21. Tag (10. Januar 2015)

Ushuaia

Ushuaia

Leuchtturm an Ende der Welt

Beagle Channel

Es hat diese Nacht immer mal wieder bis in den Morgen geregnet, aber beim Aufstehen ist es wieder trocken und sogar etwas sonnig. Ich bin heute auf dem Weg in den Nationalpark hier in Ushuaia und habe bereits beim Abholen ein nicht so gutes Gefühl was die Tour angeht. Es kommt ein riesiger Bus. Ich bin der Erste der eingeladen wird und nach einer Stunde haben wir dann alle Passagiere an Bord. Zuerst geht es an die Bahnstation für den Dampfzug am „Ende der Welt“. Auch hier dauert es ewig bis alle in den Zug verfrachtet sind. Ich lasse diese Option aus, da die Fahrt für meinen Geschmack überteuert ist und wir außerdem in Europa genügend Dampfeisenbahnen haben, mit denen wir fahren können. Also laufe ich in der Zwischenzeit ein bisschen an der Küste des Beagle Kanals entlang. Die Aussicht ist toll und der Wanderweg recht einladend, aber nach 20 Minuten muss ich schon wieder am Bus sein um die anderen von Zug abzuholen.

Danach fahren wir zum Largo Roca, auch hier ist es landschaftlich sehr schön, aber der enge Zeitplan drängt. Die letzte Station im Nationalpark ist das Ende der Panamericana, die rund 25 km hinter Ushuhaia am Beagle Kanal endet. Hier ist die Hölle los. Die großen Busse stehen mit laufenden Motoren in Reih und Glied. Leider nicht alle, denn als wir schließlich wieder in die Stadt zurückfahren wollen springt unser Bus nicht mehr an. Die Aufregung ist groß, und unzählige Leute diskutieren aufgeregt. Ich ergreife die Chance und gehe gleich mit, als ein argentinisches Pärchen um eine andere Mitfahrgelegenheit bittet, weil sie noch am Nachmittag einen Termin zu einer Bootsfahrt haben. Somit sitze ich in einem der zahlreichen anderen Tour Busse und bin auf dem Weg zurück in die Stadt.

Dort angekommen gehe ich noch Geld wechseln und schlendere ein wenig am Hafen entlang. Dann ist es auch Zeit für meine Bootsfahrt auf dem Beagle Kanal. Ich gehe an Bord eines kleinen Boots und verlassen den Hafen. Der Wind ist ziemlich stark. Ich ziehe mir die Kapuze über den Kopf, die Handschuhe an und ziehe den Reißverschluss bis zum Anschlag hoch. Gleich nachdem wir den schützenden Hafen verlassen haben erfasst der Wellengang auch schon unser Boot, welches heftig anfängt zu schaukeln. Vielleicht ein kleiner Test für meine Antarktisreise, an die ich hier in Ushuaia doch schon einige Male denken muss, obwohl es noch ein paar Tage hin sind bis es dorthin losgeht. So schaukeln wir also raus auf den Beagle Kanal, und der Blick zurück auf die Stadt und die dahinterliegenden Berge wird immer besser. Über Ushuaia schüttet es gerade und wir haben hier fast Sonnenschein. Wir fahren zuerst die Insel der Kormorane an und ich wünschte, ich hätte mein großes Teleobjektiv heute mitgenommen. Dieses aber liegt im Hostel. Weiter geht’s zur Insel der Seelöwen. Auch hier gibt es tolle Szenen, denn die Jungen können noch nicht so alt sein, da auf den Felsen immer noch Blut und teilweise Nabelschnüre von den Geburten zu sehen sind.

Wir fahren den Beagle Kanal weiter nach Osten und kehren erst beim Leuchtturm wieder um. Dieser wird fälschlicherweise immer für den berühmten Leuchtturm aus dem Roman von Jules Verne „Der Leuchtturm am Ende der Welt“ bezeichnet. Aber egal. Er sieht toll aus und macht sich gut auf den Bildern. Im Anschluss machen wir uns auf den Weg zu unserer letzten Station. Wir machen Halt an der Bridge Island und gehen an Land. Der Ausblick ist in alle Richtungen super schön und ändert sich mit den Wolken und Wetter innerhalb weniger Minuten. Die Tour ist klasse und sicherlich ihr Geld wert. Wieder zurück im Hafen gehe ich, nach einem langen Tag recht ausgelaugt, zum Abendessen wieder ins „La Estancia“. Nach einem aufregenden Tag bin ich am späten Abend wieder im Hostel zurück und gehe nach einem Bier mit vielen Eindrücken ins Bett. Morgen verlassen wir Ushuaia und machen uns auf die rund 1.000km zum Torres del Paine Nationalpark, meinem Höhepunkt auf der Patagonien Tour.