14. Tag (03. Januar 2015)

Mount Fitzroy

Largo de los tres

Mount Fitzroy

Nach dem Frühstück bringt uns ein Minibus, den Rob für uns noch organisiert hat, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zu den Lagos de los Tres. So müssen wir nicht den gleichen Weg auf- wie absteigen, was die Sache natürlich noch interessanter macht. Wir fahren für eine halbe Stunde den Rio las Vueltas hinauf und steigen aus. Nach ein paar Metern Fußmarsch sehen wir auch schon Mount Fitzroy völlig klar vor uns stehen. Leider gibt es wegen bedeckten Himmels heute Morgen keine Sonne und somit kein schönes Licht zum Fotografieren. Wir steigen bergan und folgen dem Rio Blanko, dessen Tal wir durchlaufen. Es ergeben sich immer wieder schöne Ausblicke auf Mount Fitzroy und die Gletscher, sowie den Gletschersee. Der Weg führt durch einen lichten Wald, in dem die abgestorbenen Stämme auf dem mit Gras bewachsenen Boden liegen. Als wir auf einem Plateau ankommen, auf dem sich dieser und der direkte Weg von El Chalten treffen ist es immer noch bewölkt, aber es zeigt sich ein kleines bisschen Blau am Himmel. Und da es für eine ganze Weile der letzte Ort sein wird von dem aus man dem Gipfel sehen kann warte ich, und in weniger als einer halben Stunde reißt der Himmel auf und es gibt Sonnenschein, einen wolkenlosen Gipfel und blauen Himmel. Ich bin glücklich, schieße Fotos und mache mich dann auf den Weg zu den Lagos de los Tres.

Der Weg steigt sehr steil an und besteht nur aus Felsen und losen Steinen. Auch der Blick zurück ins Tal ist traumhaft. Nach einer Stunde erreiche ich die Kuppe, die den Blick frei gibt auf den Fitzroy Gebirgszug mit seinen Gletschern und dem blauen Gletschersee davor. Ein überwältigender Anblick, besonders weil der Gipfel immer noch wolkenfrei ist. Ich fotografiere was das Zeug hält und keine Viertelstunde später zieht der Gipfel zu. Ich treffe noch ein paar andere aus unserer Gruppe und mache Mittag. Dann gehe ich zum Gletschersee hinunter und halte die Hand hinein. Das Wasser ist eisig kalt, aber Anne aus unserer Gruppe geht dennoch hinein und taucht kurz unter. Ich gehe weiter auf einen angrenzenden Felshügel, um auch noch einen Blick auf den anderen See zu erhaschen. Auch hier ist es ein traumhafter Blick auf die beiden Seen und die Gletscher von denen sie gespeist werden. Es brechen dabei kleinere Eisstücke vom Gletscher ab und rutschen über die Felsen in den See. Es sieht wie ein Wasserfall aus, jedoch mit dem Donnern eines entfernten Gewitters. Ein echtes Naturschauspiel. Da es doch ein paar Stunden zurück nach El Chalten ist, breche ich auf und mache mich auf den Rückweg. Als ich wieder auf dem Plateau ankomme, ändert sich das Wetter wieder ein bisschen und in der Zeit in der ich mich auf den Weg nach El Chalten mache klart der Gipfel wieder auf und ist in seiner vollen Pracht zu sehen. An verschiedenen Punkten ergeben sich wiederum sehr beeindruckende Ausblicke auf den schroffen, steil aufsteigenden Berg. Zwischendurch mache ich noch eine Pause an der Laguna Capri. Der Blick von hier ist fast schon klischeehaft. Blauer See mit grünem Wald und dem vergletscherten Granit-Giganten im Hintergrund.

Ich steige weiter ab. Die Füße melden sich und die Knie auch. Der Weg führt über Wiesen und lichte Wälder zurück ins Tal. Dabei gibt es immer wieder Ausblicke auf den Rio las Vueltas an dessen Ufer El Chalten liegt, welches ich schließlich recht müde erreiche. Eine Dusche frischt mich wieder auf, und abends gehe ich zum Essen ins Restaurant, so dass ein weiterer herrlicher Tag zu Ende geht.

Heute Abend kam dann „Gus“, ein zweiter Dragoman Truck an. Er ist auf dem Weg nach Norden.