19. Tag (17. November 2015)

Leguan

Manuel Antonio NP

Manuel Antonio NP

Jesus-Christus-Echse

Weißschulterkapuzineraffe

Weißschulterkapuzineraffe

Fairchild C-123

Um 07:00 Uhr zur Öffnung des Nationalparks stehen wir am Tor und gehen mit unserem Guide in den Park. Gleich zu Beginn treffen wir auf eine Radnetzspinne, in deren Netz der Tau in der Morgensonne glitzert. Wir sehen einen Käfer in der Blüte einer Strelitzie. Als nächstes erspähen wir eine farbenfrohe Krabbe, wobei ich zugeben muss, dass ich ohne den Guide gar nichts entdeckt hätte. Man muss eben schon sehr genau wissen, wo man schauen und suchen muss. Exemplare von Tausendfüßlern hängen an einem Blatt. Immer wieder sind die großen blauen Morphofalter zu sehen, die durch die Luft zu tanzen scheinen. Dabei sind ihre Flugbewegungen so sprunghaft, dass gar nicht daran zu denken ist, diese zu fotografieren. Hoch oben in einem Baum entdecken wir ein Faultier, welches sich zu unserer Verwunderung sogar bewegt. Wenig später sehen wir noch Weißschulterkapuzineraffen und erreichen dann den zentralen Ort des Nationalparks, an dem sich die Wege kreuzen. Auf der Suche nach einem Raubzug aus den Rucksäcken rennt uns noch schnell ein Waschbär zwischen den Füssen durch, so dass wir nun genau verstehen, warum es verboten ist, Nahrungsmittel mit in den Park zu nehmen. Wenn man sich so umschaut kann man es kaum glauben, dass vor rund sechzig Jahren hier eine Bananenplantage existierte und der Wald sich dieses Gebiet wieder zurückerobert hat. Hier verabschieden wir unseren Guide, und jeder hat nun Zeit für sich.

Ich gehe an den Strand hinunter, wobei es sich im Grunde um zwei Strände handelt, weil es eine Art Doppelbucht ist. Auf der westlichen Seite mit der Sonne im Rücken lege ich meine Sachen ab und springe in den tropisch wärmen Pazifik. Die Wellen sind klasse und der Sandstrand ein Traum. Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mich unter einen großen schattenspendenden Baum legen und den Tag einfach hier verbringen. Nach der Abkühlung mache ich mich auf einen Rundweg, der über eine Landzunge verläuft. Es bieten sich zwischendurch immer wieder tolle Ausblicke auf den Pazifik und die kleinen Inseln – speziell weil die Sonne wieder scheint. Nach der Rückkehr von der Landzunge wollte ich noch ein weiteres Mal ins Wasser, diesmal an einem weiteren Strand. Deshalb habe ich mich auf den Weg in eine andere Ecke des Parks gemacht. Die Strecke dorthin war sehr schön, der Strand selbst nicht so. Er war recht klein, und im Wasser gab es sehr viele Steine und Felsen. Als ich mich schließlich auf den Weg zum Parkausgang machte, war es enorm warm und ich hatte Durst. Da ich kein Wasser mehr übrig hatte habe ich gleich am Tor eine Kokosnuss gekauft und getrunken. Herrlich und sehr erfrischend. Wieder im Hotel zurück nahm ich erst einmal schnell eine Dusche und wechselte in frische Klamotten, um mich bereit zu machen für eine Bootstour durch die Mangroven am heutigen Nachmittag.

Die Fahrt dorthin ist nicht sehr weit. Sinisa und ich sind auf der Tour nur zu zweit und besteigen mit unserem Bootsführer Alex das Boot. Generell war die Fahrt sehr entspannt, und wir konnten sehr viele Tiere sehen: Weißschulterkapuzineraffen, die aus der Hand gefressen haben. hunderte Wasserläufern sind in die Höhe gesprungen, als Alex einen lauten Knacklaut ausgestoßen hat. Sehr lustig! Wir haben verschiedene Arten des Kingfisher Vogels zu Gesicht bekommen und stießen auch auf Leguane. Eine Jesus-Christus-Echse rannte über das Wasser, was wirklich spektakulär aussieht, und eine zweite hat wenig später Alex aus der Hand gefressen, was auch sehr außergewöhnlich ist. Ein weiteres Highlight war, dass Alex eine Gruppe Weißschulterkapuzineraffen gerufen hat, die dann auch tatsächlich am Ufer erschienen sind. Zwei davon haben uns tatsächlich aus der Hand gefressen und sind auf unseren Kopf und die Schulter gesprungen. Echt ein Erlebnis. Als es dann wieder zurück ging, konnten wir zu guter Letzt auch noch ein kleines Krokodil am Ufer erspähen.

Am Abend sind wir dann alle zusammen in ein recht spezielles Restaurant gegangen, welches aus einem alten Transportflugzeug, einer Fairchild C-123, gebaut wurde. Der Sonnenuntergang ist zwar ausgefallen, der Blick auf die Küste aber war trotzdem toll, und das Steak hat super geschmeckt. Wir sind dann nach dem Essen noch in die Bar, die sich natürlich im Flugzeugrumpf befand. Mit dem Taxi ging es am Ende zurück ins Hotel.