35. Tag (24. Januar 2015)

Buckelwal

Zwergwal

Seeleopard

Nach einer kurzen Nacht ankern wir vor der Brown Basis in der Skontrop Cove und können gleich einen Buckelwal vom Schiff aus beobachten. Danach noch schnell frühstücken und dann geht es an Land. Wieder mit den Zodiacs fahren wir zur Brown Station, eine von Argentinien betriebene Station. Gleich nach dem Landgang besteigen wir den Hügel hinter der Station und erhalten einen phantastischen Ausblick über die Paradise Bay mit ihren vielen Eisbergen. Diese Bucht erhielt ihren Namen wohl nicht wegen ihrer Schönheit, sondern verdankt ihren Namen eher den außerordentlich guten Fängen der ersten Walfänger hier. Da die Pinguinkolonie hier nicht so spannend ist, beginnen wir eine lange Zodiac-Cruise. Wieder sehen wir Pinguine im Wasser und können mehrmals einen Buckelwal beobachten. Vielen spektakulären Eisbergen mit unzähligen Formen und faszinierenden Farben konnten wir ganz nahe kommen. Am Versuch ein kleines, glasklares Stück Eis für unsere abendlichen Cocktails in der Schiffsbar ins Boot zu hieven scheitert an der sehr glatten Oberfläche und am unterschätzten Gewicht.

Es ist immer noch stark wolkenverhangen, so dass leider das Eis nicht so herrlich leuchtet wie man es erwarten würde. Auf dem Rückweg zum Schiff sehen wir an der Küste noch nistende Kormorane und verweilen dort eine Zeit.

Wieder an Bord und der ganzen Klamotten entledigt gibt es wieder einmal sehr leckeres Mittagessen. Generell muss man sagen, dass die Verpflegung an Bord sehr gut ist. Wir haben heute Nachmittag etwas Zeit, da wir uns auf der Fahrt nach Pleneau Island befinden. Dabei verbringe ich die meiste Zeit an Deck oder auf der Brücke, wo es natürlich deutlich wärmer und angenehmer ist. Während unserer Fahrt durch den berühmten, elf Kilometer langen, Lemaire Canal stehen die meisten auf dem Peildeck um die spektakuläre Durchfahrt in vollen Zügen genießen zu können. Der Kanal ist nur 500m schmal und von bis zu 800m hohen Bergen auf beiden Seiten eingerahmt. Die Gipfel sind heute jedoch nicht zu sehen, da die Wolken tief hängen. Trotzdem bin ich sehr beeindruckt, da wir in diesem Kanal auch noch um diverse Eisberge herum manövrieren müssen.

Gleich danach ankern wir am Rande der Pleneau Bay und befinden uns im Wunderland voll mit Eisbergen in allen Größen und Formen. Wir unternehmen eine mehrstündige Zodiac-Fahrt zwischen den Giganten aus Eis. Gleich nach dem Ablegen kommt ein Zwergwal neugierig ans Boot und umkreist uns mehrfach. Anschließend taucht er unter unserem Zodiac durch. Er ist so nah am Boot das ich von seinem Blas nass werde. Unglaublich und ein absolutes Highlight. Wir fahren weiter und entdecken unzählige Forme, Löcher und Tunnels im Eis. Auf einer flachen Eisscholle treffen wir auf einen Seeleoparden und einen Krabbenfresser. Zwischendurch sind immer wieder Pinguine beim Schwimmen zu sehen. Es ist immer wieder lustig, die Pinguine zum Atmen aus dem Wasser springen zu sehen. Flupp, flupp, flupp. Auch die Farben des Eises sind immer wieder unterschiedlich. Grün unter Wasser und Blau an der Luft.

Wir sind wieder an Bord und essen zu Abend, als die Wolken aufreißen und die Abendsonne noch heraus kommt. Unser Expeditionsleiter entscheidet spontan, nochmal mit den Zodiacs raus zu fahren. Also noch mal rein in die Klamotten und in die Zodiacs. Das Licht ist besonders toll. Das Eis bekommt einen orangenen Überzug und stellt sich wieder ganz anders dar.

Gleich nach dem Losfahren sehen wir drei Buckelwale und fahren in deren Richtung. Sie sind am Fressen und es ist immer wieder die Fluke beim Tauchen zu sehen. Wir verbringen eine ganze Weile mit den Buckelwalen, und als diese schließlich außer Sichtweite sind, schauen wir noch an der Pinguin-Kolonie vorbei und betrachten die Eisberge im sich verändernden Licht. Als wir wieder zum Schiff aufbrechen wollen merken wir, dass die Polar Pioneer bereits Anker gelichtet und Fahrt aufgenommen hat. Es komisches Gefühl, das Schiff in Fahrt zu sehen. Sie werden schon wieder stoppen und uns mitzunehmen, aber trotzdem. So fahren alle Zodiacs dem Schiff hinterher und warten darauf, dass es anhält. Anatoli lass uns nicht zurück! Wir kommen wieder an Bord und erfahren, dass es nötig war das Schiff zu bewegen, da die Eisberge dem Schiff zu nahe gekommen waren.