33. Tag (22. Januar 2015)

Nach einer angenehmen Nacht ist die See vor dem Bullauge nicht mehr ganz so rau, aber das Schiff rollt trotzdem noch merklich. Draußen herrscht seit gestern immer noch Nebel, so dass kaum etwas zu sehen ist. Zum Ende des Tages sollten wir die South Shetland Inseln erreichen und die Drake Passage hinter uns gelassen haben.

Gleich nach dem Frühstück gibt es wichtige Unterweisungen darüber, wie man sich auf Landgängen zu verhalten hat. Gleich im Anschluss wird uns das Einsteigen in die Zodiacs, die stark motorisierten Schlauchboote, erklärt.

Nach dem Mittagessen machen wir unsere Klamotten für die zukünftige Landung in der Antarktis fertig, indem wir diese mit einem Staubsauger absaugen, um wirklich alle pflanzlichen Reste, die sich hauptsächlich in den Klettverschlüssen gesammelt haben, los zu werden. Es ist strikt untersagt, irgendetwas mit an Land zu bringen, ob bewusst oder unbewusst. Deshalb müssen unsere Gummistiefel auch nach jeder Rückkehr aufs Schiff gereinigt und desinfiziert werden, damit Bakterien, Mikroben oder anderes nicht von einer Insel zur nächsten verschleppt werden.

Schließlich erreichen wir die South Shetland Inseln. Die Sicht auf die ersten Inseln ist durch die Wolken eingeschränkt, aber trotzdem ist der Blick auf die Uferlinie der Inseln beeindruckend. Als wir durch den Englischen Kanal zwischen den Inseln fahren, sehen wir vom Schiff aus die ersten Pinguine im Wasser schwimmen. Das Auftauchen zum Luftholen geht so schnell, dass man kaum sehen kann, woher sie kommen und in welche Richtung sie schwimmen. Kurz danach sollen wir uns für unseren ersten Landgang präparieren. Schlicht gesagt, alles anziehen, was man für Kälte und viel Wind benötigt. So eingepackt stehen wir mit unserer Schwimmweste an Deck und warten schon gespannt darauf, in die Zodiacs umzusteigen. Unser Expeditionsleiter Howard prüft die Lage und kommt mit schlechter Nachricht zurück. Zu viel Wind und zu hoher Wellengang. Das bedeutet, dass unsere erste Landung heute ausfällt. Der Geruch der Pinguine liegt jedoch für jeden unverkennbar in der Luft. Als wir wieder unter Deck sind, wird wieder alles ausgezogen. Flexibel wie wir sind, holen wir heute Abend das Willkommen des Kapitäns nach, welches wir dies gestern in der Drake Passage, auf Grund der Wetterbedingen verschoben haben. Die Antarktis begrüßt uns somit ausgesprochen missmutig. Eine halbe Stunde später jedoch reißt der Himmel auf, und die Sonne zeigt sich für uns das erste Mal über dem siebten Kontinent.