6. Tag (25.Oktober 2012)

Hotel National

Taxi in die Stadt

Floridita

Capitolio

Caberet Tropicana

Caberet Tropicana

Heute fahren wir mit dem Bus nach Havanna, der Hauptstadt von Kuba. Zuerst klappern wir die ganzen Hotels in Varadero ab und machen uns danach auf den Weg nach Havanna. Nach drei Stunden kommen wir in der Hauptstadt an und werden am Hotel National abgesetzt. Das Hotel ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort, was man auch gleich spürt als wir in die Halle treten. Das Hotel wurde Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut und hat einen besonderen Charme. Wir können aber nicht gleich einchecken und deponieren erst mal unser Gepäck. Wir nehmen eines dieser Taxis aus den fünfziger und fahren ins Zentrum und steigen am Capitolio aus. Es ist ein prächtiges Gebäude, vor dem die Kubaner mit den besten hergerichteten Fahrzeugen auf Touristen warten um Fotos machen zu lassen. Leider ist es heute komplett bewölkt, so dass den Bildern einfach das Leuchten fehlt. Aus den Nachrichten erfahre ich heute auch den Grund dafür. Es sind die Ausläufer des Hurrikans „Sandy“, der dunkle Wolken über die Stadt treibt. Deswegen wundert es mich nun auch nicht mehr, dass wir in den letzten Tagen so starken Wind hatten. Der Hurrikan ist in den letzten Tagen über den äußersten Osten Kubas gezogen und befindet sich nun weiter im Norden über den Bahamas. Ich kann nur hoffen, dass der Hurrikan keine Auswirkung auf meine Tour haben wird.

Zuerst gehen wir ins Floridita, in dem einst Ernest Hemingway seinen berühmten „Daiquiri“ Cocktail getrunken hat als er in Havanna lebte. Eine Bronzestatue in der Ecke erinnert daran. Der „Daiquiri“ ist wirklich gut, aber nach einem Glas gehen wir weiter und entdecken die Stadt. Die Gebäude sind sehr beeindruckend, und man kann die Masse an Schönheit gar nicht fassen. Es ist auch ein erfreulicher Anblick zu sehen, dass einzelne Gebäude restauriert sind und andere wieder aufgebaut werden. Es sind aber auch noch Ruinen zu sehen, die selbst hier in Kuba als nicht mehr bewohnbar gelten. Als die Sonne gelegentlich durch die Wolken blinzelt erscheinen die Gebäude noch beeindruckender.

Zurück am Capitolio wollen wir noch eine Zigarrenfabrik besichtigen, die aber leider geschlossen ist. So setzen wir uns einfach auf eine Bank und beobachten das Leben auf der Straße. Die alten amerikanischen Autos aus den Fünfzigern Jahren sind faszinierend, weil nirgendwo anders auf der Welt so viele noch zu sehen sind. Auch die Zahl an Autos mit Schwanzflossen ist überwältigend. Sie zeigen deutliche Gebrauchsspuren und es handelt sich ganz bestimmt nicht um gut restaurierte Vorzeige-Exemplare, sondern um Alltagsgegenstände. Trotzdem fahren wir mit solch einem Vehikel, Baujahr 1953 wieder zum Hotel zurück und haben unseren Spaß daran. Es ist pures Blech zu sehen und der Motor rüttelt und schüttelt gewaltig, sämtliche Verkleidungen und Abdeckungen fehlen und der Komfort entspricht wohl dem der Fünfziger Jahre.

Im Hotel checken wir ein und beziehen unser Zimmer. Wir sind im achten Stock und haben einen sehr schönen Blick über das Meer und die Stadt. Ich nehme zuerst eine Dusche und organisiere die Öffnung des Safes, damit ich diesen auch benutzen kann. Als soweit alles erledigt ist gönnen wir uns noch einen Cocktail auf der Terrasse mit den sehr großen Korbsesseln, in denen man fast versinkt. Dann schnappen wir uns ein Taxi und fahren zum Cabaret Tropicana, wo wir heute Abend die berühmte Salsa-Show anschauen wollen. Zuerst essen wir aber etwas dort und werden eine halbe Stunde vor Showbeginn eingelassen. Es ist ausverkauft, womit ich nicht gerechnet hatte, da wir heute Morgen noch recht leicht an Karten gekommen sind. Wir haben gar keinen schlechten Platz in der Nähe der Bühne erwischt.

Das Licht geht aus und die Show beginnt. Ich bin sehr begeistert und genieße die Show in vollen Zügen. Die Kostüme der Darsteller sind sehr farbenfroh und bei den Mädels teilweise auch sehr knapp bemessen. Was mich des Weiteren beeindruckt ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Darsteller umziehen und wieder zum nächsten Tanz auf der Bühne erscheinen. Ein weiterer Höhepunkt ist der Auftritt einer Schlangenfrau, die mich mit ihrer Gelenkigkeit schwer fasziniert und ich kann es kaum glauben, wie stark man seine Wirbelsäule in die „falsche“ Richtung verbiegen kann. Auch die Gesangseinlagen haben mir sehr gefallen und zu einem gelungenen Abend beigetragen. Den Rum und die Havanna-Zigarre, die inklusive waren, haben wir dann eingesteckt und mitgenommen. Es wird sich auf der Reise sicherlich noch eine entsprechende Gelegenheit ergeben dieses noch zu genießen. Am Ende der Show wurden die Besucher noch dazu animiert zu tanzen und weiter zu feiern. Wir schauen noch eine Zeit lang zu und machen uns nach Mitternacht auf den Rückweg zum Hotel.