21. Tag (19. November 2015)

Nebelwald

Monte Verde

Monte Verde

Baumgrubenviper

Monte Verde

Fledermaus - Monte Verde

Heute ist Aktionstag. Gleich nach dem Frühstück werden wir abgeholt und wandern einen Rundkurs, der über acht Hängebrücken durch den Regenwald führt. Von den Brücken aus ergeben sich tolle Aussichten von oben auf die sehr üppige Flora. Vor lauter Pflanzen ist es unmöglich, den Boden zu sehen, und man kann gut den immerwährenden Wettkampf um das meiste Sonnenlicht erkennen. Es ist so feucht, dass selbst jeder Baumstamm mit Moosen, Pflanzen oder Parasiten bewachsen ist. Dabei sind es vor allem die kleinen Dinge am Wegesrand, die so faszinieren. Ich bin über zwei Stunden unterwegs. Manchmal schimmert sogar die Sonne ein wenig durch, zumeist ist es jedoch bedeckt. Auch die Hängebrücken selbst sind klasse, wie sie schwankend über die Täler führen.

Wenig später hatten wir eine sogenannte Zipline-Tour gebucht, um an acht verschiedenen Seilrutschen über dem Dschungel von Monte Verde „schweben“ zu können. Als wir abgeholt werden, schüttet es, aber wir fahren alle trotzdem zum Ausgangspunkt. Dort werden wir mit der ganzen Ausrüstung ausgestattet, doch als wir bereit sind, regnet es immer noch heftig. Wir werden aber trotzdem zum Einweisungsplatz geschickt. Ich rechne schon damit, bis auf die Knochen nass zu werden, aber als wir alle dort stehen, sehen wir einen Blitz und hören heftigen Donner, so dass unser Start erst einmal verschoben wird. Gerade als wir den zweiten Versuch unternehmen wollen, gibt es wieder heftigen Donnerschlag. Daraufhin wird unsere Tour abgesagt. Sue telefoniert gleich mit Bec und wir vereinbaren, unsere Abreise morgen früh zu verschieben und die Tour gleich am Morgen nachzuholen. Dann hoffentlich bei besserem Wetter.

Am Abend findet unsere Nachtwanderung statt. Wir treffen uns wieder mit Roy, mit dem wir bereits gestern die Vogel-Tour gemacht haben und werden zuerst einmal mit Taschenlampen ausgerüstet. Gleich zu Beginn finden wir einen kleinen Glasfrosch. Gleich darauf gibt es sehr viele Spinnen, Käfer und anderes Getier zu sehen. Doch das Schönste ist, in der Nacht durch den Nebelwald zu laufen und die vielen Geräusche wahrzunehmen. Der Dschungel lebt! Auch ist es faszinierend wenn man in der Dunkelheit mit der Taschenlampe die grünen Blätter anstrahlt und das Grün dann noch leuchtender erscheint als bereits tagsüber.

Wir treffen auf eine Tarantel, die sich aus ihrem Loch locken lässt. Wir sehen noch ein Faultier im Baum und verschiedene Vögel, die auf einem Zweig sitzen und schlafen. Ein Highlight sind allerdings die drei grünen Baumgrubenvipern, die wir am Wegesrand entdeckt haben – eine davon ein Jungtier, welches noch eine gelbliche Färbung hat. Wir bleiben auf Abstand, da diese Schlangen recht tödlich sein können. Gegen Ende gehen wir noch an der Fütterungsstelle für Fledermäuse vorbei und schauen fasziniert zu, wie diese sich in der Dunkelheit perfekt zurechtfinden.

Im Hotel gibt es zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages noch ein leckeres BBQ.