7. Tag (22. April 2016)

Hlane Royal Nationalpark

Wir sind im Hlane Royal Nationalpark, und heute Morgen ging es nicht ganz so früh raus, aber ich habe mich entschieden, eine Buschwanderung mitzumachen. So sind wir also kurz vor Sonnenaufgang losgezogen und haben zu Fuß den Busch durchstreift. Es ist immer sehr schwierig, zu Fuß etwas zu entdecken, weil die Tiere schnell Reißaus nehmen, wenn sie Menschen hören. Einen Pavian konnten wir noch kurz sehen, als er von einem Baum herunter sprang und flüchtete. Ansonsten waren Löwen zu hören, und wir konnten Spuren von allerlei Antilopen sehen. Mir kam es aber hauptsächlich drauf an, einmal zu Fuß im Busch unterwegs gewesen zu sein, die Atmosphäre zu erleben und zu hören, wenn der Busch morgens erwacht.

Als wir nach mehr als zwei Stunden wieder im Camp zurück waren, gab es Frühstück. Danach sind wir alle mit dem Truck zu einer Kommune zu fahren, in der wir uns die traditionelle Lebensweise der Swasi anschauen und erklären lassen konnten. Dabei wurde/n uns die Lebensweise gezeigt, traditionelle Tänze aufgeführt und ausführlich unsere Fragen beantwortet. Nach eineinhalb Stunden haben wir die Kommune wieder verlassen und sind zurück ins Camp zum Mittagessen.

Am Nachmittag habe ich einfach meine Matratze in den Schatten geworfen und mich für eine Stunde hingelegt. Am späten Nachmittag habe ich dann noch einen zusätzlichen Game Drive mitgemacht, um so viel Zeit wie möglich damit zu verbringen, nach Tieren Ausschau zu halten. Alle anderen übrigens auch. Wir sind wieder mit einem kleineren Safari Fahrzeug unterwegs. Der Park ist in verschiedene Gebiete aufgeteilt, da er von der Fläche her nicht ohne diese Regularien funktionieren würde. Wir fahren deshalb langsam durch den Park und treffen auf einen alten Elefantenbullen mit beachtlichen Stoßzähnen. Die Abendsonne gibt ihm einen ganz eigenen Glanz.

Wir sind aber im Grunde auf der Suche nach Breitmaulnashörnern. So fahren wir weiter und schauen angestrengt in den Busch, als ich plötzlich eines ziemlich versteckt entdecke. Wir stoppen das Fahrzeug und beobachten, was passiert. Es scheint sich etwas hinter uns in Richtung des Fahrwegs zu bewegen. Wir warten und versuchen, einen Blick drauf zu erhaschen. Es war richtig. Es kommt hinter uns aus dem Dickicht. Wir setzen etwas zurück und erkennen, dass es zwei Tiere sind, die uns nun im strahlenden Abendlicht direkt von vorne anschauen. Es ist unglaublich, dass sich zwei Nashörner nur rund fünfzehn Meter von uns entfernt befinden und wir uns gegenseitig beobachten. Nach einigen Minuten setzen sie ihren Weg fort und verschwinden wieder zwischen den Büschen. Auch wir fahren weiter und machen uns auf den Weg in den Bereich der Löwen.

Dort sehen wir zuerst einmal einen weiteren afrikanischen Sonnenuntergang und treffen kurz danach auf Löwen, die friedlich in Gras liegen. Es wird nun merklich dunkler, und sie machen sich wohl fertig, um auf die Jagd zu gehen. Wir beobachten sie noch eine Weile und als es zu dunkel ist, machen wir uns auf den Rückweg ins Camp. Heute bei Vollmond können wir auch noch einen großen roten Mond beobachten, der sich hinter dem Horizont erhebt. Es war wieder einmal eine sehr erlebnisreiche Safari.

Nach dem Abendessen setze ich mich noch eine Weile ans Wasserloch und genieße den lauen afrikanischen Sommerabend mit all seinen Geräuschen, bevor ich mich ins Zelt zurückziehe, weil es morgen wieder sehr früh rausgeht.