5. Tag (20. April 2016)

Blyde River Canyon

God’s Window

Nachdem wir gestern Abend noch schnell den Truck getauscht hatten und nun mit Nina unterwegs sind, machen wir heute einen Ausflug auf die Panorama Route in den Drakensbergen und fahren zum Blyde River Canyon. Es ist eine recht kurze Fahrt in die Berge, auf der wir durch einen riesigen aufgeforsteten Wald kommen, der für die Papier- und Möbelindustrie hier gepflanzt wurde. Unseren ersten Stopp machen wir am Zusammenfluss des Treur Rivers mit dem Blyde River. An dessen bizarren Erosionsformen der Bourke’s Luck Potholes nimmt der Blyde River Canyon seinen Ausgang.

Unseren zweiten Halt machen wir am Panorama-Aussichtspunkt von dem aus wir einen phantastischen Blick auf den sehr grünen und 700 m tiefen Canyon haben. Es ist ein faszinierender Blick in die Tiefe aber auch in das Tiefland des Krüger National Parks in der Ferne.

Wir fahren weiter und besuchen den Aussichtspunkt Wonder View, der seinem Namen alle Ehre macht und einen weiten Blick hinunter ins Land ermöglicht. Wenig später schauen wir uns noch den God’s Window Aussichtspunkt an und bekommen wieder eine andere Perspektive auf das Land zu unseren Füßen. Am Nachmittag rasten wir in einem Café, in dem sehr leckere Pfannkuchen serviert werden. Ich probiere einen mit Karamell und Vanilleeis und lande einen Volltreffer. Dann mache ich mich auf den Weg zum Supermarkt, um noch einen Adapter für die Steckdose zu kaufen und schlendere gleich darauf durch die Läden mit den handwerklichen Dingen, bevor es wieder zurück auf den Campingplatz geht. Dort machen wir uns noch ein wenig frisch.

Anschließend gehen Uli & Marion, Herrmann & Tina, sowie ich noch auf einen Nacht Game Drive, der auch gleich spektakulär beginnt. Wir treffen auf einen männlichen Elefanten, der direkt neben der Straße steht, so dass wir ihn in herrlicher Abendsonne direkt von vorne fotografieren können. Ein lang gehegter Wunsch wird wahr. Anschließend fahren wir auf einen Hügel hinauf, um unseren Sonnenuntergang bei einem Amarula Likör und ein paar Nüssen zu genießen. Es ist heute einer der typischen afrikanischen Sonnenuntergänge, die man aber auch nicht jeden Tag genießen kann. Die Sonne erscheint glutrot und geht hinter den Wolken und zwischen Felsen und Bäumen unter. Dabei ist es recht still und man kann die Tiere des Busches hören. Es ist ein tolles Erlebnis. Nun, nachdem die Dämmerung eingesetzt hat, schalten wir die Scheinwerfer an und es gibt auf jeder Seite noch ein Spotlight. So fahren wir langsam durch den nächtlichen Busch und halten Ausschau nach Augenpaaren, die im Licht der Lampen reflektieren. Es ist spannend und nach einer Weile sehen wir mehrere Augenpaare etwas links voraus. Da es recht viele sind, spekulieren wir auf Springböcke. Deshalb schalten wir den Motor ab und das Licht aus, um den Tieren Gelegenheit zu geben, weiter in Richtung unseres Weges zu gehen. Wir wollen nämlich in die Gruppe hineinkommen.

Plötzlich bewegt sich etwas auf der rechten Seite, wir bemerken einen großen Büffel und sind fasziniert. Unser Guide ahnt wahrscheinlich schon was kommt, und wir fahren ganz langsam weiter. Schließlich befinden wir uns mitten in einer großen Herde Wasserbüffel, die wie erwartet den Weg kreuzen. Darunter sind Mütter mit ihren Kälbern und auch große Bullen, die uns argwöhnisch beäugen. Nachts sehen die Büffel nicht gut und können uns deshalb in keiner Weise einschätzen. Deshalb ist die Situation nicht ganz ohne. Wir verhalten uns ruhig und warten ab. Als es etwas weniger Tiere werden, die den Weg kreuzen, fahren wir langsam durch. Eine unglaubliche Begegnung im nächtlichen Busch. Auf der Rückfahrt kreuzt auch noch ein großer männlicher Elefant hinter uns den Weg. Wir stoppen, fahren aber nicht zurück, weil nachts die Situation ebenfalls etwas heikel ist. So beobachten wir ihn mit einem entsprechenden Abstand, bis er im Busch verschwindet.

Wieder auf dem Campingplatz zurück lassen wir den erlebnisreichen Tag bei einem Bier Revue passieren.