14. Tag (28. September 2016)

Wir stehen wieder früh auf und machen uns auf den Weg. Bevor wir unser heutiges Ziel, den Kalinzu Forest nach einer langen Fahrt erreichen machen wir noch einen Stopp am Äquator, um dort die entsprechenden Fotos zu machen. Nachdem es heute Morgen bei unserem Aufbruch bewölkt war, strahlt nun die Sonne vom Himmel. Es ist ein kleines Monument aufgestellt und ein breiter Strich über die Straße gemalt. Hier überqueren wir die magische Linie zischen nördlicher und südlicher Halbkugel. Das GPS zeigt exakt 0°0‘0“ an. In zwei Becken auf der nördlichen und südlichen Halbkugel wird uns die unterschiedliche Drehrichtung des Wassers auf Grund der Corioliskraft demonstriert. Es ist verblüffend, diesen Effekt zu sehen, obwohl nur wenige Meter entfernt von der Linie. Im Becken auf der Linie fließt das Wasser senkrecht zu Boden. Man könnte fast denken, dass die Becken dabei einen Einfluss haben, aber auch der Tausch der Becken ändert die Drehrichtung des Wassers nicht. Fast nicht zu glauben, dass dies innerhalb ein paar Metern stattfindet.

Nach dem Mittagessen wird das Wetter auf der Fahrt schlechter. Es fängt wieder an zu gewittern. Mal schauen, ob wir heute im Regen unsere Zelte aufbauen müssen, oder ob es gegen Abend wieder aufklart.

Wir kommen gerade kurz vor dem Gewitter am Camp an. Es fängt bereits an zu regnen und wir stellen unter Hochdruck die Zelte auf, werden aber trotzdem nass und können uns anschließend an der Rezeption unter das Vordach stellen. Der Regen lässt auch nach einer Stunde nicht nach. Ich rechne schon damit, dass unser Abendessen heute ausfällt, aber wir können uns unter dem Vordach einer angrenzenden kleinen Schule einrichten. Die Kochgruppe macht eine tolle Arbeit unter erschwerten Bedingungen und wir bekommen was Warmes in den Magen. Zum Essen dürfen wir uns ins einzige Klassenzimmer setzen. Die Tische und Bänke sind entsprechend klein und wir sitzen in der Dunkelheit mit unseren Stirnlampen im Kreis und genießen die warme Mahlzeit und wärmen uns dabei wieder auf. Irgendwie eine tolle Atmosphäre. Der Abwasch wird ebenfalls draußen unter dem Vordach gemacht. Anschließen ziehen sich die meisten in den Truck zurück und verbringen dort Zeit mit Kartenspielen. Als jedoch, durch das Licht angelockt, ein ganzer Schwarm riesiger Insekten einfliegt verziehe ich mich nach draußen und entscheide mich, den Tag sehr früh zu beschließen und mich schlafen zu legen. Der Regen lässt inzwischen nach, und es gibt Hoffnung auf einen schönen Tag morgen.