29. Tag (02. Mai 2013)

Saqsayhuaman

Pisca Ruinen

Start zum Lares Trek

Wir starten heute zu unserer großen Wanderung auf den Spuren der Inkas. Ich nehme am sogenannten „Community Track“ teil, der uns quer durch die Berge führt. Wir werden dabei in den dortigen Gemeinden im Zelt übernachten und diese dadurch entsprechend unterstützen. Die andere Variante wäre der klassische Inca Track gewesen. Ich wollte jedoch nicht mit 500 anderen Touristen unterwegs sein und zudem bot der Community Track die größere erreichbare Höhe.

Bevor es jedoch los geht besichtigen wir zuvor die Ruinen von Saqsayhuaman, die ich ja aus Versehen bereits gestern besucht hatte. Da meine Eintrittskarte bereits gelocht ist spricht unser Guide Smity mit dem Ticket- Kontrolleur und ich darf mit der Gruppe nochmal hinein. Smity erklärt uns, dass dies die größte Festung und Tempelanlage in Cusco war und dass die berühmten Inka Mauern nur für Tempelanlagen und königliche Gebäude gebaut wurden. Alle anderen Mauern waren hingegen einfach aus grob bearbeiteten Steinen aufgeschichtet und mit Lehm verfugt.

Danach fahren wir aus Cusco hinaus und über einen Pass ins Secret Vally. Hier haben die Inkas die größte und beste Landwirtschaft des Reiches betrieben und von hier kamen auch die meisten Lebensmittel für Cusco. Wir fahren weiter nach Pisca und besuchen dort die Inka Ruinen, die auf einem Berghang liegen. Hier sehen wir das erste Mal ausgedehnte Terrassen. Diese wurden hier zur Entwicklung und Erforschung von Pflanzen genutzt. Es war wichtig herauszufinden, in welcher Höhe noch welche Pflanzen wachsen und gedeihen. Dabei wurden die Terrassen in einer ganz speziellen Technik gebaut. Nicht der Berg wurde abgetragen, sondern die Mauer wurde gebaut und dahinter die Terrasse mit einem entsprechend Drainagesystem aufgeschüttet.

Von Pisca aus fahren wir daraufhin mit dem Bus zum Ausgangspunkt unseres Pfads nach Huaran, in der Nähe von Calca. Hier wird alles ausgeladen und jeder schultert seinen Tagesrucksack. Die blauen Taschen werden auf Mulis gepackt und als nächstes nehmen wir den Aufstieg zu unserem Lager in 3.900m in Angriff. Zuerst folgen wir einem Fahrweg in das Tal hinein, bevor unser Pfad rechts abzweigt und uns nach oben führt. Von Beginn an merke ich gleich, dass wir uns in 3.000m Höhe befinden, da das Atmen mit einem gewissen Schnaufen einhergeht. Ich passe deshalb entsprechend mein Tempo an. Zuerst durchstreifen wir noch eine grüne Landschaft und haben auch noch ein paar Bäume um uns herum. Je weiter wir jedoch nach oben steigen verlassen wir die Baumgrenze und es gibt nur noch Gräser und Steine. Kurz vor der Dunkelheit erreichen wir unser heutiges Camp in der Gemeinde Cancha Cancha. Die Temperatur fällt nach Sonnenuntergang schnell und recht tief. Die Zelte und die Küche sind bereits von unseren Trägern aufgebaut. Als ich meine blaue Tasche bekomme ziehe ich erst einmal alles an was ich dabeihabe. Bis das Essen fertig ist verziehe ich mich, wie fast alle anderen auch zwischenzeitlich in meinen Schlafsack, um mich aufzuwärmen. Das Essen ist warm und sehr gut. Es gibt warme Suppe und ein Hauptgericht, dazu warmer Tee. Nach dem Essen gehen alle schlafen. Ich ziehe noch drei Paar Socken und meine lange Unterhose an und lege mich auch hin. Die Nacht ist sehr kalt, aber mir ist einigermaßen warm und ich kann gut schlafen.