3. Tag (23. Dezember 2014)

Vina del Mar

Vina del Mar

Valparaiso

Valparaiso

Nach 12 Stunden Schlaf stehe ich auf und mache mich gleich auf den Weg, da ich heute nach Valparaiso an die Küste runter will. Zuerst mit der Metro zur Estation Central, von dort aus fahren die Busse. Die Fahrt an die Küste hinunter ist sehr interessant und mir fällt immer wieder auf, mit welch groß dimensionierten Bergen man es in den Anden zu tun hat. Nach mehr als zwei Stunden komme ich an. Da ich für die Stadt-Tour in Valparaiso etwas zu spät dran bin und diese somit auf den Nachmittag verschieben muss, fahre ich zuerst nach Vina del Mar. Auf dem Weg zur U-Bahn komme ich am lokalen Markt vorbei. Die vielen Händler und Käufer veranstalten ein großes Drunter und Drüber, so dass man kaum durchkommt. Die Auswahl an angebotenen Waren ist riesig. Nach einer weiteren halben Stunde bin ich schließlich in Vina del Mar. Ich habe keine Ahnung und auch keinen Plan was man dort tun kann. Deshalb will ich zuerst an die Küste, die ich auch nach kurzem Fußmarsch gleich finde. Ich folge der Küste bis zur Playa el Sol und schaue mir das Treiben am Strand an. Zwischendurch eine Pause in einem Café mit herrlichem Blick auf die See und Valparaiso im Hintergrund. So verbringe ich den Vormittag. Dann kehre ich um und gehe in die andere Richtung. Auf dem Cerro Castello kann man den Palast Castillo Brunet von außen anschauen, sowie ebenfalls von außen einen kurzen Blick auf den Sommersitz des Chilenischen Staatspräsidenten werfen. Wieder an der Küste kann ich noch einen schönen Blick auf Adolfos Wulfs Castle werfen, bevor ich wieder in die Metro steige. Sie bringt mich schnell wieder nach Valparaiso und ich begebe mich zum Treffpunkt der Tour. Unterwegs komme ich noch am Hamburg Restaurant vorbei und schaue kurz hinein. Erinnert mich gleich an den Old Commercial Room in Hamburg: Überall Bilder und andere Gegenstände aus vergangenen Seefahrttagen an der Wand und auf der Bar jede Menge auf Hochglanz polierter Schiffsglocken.

Gabriella führt die Tour und ich bin überrascht, dass immerhin 15 Leute daran teilnehmen wollen. Valparaiso ist extrem bergig und man muss sich eigentlich die Frage stellen, warum ausgerechnet hier diese Stadt entstanden ist. Zuerst fahren wir mit einem der berühmten Aufzüge hinauf, dem Ascensor Reina Victoria. Die Stadt besitzt 14 davon, die alle zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Bei den Aufzügen handelt es sich im Grunde um kurze Standseilbahnen, jedoch mit einem extrem steilen Gefälle. Oben angekommen haben wir natürlich gleich einen tollen Blick über die Stadt. Nach dem Verlassen des Aufzugs können wir auch schon die ersten bewundernswerten Wandgemälde betrachten, für die Valparaiso so berühmt ist. Außer der einmaligen Architektur der Häuser haben auch diese Gemälde dazu beigetragen, dass die Altstadt zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Wir kommen am Lukas Museum, am Palaco Yugoslavico eines reichen Salpeterhändlers und an vielen anderen bemerkenswerten Gebäuden vorbei. Zwischendurch lässt uns Gabriella noch etwas Zeit um was zu essen und ein wenig die Gedanken schweifen zu lassen. Die Tour endet an der Sotomayor, bzw. am Hafen, in dem gerade ein großer Containerfrachter entladen wird.

Ziemlich geschafft nehme ich gleich die Metro zum Bus-Terminal. Dort herrscht ein ziemliches Gedränge von Reisenden, die vor Weihnachten noch wo hinwollen und Händlern, die diesen Leuten noch die letzten Geschenke verkaufen wollen. Ich schlängele mich durch und bekomme auch gleich eine Fahrkarte für den nächsten Bus. Jeder einzelne Busbetreiber fährt hier alle 20 Minuten zwischen Valparaiso und Santiago hin und her. Echt enorm. In Santiago zurück steige ich schon an der Station Pajaritos aus-, und in die Metro um, was viel schneller geht, als sich mit dem Bus im Verkehrschaos in die Stadt zu quälen.

Wieder zurück muss ich leider feststellen, dass mein gestern besuchtes Steak House leider komplett ausgebucht ist und so muss ich mit einer Pizza beim Italiener gegenüber vorlieb nehmen.