15. Tag (04. Januar 2015)

Gletscher Videma

Gletscher Videma

Gletscher Videma

Gletscher Videma

Heute Morgen machen sich vier von uns zum Videmar Gletscher auf, um dort an Eiswänden zu klettern. Der Morgen ist traumhaft mit wolkenlos blauem Himmel. Wir werden zuerst mit einem Bus zur Anlegestelle der Boote am Lake Videmar gefahren und haben dann etwas mehr als eine Stunde Zeit die Gegend zu genießen, während wir mit dem Boot zum Gletscher rüber gefahren werden. Wir haben sogar ein paar Eisberge auf unserer Strecke. Zuerst fahren wir noch ein bisschen an den Gletscher heran, um einen schönen Blick auf die Unmengen von Eis zu werfen. Dann landen wir an einem Felsen an und gehen an Land. Wir müssen erst ein wenig laufen, weil sich der Gletscher in den letzten Jahren zurückgezogen hat. Man kann es sehr deutlich an den Schleifspuren an den Felsen, auf den wir gehen, erkennen. Wir kommen am Gletscher an und gehen über eine Leiter aufs Eis. Dort schnallen wir unsere Steigeisen an und werden in deren Umgang eingewiesen. Danach laufen wir los. Bei mir müssen die Steigeisen erst einmal nachgezogen werden, da sich diese gelöst haben. Als dies nicht hilft, werden sie gegen ein anderes Modell getauscht. Als diese dann erneut nachgezogen und eingestellt worden sind, funktioniert es endlich, und der Guide und ich müssen der Gruppen hinterher.

Wir wandern über den Gletscher und finden sogar einen Eistunnel, durch den man kriechen kann. Innen leuchtet des Eis in tiefem Blau. Auf der anderen Seite sammeln wir uns wieder und gehen weiter. An einer Steilwand wird die erste Kletterpassage eingerichtet und wir können zum ersten Mal mit zwei Eispickeln und den Steigeisen versuchen zu klettern. Es ist gar nicht so schwierig und macht viel Spaß. Jeder von uns kann dies drei, vier Mal ausprobieren. Während wir Pause machen können wir mehr als ein halbes Dutzend Kondore beobachten, die majestätisch über dem Gletscher kreisen. Inzwischen werden die nächsten Wände mit Seilen abgesichert, an denen wir uns versuchen dürfen. Diese sind viel steiler und damit auch anspruchsvoller. Eine neue Herausforderung. Ich schaffe es trotzdem und habe Spaß daran. Während wir nicht klettern schauen wir den anderen zu oder genießen es einfach, direkt auf einem großen Gletscher zu sein. Überall sind Wasserläufe und Löcher zu sehen, in denen das Wasser verschwindet. Das Eis ist sehr hart und an der Oberfläche ziemlich schroff. Mit den Steigeisen hat man jedoch wunderbaren Halt und man kann wie auf Fels laufen.
Die dritte Herausforderung ist eine andere. Wir werden hinabgelassen und von oben gesichert, so dass wir auf jeden Fall wieder hinaufkommen müssen. Zudem ist die Wand rund doppelt so hoch wie die beiden vorhergehenden. Die Motivation ist eine andere und ich schaffe es ohne Zwischenfälle. Eiswandklettern ist eine tolle Sache und macht richtig Freude. Da es bereits Nachmittag geworden ist machen wir uns auf den Rückweg, nachdem es noch einen Bailys zum erfolgreichen Abschluss des Kletterns gab. Wir gehen zurück und können die Steigeisen an einer sehr fragil wirkenden Eisbrücke abschnallen und einzeln auf den Fels hinüber gehen.

Zurück am Bootssteg warten wir auf das Boot und genießen die Aussicht. Der Wind wird stärker und Regen zieht herauf. Wir gehen an Bord und haben nur noch wenige Minuten trockenes Wetter. Auf der Rückfahrt sind alle ziemlich müde und der Regen prasselt an die Scheibe. Wieder auf dem Camping Platz zurück tröpfelt es nur noch und meine Kochgruppe hat bereits eingekauft und mit dem Kochen des Abendessens begonnen, so dass ich gleich ein Messer in die Hand nehme und mit Schnippeln anfange. Es gibt Eintopf mit Kartoffelbrei. Sehr lecker nach einem aufregenden Tag. Anschließend treffen sich alle noch im Aufenthaltsraum und lassen den Abend gemeinsam ausklingen.

Ein dritter Dragoman Truck, „Jana“ ist eingetroffen und steht neben den beiden anderen.