5. Tag (08. April 2013)

Puente del Inca

Aconcagua

Cristo Recentor

Passo Cristo Recentor

Passo Cristo Recentor

Passo Cristo Recentor

Der Wecker klingelt bereits um 7:00Uhr. Alex und ich stehen auf, frühstücken und werden dann abgeholt zu unserer Mountain Tour, die wir für heute gebucht haben. Wir sind fast die Letzten die den komplett vollen Bus besteigen. So verlassen wir Mendoza und fahren die gleiche Straße in die Berge hinauf, welche wir gestern heruntergekommen sind. Zuerst machen wir einen Fotostopp am Stausee, welcher sehr schön in die Ausläufer eingebunden ist. Er dient natürlich zur Trinkwasserversorgung von Mendoza und den ganzen Winzern, für die Mendoza bekannt ist. Da wir heute im Vergleich zu gestern viel später am Tag dran sind steht die Sonne schon hoch und wir haben einen phantastischen Blick auf das Tal, welches sich vom Pass über 100km in die Tiefebene erstreckt. Es ist eine recht trockene Gegend hier, so dass es wenig Vegetation gibt, dafür sind die Farben der Felsen umso leuchtender. Auf dem Weg nach Uspallata kann man am Straßenrand noch die Schienen der einstigen Bahnlinie erkennen. Diese wurde 1910 fertiggestellt und war eine sehr wichtige Verbindung nach Chile. Doch leider wurde die Linie immer wieder durch Erdrutsche unterbrochen und 1985 ganz eingestellt. Heute sieht man noch das Gleis und die Brücken, man kann aber auch erkennen wie sich die Natur dies Stück für Stück zurückholt. Es gibt aber Bestrebungen die Strecke wiederzubeleben, weil für Argentinien die Seehäfen von Chile sehr wichtig sind. Aber wie so oft fehlt es am Geld und schlussendlich auch am politischen Willen, so dass man wahrscheinlich noch lange drauf warten kann. Touristisch wäre die Strecke natürlich ein absolutes Highlight.

Wir erreichen Uspallata und machen einen Stopp im gleichen Café wie gestern. Anschließend fahren wir weiter und erreichen eine historische Stätte an der wir ebenfalls stoppen und ein wenig Zeit zum Fotografieren haben. Das Tal ist zwar recht schmal und die Berghänge sind ziemlich steil, aber die Dimensionen sind auch riesig. Die Klippen auf der anderen Seite, die der Fluss über die letzten hunderte Jahre gegraben hat sind bis zu hundert Meter hoch und wirken in Anbetracht der Berge recht klein. Dies ist wirklich beeindruckend. Generell spalten sich die Anden hier in drei Bergketten auf, welche Richtung Chile immer höher werden. Die erste Kette erreicht Höhen bis ca. 2.000m, die nächste erstreckt sich bereits Richtung 4.000m und der Hauptkamm erstreckt sich bis zum höchsten Berg Aconcagua in 6.962m Höhe. Dessen schneebedeckten Gipfel können wir aus einer Entfernung von 30km bei einem Fotostopp bewundern. Es ist die höchste Erhebung außerhalb des Himalayas. Zuvor haben wir jedoch noch einen Stopp an der Puente del Inca eingelegt, einer natürlichen Brücke, die sich fast fünfzig Meter über den Fluss spannt. Hier haben bereits die Inkas die heißen Thermalquellen genutzt. Heute noch sieht man die gelben Ablagerungen, die das Wasser hinterlässt. Im letzten Jahrhundert wurde eine Badeanstalt dort gebaut, deren Ruinen man auch heute noch bewundern kann. Es ist recht sehenswert und man kann sich gut vorstellen, dass sich die Menschen hier immer gerne aufgehalten haben.

Etwas weiter haben wir fast schon den internationalen Tunnel erreicht der nach Chile führt. Kurz zuvor biegen wir jedoch links auf eine Schotterpiste ab und fahren den Pass zur Statue Cristo Recentor hinauf. Es sind viele Haarnadelkurven über die sich der Bus nach oben windet. Wir erreichen die Passhöhe in 4.200m. Beim Aussteigen aus dem Bus begrüßt uns ein kräftiger Wind und die Temperatur ist gerade noch im Plus Bereich. Aber die Sonne scheint und das Panorama ist überwältigend. Wir bleiben leider nur eine viertel Stunde.

Auf dem Rückweg machen wir dann noch eine Mittagspause und essen etwas in einem Restaurant direkt am Fuße der Schotterpiste. Als dann alle gut gesättigt sind fahren wir wieder zurück. Dabei schaue ich die ganze Zeit aus dem Fenster und versuche so viele Eindrücke wie möglich in mir aufzusaugen. Fast der ganze Rest von Bus schläft.

Als wir wieder in Mendoza ankommen bin ich recht müde und beschließe nicht mehr essen zu gehen. Den Abend verbringe ich dann auf der Dachterrasse bei einem Glas Wein mit all den Anderen.