16. Tag (05. Januar 2015)

El Chalten

El Chalten

Der Wind heute Nacht zerrt und reißt so stark am Zelt, dass ich ein paar Mal aufwache und mich frage, ob das Zelt wohl halten wird oder ob ich damit weggeblasen werde. Am Morgen ist der Wind immer noch so stark, dass wir in der Kochgruppe beim Frühstück machen, irgendwie alles festhalten müssen, obwohl zwei Trucks als Windschutz beieinander stehen und wir unter einer Plane kochen, die dazwischen aufgespannt ist.

Wir gehen zum Reiten heute. Der Himmel ist wieder strahlend blau. Wir werden abgeholt und den Fluss hinauf gefahren. Als wir aussteigen, gilt es zuerst eine recht wackelige Hängebrücke über den Rio las Vueltas zu überwinden. Zudem bläst der Wind so stark, dass man sich dem entgegen lehnen muss, was die Sache nicht einfacher macht. Auf der anderen Seite befindet sich die Pferdefarm. Wir bekommen Helm und Gamaschen, können den Rucksack abstellen und bekommen ein Pferd zugewiesen. Als wir warten, kommt auf einmal die Katze mit einem Vogel im Maul vorbei. Einer der Hunde gesellt sich spielerisch zur Katze mit Vogel, so dass sich ein unvergleichliches Bild ergibt. Mit der Kamera bin ich leider zu langsam, weil ich nun dran bin, mich in den Sattel meines gutmütigen schwarzen Hengsts zu schwingen. Die erfahrenen Reiter unter uns bilden eine separate Gruppe und preschen schon mal davon. Die Unerfahrenen wie ich brauchen ein bisschen länger, aber dann geht es auch für uns los. Ganz gemächlich im Gang mit genügend Zeit sich die atemberaubende Landschaft anzuschauen. Hinter uns zeigt sich wieder einmal der Fitzroy in seiner ganzen Pracht. Vor uns liegt das Tal, in welches wir hineinreiten. Es geht wieder durch lichte Wälder und auch etwas bergan. Auf einem Pferd macht dies aber kaum einen Unterschied, was recht angenehm ist. So konzentriere ich mich darauf die Landschaft zu genießen und einige Fotos zu machen.

Vier Hunde der Farm begleiteten uns dauernd, ebenso wie das vier Monate alte Fohlen, welches mit dabei ist. An einem Baum, an dem der gehäutete Puma der Gegend hängt, machen wir uns auf den Rückweg. Dieser führte direkt am Fluss entlang. Die Aussicht ist immer noch kaum zu fassen. Nachdem die Pferde dann noch gesoffen haben durchqueren wir noch einen kleinen Seitenarm. Flussdurchquerung ohne die Füße nass zu machen. Danach geht es ein weiteres Mal durchs Wasser wieder zurück ans Ufer und noch einmal steil bergan. Oben wieder einmal eine herrliche Aussicht aufs Tal. Die Pause in einer kleinen Hütte mit Kaffee und Wasser haben wir uns redlich verdient. Die Beine spüre ich ein wenig und die ersten Schritte nach dem Absteigen vom Pferd fallen schwer. Doch nach der kurzen Pause geht es wieder gut und wir machen uns auf den Rückweg zur Farm. So geht ein richtig entspannter Ritt mit super Aussicht zu Ende. Wir werden gleich zum Campingplatz zurück gebracht, so dass ich am Nachmittag nichts vor habe und die Zeit zum Ausspannen nutze.

Am Abend nehmen wir alle zusammen das Angebot des Campingplatzes zum Lamm-Essen an. Draußen auf dem Feuer wird auf traditionelle Art ein ganzes Lamm gegrillt. Dann wird einfach davon runter geschnitten und serviert. Dazu gibt es Kartoffeln mit Zwiebeln und Karotten und natürlich leckeren argentinischen Rotwein.