4. Tag (07. April 2013)

Die Anden

01:30Uhr ist Wecken. Alle treffen sich in der Lobby und eine halbe Stunde später geht es los. Die Straßen von Santiago sind sehr leer und wir kommen gut voran. Die Passstraße kurz nachdem wir die Stadt verlassen hatten windet sich über unzählige Haarnadelkurven in die Höhe. Es wird merklich kälter im Truck. Die Landschaft ist sicherlich recht spektakulär, leider sehen wir so gut wie nichts. Auf der Passhöhe geht es noch durch einen recht rudimentären Tunnel und wir erreichen Argentinien. Der Grenzübertritt anschließend zieht sich enorm in die Länge und wir warten uns einen Wolf, weil irgendwas mit den Papieren des Trucks geklärt werden muss. Aber es ist auch egal, denn draußen ist es immer noch stockdunkel.

Als es hell wird können wir endlich los. Die ersten Sonnenstrahlen eröffnen uns nun einen Blick auf die Berge. Echt beeindruckend. Die Temperatur aber auch, es ist ziemlich frostig hier oben auf 3.200m Höhe. Die Fahrt hinunter in die Tiefebene von Mendoza wird noch von einer mit Blaulicht fahrender Polizeistreife unterbrochen. Die Offiziellen haben doch noch bemerkt, dass ihnen ein Dokument für den Truck fehlt. So müssen wir umkehren und haben eine Zwangspause von einer guten Stunde bis Nadia die Papiere per Fax besorgt und ausgedruckt hat.

Die Landschaft ist traumhaft. Es sind immer mehr schneebedeckte Berge zu sehen, der Himmel ist stahlblau und die Erdfarben der Felsen leuchten hell und klar. Die Fahrt führt wieder auf 500m hinunter und erstreckt sich über die ganze Strecke. Als wir nach dem Verlassen des Tals in der Tiefebene die Autobahn Richtung Mendoza erreichen eröffnet sich uns zu unserer Linken ein herrliches Panorama von schneebedeckten Bergen und dem Grün des Weinanbaugebiets im Vordergrund. In der Stadt durchfahren wir schattenspendende Alleen und kommen an einen sehr netten Hostel an, in dem wir drei Nächte bleiben werden.

Ich schlendere noch durch die Straßen, trinke einen Kaffee und esse dazu einen Kuchen. Mendoza scheint eine recht nette Stadt zum Verweilen zu sein. Es gibt jetzt nicht wirklich spektakuläres zu sehen, aber die Parks sind recht angenehm. Die Stadt zeichnet sich zudem dadurch aus, dass die Straßen und Bürgersteige recht breit sind und alle Straßen durch Alleebäume gesäumt werden.

Am Abend gehen wir gemeinsam essen, nachdem dies ja durch unseren frühen Start gestern Abend ausgefallen ist. Es ist gleich um die Ecke und es gibt Buffet und dazu ein argentinisches Quillmes Bier. Dabei lerne ich ein bisschen die Gruppe kennen. Wir sind 21 Leute und der Truck ist voll. Nadia und Yves sind unsere Tourguides und Fahrer. Unser Truck heißt Cameron. Mit dabei sind ein älteres Pärchen aus Australien, Leanne und Richard, Sao kommt aus Portugal und ist auch älter als ich. Alexander aus Frankreich, der sich mit mir das Zimmer, bzw. das Zelt teilt ist in meinem Alter. Wir alle sind frisch zur Gruppe gestoßen. Der Rest ist mindestens seit Buenos Aires oder noch länger auf dem Truck unterwegs. John kommt aus Kanada und gehört noch zur Gruppe der über 30-jährigen. Beer ist ziemlich jung und aus Holland, ebenso jung sind die beiden Schwestern Bianca und Gabi aus Australien, ebenfalls zwei Schwestern aus Australien sind Teal und Che. Dann gibt es noch das polnische Pärchen Pjetr und Evelina, welche seit Jahren in GB leben. Luzy kommt ebenfalls aus GB und ist wohl die lebhafteste Mitreisende. Unsere zwei Freunde Roger und Rafael sind aus der Zentralschweiz. Weiter dabei sind Sarah unsere Schlüsselhalterin, Reene ein weiteres Mädel aus Australien und unsere Kiwi T, das für Toiletta steht. Zudem gibt es noch Erin, ebenfalls aus Australien und Hayley.

Gegen 23:00 Uhr sind wir wieder zurück und ich falle ins Bett.