt.

Plötzlich eine heftige Bewegung im Wasser und alle an Deck reißen ihre Kameras hoch, als ein Flusspferd heftig aus dem Wasser stößt. Als es sich umdreht taucht auch sein Kontrahent auf, und es kommt zu einem kurzen heftigen Kampf, während dessen die beiden ihre riesigen Mäuler mit den enormen Zähnen aufreißen. Mit der Kamera im Anschlag sind mir gute Bilder gelungen. Die Aufregung der beiden beruhigt sich jedoch schnell wieder und die Sache ist ausgestanden und alle Tiere liegen wieder ruhig im Wasser.

Gleich darauf erspähen wir eine große Gruppe Elefanten auf der anderen Seite und fahren hinüber. Auch hier kommen wir sehr nahe heran, und die großen männlichen Elefanten können sich in Szene setzen. Damit haben wir viel mehr Tierwelt gesehen als ich überhaupt erwartet hatte. Ich bin geplättet und denke, dass diese Bootsfahrt eine der besten Safaris war, die ich je unternommen habe.

Der Rest ist dann Routine. Wir fahren zurück zum Anleger und mit dem Truck zurück ins Camp. Nach dem sehr regnerischen Abend gestern müssen wir uns erst einmal alle neu organisieren. Heute bleiben wir vom Regen verschont, weil die Wolken über den Bergen hängen bleiben und sich dort abregnen.

Da wir heute im Camp Restaurant essen brauchten wir nicht selbst zu kochen, was die ganze Sache angenehmer macht. So können wir auch auf Philips 23. Geburtstag anstoßen und feiern. Zwischendurch bestaunen wir gleich hinter dem Camp noch einen sehr schönen Sonnenuntergang, bei dem sich das Rot der Sonne im von Flamingos besiedelten See spiegelt. So geht ein super schöner Tag zu Ende.