8. Tag (11. April 2013)

Estancia Los Potreros

Estancia Los Potreros

Heute stehe ich nach einer halbwegs ordentlichen Nacht recht früh auf, da ich zur Kochgruppe gehöre, die heute dran ist das Frühstück vorzubereiten. Wir stellen die Tische, Stühle und Becken zum Abwaschen auf. Wir Schneiden das Gemüse für die Salatsandwichs und kochen Kaffee. Anschließend baue ich mit Alex zusammen unser Zelt ab und gehe dann frühstücken. Danach wird wieder alles im Truck verstaut und wir sind wieder auf der Straße.

Je näher wir den Bergen Richtung Cordoba kommen, desto mehr Wolken ziehen auf. Oben in den Bergen ist es nebelig und kurz bevor wir wieder in die Ebene hinunterfahren kommen wir aus den Wolken heraus und sehen das Nebelmeer bei strahlendem Sonnenschein von oben. Unten angekommen ist es natürlich nicht mehr sonnig. Nach einem kurzen Stopp fahren wir weiter Richtung Cordoba und unserer Estancia Los Potreros, die ebenfalls in den Bergen liegt. Auf der Fahrt dorthin spielen wir noch Back Jack an einem der Tische, die es im Truck gibt. Als wir an der Estancia ankommen ist es nebelig. Wir stellen sofort unsere Zelte auf und machen alles regendicht. Gegen später fängt es auch bereist an zu nieseln. Ich bin mal gespannt wie morgen das Wetter sein wird.

In den letzten Tagen beim Einkaufen habe ich bereits feststellen müssen, dass es bei unserem Kochen nicht allzu viel Fleisch gibt. Deshalb habe ich mich schon auf unser gemeinsames BBQ heute Abend gefreut. Zuvor saßen einige noch mit Kevin, dem Besitzer der Farm in der guten Stube zusammen und unterhielten uns. Dabei ging es hauptsächlich um den Staatsbankrott Argentiniens vor über zehn Jahren und den noch heute daraus resultierenden Problemen. Kevin kennt sich hervorragend aus und kann die Zusammenhänge sehr gut erklären. Wie sich herausstellt hat er einmal über 15 Jahre in der internationalen Bankenwelt gearbeitet.

Wir sind hier zusammen mit dem anderen Dragoman Truck, der uns morgen früh wieder verlässt. So sind wir heute Abend alle zusammen über 45 Leute, die vor dem Grill an großen, nett gedeckten Tischen unter einem schützenden Dach zusammensitzen. Es ist eine tolle Atmosphäre, der Regen trommelt auf das Dach, und der Duft des Grills streicht einem um die Nase. Zuerst gab es eine kleine Wurst auf Brot als Appetizer, danach ein herrliches Stück Rindfleisch, anschließend eine große, sehr gute Wurst. Darauffolgend gab es Hähnchen und hinterher konnte Jeder noch so viel Rind oder Hähnchen bekommen wie er wollte. Zum Trinken gab es exzellenten Rotwein aus großen Krügen. Es war also ein richtiges Festmahl und wahrscheinlich das beste Essen auf der ganzen Tour, welches man so schnell nicht vergessen wird.