7. Tag (27. Dezember 2014)

Villarrica

Villarrica

Der Wecker klingelt sehr früh und elf von uns machen sich auf den Weg, um den Vulkan Villarrica zu besteigen. Er ist einer der wenigen aktiven Vulkane bei dem sich im Krater ein Lava See befindet.

Es ist die populärste Tour, die man hier in Pucon machen kann. Wir fahren mit einem Minivan den Berg hinauf, nachdem wir unsere Ausrüstung dafür bekommen haben. Der Aufstieg startet auf rund 1.400m Höhe und führt zum 2.867m hohen Gipfel. Also reichlich Höhenmeter für einen Tag. Unsere erste Etappe auf Lava-Geröll führt an einem Skilift entlang bis auf 1.800m. Ich merke dabei bereits, dass ich nicht in guter Kondition bin und es heute wohl hauptsächlich auf meinen eisernen Willen ankommen wird. Wir machen eine Pause und nehmen unseren Eispickel vom Rucksack, da ab hier das Schneefeld beginnt. Wir steigen weiter. Das Tempo ist meines Erachtens recht hoch, da wir dabei sind, andere Gruppen am Berg zu überholen. Ich bin schon ziemlich am Anschlag, laufe aber weiter. Nach einer weiteren Stunde machen wir Rast. Der Ausblick in das umliegende Land ist traumhaft. Wälder, Seen und weitere schneebedeckte Vulkane prägen das Bild. Es motiviert weiterzumachen. Wir nehmen glücklicherweise das Tempo etwas runter und haben den freien Blick auf den Gipfel, nachdem wir einen Sattel erreichen. Überall auf dem weißen Schnee sind Dutzende von schwarzen Punkten zu erkennen, die sich den Berg hoch kämpfen. Wir haben noch zwei Stunden vor uns. Ich setzte einen Fuß vor den anderen, ohne auf die umliegende Szenerie zu achten. Im Moment zählt nur noch das Ankommen. In den zwei folgenden Pausen ziehe ich weitere Klamotten an, denn es wird merklich kühler und der Wind pfeift sehr kräftig. Meine Klamotten halten dem jedoch stand und ich fühle mich wohl. Ich konzentriere mich auf den nächsten Schritt und plötzlich sind wir nach knapp über fünf Stunden oben. Der Ausblick ist grandios, sowohl ins Land hinaus als auch in den Krater hinab. Der Lavasee ist leider nicht zu sehen, weil er zu tief unten liegt und die Wände zu steil sind. Dafür kann man die Gase riechen, die einem den Atem rauben, wenn der Wind diese nicht gleich an uns vorbei treibt. Wir bleiben eine halbe Stunde oben und genießen den Ausblick. Es sind natürlich mit uns mächtig viele andere Wanderer hier, dies stört jedoch kaum. Im Abstieg sollen wir auf dem Hosenboden das Schneefeld hinunter rutschen. In unserem Rucksack sind dazu alle notwendigen Dinge mit dabei. Nach einer kleinen Überwindung am Anfang macht es höllisch viel Spaß, den Berg hinunter zu sausen. In mehreren Abschnitten rutschen wir fast zwei Kilometer und 1.400 Höhenmeter den Berg hinunter. Es ist mit Abstand die einfachste, und die am wenigsten kraftraubende Art des Abstiegs. Echt super-cool! Die letzten Meter zum Minibus schaffen wir dann auch noch, und ich freue mich sehr, als dort jemand eiskalte Cola verkauft. Die Dose ist jetzt genau das Richtige und extrem lecker.

Mit dem Minibus sind wir recht schnell wieder in der Stadt zurück und können uns noch ausruhen, frisch machen und was essen gehen, bevor uns Tig am Abend zu den Thermalquellen fährt. Die Thermalquellen sind sehr schön gelegen. Die warmen Becken sind von Natursteinen eingerahmt und es ist eine Wohltat sich hineinzusetzen. Auch ein Sprung in den Fluss ist sehr erfrischend. So kann ich meinen strapazierten Muskeln eine Wohltat zukommen lassen -. einfach herrlich! Es ist bereits dunkel, als wir uns auf den Rückweg machen. Somit geht ein langer und ereignisreicher Tag zu Ende.