8. Tag (15. Februar 2014)

Kibo und Kibo Sattel

Rückblick zum Mawenzi

Kibo Sattel

Träger

Ich habe heute Nacht deutlich besser als gestern geschlafen. Als ich wach werde zieht gerade ein Gewitter auf und es regnet. Es hört aber nach einer Stunde wieder auf. Als ich das Zelt aufmache scheint zu meiner großen Überraschung die Sonne und der Himmel ist blau. Ich bin begeistert! Nach dem Frühstück brechen Derek und ich gleich auf. Heute geht es über den Sattel weiter, und damit wieder Richtung Kibo, nachdem wir uns vorgestern davon entfernt haben. Es steht eine anstrengende Etappe zur Kibo Hut an. Es sind zwar heute nur 400 Höhenmeter, die wir gewinnen, aber über den Sattel, der Mount Mawenzi und Kilimandscharo verbindet geht es ein paar Mal hoch und wieder runter, so dass es schlussendlich wohl das Doppelte an Höhenmetern sein werden. Als wir den ersten Hügel überwunden haben werde ich mit dem bis dato besten Blick auf den Kibo belohnt. Blauer Himmel, Sonnenschein und komplett ohne Wolken steht der schneebedeckte Gipfel des Kilimandscharo vor mir. Wow! Ich zücke gleich die Kamera um dies festzuhalten. Zehn Minuten später sind bereits so viele Wolken vom Tal hochgezogen, dass nichts mehr zu sehen ist. Ich hatte echt Glück. Wir steigen im Nebel nun wieder auf den Sattel ab und kommen an einem vor Jahren abgestürzten Flugzeugwrack vorbei. Der nun folgende langgezogene Anstieg mit dem direkten Blick auf die Kibo Hut geht schon in die Knochen und es erscheint so, als ob wir kaum vorwärtskommen. Dabei haben wir heute das Glück, dass es weitestgehend windstill ist. Ansonsten herrschen hier hohe Windgeschwindigkeiten vor, erzählt mir Derek. Als ich an der Kibo Hut auf 4.750m ankomme ist alles bereits wieder aufgebaut, ich esse zu Mittag und lege mich anschließend für zwei Stunden aufs Ohr um zu entspannen.

Im Camp ist gar nicht so viel los wie ich erwartet hatte. Es wird hauptsächlich von den Wanderern genutzt, die in Hütten übernachten und nicht im Zelt. So sind es nur ein paar wenige Zelte, die hier zu sehen sind. Aber alle wollen heute Nacht zum Gipfel aufbrechen. Die Warterei ist schon ein wenig nervenzehrend, da man von hier aus den Weg nach oben klar erkennen kann. Auch der Rückweg hinunter ins Tal, der zu mehr Wärme und einer Dusche führt, ist über weite Strecken gut zu sehen.

So verbringe ich den Nachmittag im Camp. Es ist heute deutlich wärmer als in den letzten Tagen in den Camps, obwohl wir deutlich höher sind. Jedenfalls hoffe und bete ich, dass morgen gutes Wetter für den Gipfel herrscht. Bitte, bitte!