9. Tag (29. Dezember 2014)

Bariloche

Bariloche

Bariloche

Ich habe super geschlafen, da ich nach den letzten Nächten einen Raum hatte, in dem es keine Schnarcher gegeben hat. Nach dem Frühstück im Hostel habe ich keine Ahnung, was ich heute hier in Bariloche machen soll. Rob bietet an, mit dem Truck Richtung Nationalpark zu fahren, da es mit den Bustickets nicht so richtig geklappt hat. Ich setze mich einfach hinein, weil ich keinen anderen Plan habe. Ich denke, dass ich vielleicht dort am See etwas herumlaufen kann, aber an der Stelle, an der uns Rob absetzt, ist irgendwie nichts. Die anderen gehen direkt zu einem Fahrrad Verleih und ich schließe mich einfach an. So bin ich den ganzen Tag auf der Ringstraße mit einem geliehenen Mountain-Bike unterwegs. Die Strecke ist recht hüglig und führt an sehr vielen herrlichen Aussichtspunkten vorbei. Die Landschaft ist so pittoresk, dass man aus jedem Winkel einen neuen, bildschönen Blick hat. So strample ich die Straße entlang und mache einen Abstecher zur Villa Tacul. Dort führt die staubige Schotterpiste recht steil bergab. Die Bucht ist ebenfalls sehr schön. Nach einer Weile schließt Judith, unsere Jüngste in der Gruppe, zu mir auf und wir fahren gemeinsam noch zum anderen Seitenweg des Abstechers. Dabei sehen wir ein Schild, das auf einen Wanderweg nach Bariloche hinweist. Wir entscheiden uns, diesen Wanderweg für den Rückweg zur Straße zu nehmen, da er wohl deutlich interessanter ist als die Schotterpiste mit dem ganzen Staub der Autos.

Wir fahren weiter und erreichen eine Stelle, an der ein gesprengter Bunker steht. Ich bin etwas irritiert, so etwas hier zu sehen. Durch Zufall ist ein anderer Deutscher hier, der mich zuvor bereits nach dem Weg zu einem Bunker gefragt hat, und dem ich nicht antworten konnte. Ichn nutze die Gelegenheit und frage ihn, was es damit auf sich hat. Er erklärt mir, Freunde der Nazis hätten diesen Bunker noch vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs für ihren Führer gebaut, falls er sich hätte nach Argentinien zurückziehen wollen. Er war nie hier, der Bunker wurde aber erst 1997 von der argentinischen Armee gesprengt. Eine unglaubliche Geschichte, deren Wahrheitsgehalt ich nicht prüfen kann. Aber es ist ja bekannt, dass viele Nazis nach dem Krieg nach Bariloche gekommen sind.

Nun ja, wir machen uns auf den Rückweg und nehmen den Wanderweg. Dieser führt recht steil bergan und wir müssen ordentlich strampeln, schaffen es aber schließlich an eine Kreuzung mit Schildern. Auf einem der Schilder steht Llao Llao und Judith ist der Meinung, es müsse sich um das Llao Llao Hotel handeln und wir somit zur Straße zurück kämen. So folgen wir diesem Weg. der immer schmaler wird und weiterhin ansteigt. Wir wuchten die Räder nach oben und bezweifeln allmählich unserer Annahme. Schließlich fragen wir Leute, die uns entgegen kommen, ob es hier zur Straße gehe. Wir erfahren, dass es hier zum Gipfel des Llao Llao geht und nicht zum Hotel. Wir sind etwas schockiert, lassen aber spontan unsere Räder stehen und entscheiden uns, den Gipfel zu Fuß zu erklimmen. Unser Fehler an dem Abzweig wird mit einem phantastischen Ausblick auf den Largo Nahuel Huapi belohnt. Als wir danach an der Abzweigung die richtige Richtung einschlagen, können wir den Weg sogar mit den Rädern fahren und erreichen auch die Straße recht schnell. Wir machen noch einen Stopp in einem Café um eine kalte Cola zu trinken und kommen nach rund sechs Stunden wieder zum Fahrrad-Verleih zurück. Es war heute sehr spontan, aber ein wunderschöner Tag. Wieder im Hostel zurück ist die Dusche sehr erfrischend. Meine Klamotten lasse ich auch zum ersten Mal waschen und so bin ich wieder organisiert.

Am Abend gehen wir ins Steak House an der Hauptstraße und genießen mal wieder Fleisch. Da die Steaks hier so groß sind bestelle ich nur eine halbe Portion mit Salat und bin absolut satt davon. Es ist sehr lecker.