24. Tag (13. Januar 2015)

Refugio Pudeto

French Vally

Unser erster ganzer Tag im Park. Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Truck zur Anlegestelle des Katamarans am Refugio Pudeto, der uns über den See Peohe zum Refugio Paine Grande bringt, dem Ausgangspunkt unserer ersten Wanderung. Wir haben Gepäck für die Nacht mitgebracht, welches wir im Refugio lassen, da wir hierher zurückkehren und heute Nacht hier zelten werden. Der Katamaran ist schon ziemlich voll, und hier am Paine Grande merkt man deutlich die Hochsaison. Es stehen hier hinter dem Refugio noch Dutzende von Zelten in allen Farben. Wir können unser Zelt noch nicht beziehen, so lagern wir unser Gepäck ein und machen uns in Gruppen auf den Weg zum Gletscher Grey. Wir folgen dem Weg gleich hinter dem Refugio. Es ist schon recht windig, aber uns wird schnell warm, so ziehen wir erst einmal Kleidung aus. Als wir das etwas geschützte Tal verlassen und auf eine Anhöhe kommen wird der Wind stärker. Also wieder Anorak an. Die Ausblicke werden besser. Die Sonne scheint und die Wolken werden über den Himmel getrieben. Es ist verrückt, hinter jeder Ecke ist es wärmer, kälter, mal mit mehr oder weniger Wind. Deshalb bin ich laufend dabei, den Reißverschluss auf- und zuzumachen, die Kappe aufzusetzen und wieder runter zu nehmen, oder die Kapuze des Anoraks aufzusetzen und fest zu ziehen.

Wir kommen an der Lagune Los Patos vorbei und haben den ersten Blick auf den Largo Grey. Der Weg ist ein wenig hügelig. Wir kommen immer wieder an kleinen Tümpeln vorbei und aus jedem der Wasserläufe, die wir queren, kann man seine Wasserflasche auffüllen. Schließlich erreichen wir einen Aussichtspunkt von dem wir einen tollen Blick auf den Gletscher Grey haben. Dieser ist zwar noch einige Kilometer entfernt, aber wir haben heute für diesen Ort exzellentes Wetter und genießen einen freien Blick bis zum großen patagonischen Eisfeld, aus dem alle Gletscher hier entspringen. Es ist unglaublich, wie sich das Lichtspiel zwischen Sonne, Wolken, dem Eis und dem Wasser des Sees aufbaut und ändert, weil alles vom Wind dirigiert wird, der uns fast vom freistehenden Felsen bläst. Dabei haben wir laut Aussage unseres Guides heute gutes Wetter, denn normalerweise ist der Wind hier noch viel stärker, so dass man sich hier kaum aufhalten kann. Es ist kaum vorstellbar. Wir machen uns auf den Rückweg, wobei jetzt jeder für sich in seinem eigenen Tempo geht. Ich lasse mir Zeit und genieße die Aussichten und beobachte die Eisberge auf dem Largo Grey. Wieder zurück im Refugio sind die Zelte noch nicht fertig zum Beziehen, so dass ich die Zeit nutze und einen kleinen Hügel hinter dem Refugio besteige, um den Ausblick auf das Paine Massiv zu genießen.

Wir sitzen im Refugio zusammen und finden heraus, dass es Rotwein im Tetra Pak gibt. So stehen schnell ein paar davon auf dem Tisch und wir unterhalten uns bis zum Abendessen. Es war ein langer Tag, der Rotwein stiegt mir schnell in den Kopf und so verabschiede ich mich sehr früh in meinen Schlafsack.