Kuba Rundreise '12

Varadero und Havanna

1. Tag (20. Oktober 2012)

Gestern war der letzte Tag auf der Arbeit und ich bin erst spät nach Hause gekommen. Deshalb habe ich heute einen langsamen Start. Zuerst gehe ich zum Bäcker, um zu Frühstücken. Als ich zurück bin ist die Zeit bereits so weit fortgeschritten, dass ich bereits in einer Stunde zum Flughafen aufbrechen sollte. So muss es jetzt mit dem Packen schnell gehen.

Den Rucksack übergeworfen, und los geht´s. Mit dem Zug nach Frankfurt und dann mit dem Flieger nach Varadero. Es ist diese Mal ein Flug am Tag. Es hilft mir, da ich sowieso kaum schlafen kann. Aber dennoch zieht sich der Flug sehr lang hin und ich bin froh, als wir endlich landen. Es ist bereits dunkel und ich bin ziemlich geschafft. Martin ist mit dabei, und wir nehmen uns ein Taxi zum Blau Varadero Hotel. Ich wollte erst einmal ein paar Tage an den Strand bevor ich in Havanna mit der Tour durch Kuba beginne.

Im Hotel angekommen haben gönnen wir uns noch einen Drink in der Bar, bevor ich endlich zum Schlafen komme.

2. Tag (21. Oktober 2012)

Blau Varadero

Blau Varadero

Nach dem Aufstehen gehen wir erst einmal zum Frühstücksbuffet, welches die Größe einer Turnhalle besitzt. Die Auswahl ist sehr groß und es gibt alles was man sich so vorstellen kann. Trotzdem habe ich das Gefühl, mich in einer Kantine zu befinden. Das Hotel besitzt 350 Zimmer und ist entsprechend groß. Ein riesiges Atrium wird von den Zimmern eingerahmt. Ich habe mein Zimmer im 5. Stock, Martin wohnt im 11., mit einem sehr schönen Blick aufs Meer.

Anschließend machen wir uns fertig und gehen an den Strand. Die Sonne scheint und der Strand liegt uns zu Füssen. Schneeweiß und zu beiden Seiten soweit das Auge reicht. Es ist der berühmteste Strand von Kuba mit einer Länge von gut zwanzig Kilometern. Wir schnappen uns einen Sonnenschirm, zwei Liegen und machen einen faulen Tag. Dabei genießen wir die Wärme und Sonne. Zwischendurch planschen wir im karibisch warmen Wasser. Einfach herrlich. Der Wind aus Norden führt zu recht ansehnlichen Wellen und es macht Spaß sich entsprechend treiben zu lassen. Auch einige Kite-Surfer sind zu sehen und ich beobachte diese eine ganze Weile.

Gegen später verbringen wir noch einige Zeit am Pool, der natürlich auch sehr groß ist. Ich finde aber den Strand sehr viel angenehmer und so glaube ich, dass ich den Pool in den nächsten Tagen nicht sehr oft in Anspruch nehmen werde.

Abends gehen wir wieder in die „Turnhalle“ und essen zu Abend. Den Rest des Abends verbringen wir an der Bar im Atrium und lassen den Tag bei ein paar Cocktails ausklingen. All Inklusive hat manchmal auch seine Vorteile.

3. Tag (22.Oktober 2012)

Varadero Strand

Varadero Strand

Varadero Strand

Habe heute Morgen den Bus nach Havanna gebucht, so dass wir auch dies erledigt haben. Es war recht einfach, da ich dies bei einer Touri-Tante hier im Hotel erledigen konnte.

Heute haben wir einen Strandspaziergang unternommen, nachdem wir uns zuvor auf der Liege breit gemacht haben. Wir gehen den langen Strand entlang in Richtung Varadero. Der Wind ist heute deutlich stärker als gestern und somit auch die Brandung. Bis wir das Ende des Strandes erreichen passieren wir die einzelnen Hotels, die wie an einer Perlenkette am Strand entlang aufgereiht sind. Die einzelnen Bauten sind vom Strand aus kaum zu sehen, man merkt es aber an den verschiedenfarbigen Liegen unter den Sonnenschirmen. Am Ende geht es über einen Felsvorsprung, vorbei am Hotel Alegro, wieder zu einem kleinen Strand und um einen weiteren Felsvorsprung herum. Es erscheint, dass hier an diesem Abschnitt die Hotels nicht so gut belegt sind. Wir gehen weiter und erreichen einen weiteren Felsvorsprung, auf dem ein fünf Sterne Hotel steht. Hier wird gerade irgendwas am Strand gebaut und so entschließen wir uns mit Blick auf die ehemalige Dupont Villa umzukehren und wieder zurückzugehen. Nach zweieinhalb Stunden sind wir wieder zurück. Ich muss mich erst einmal im Wasser abkühlen und dann zur Erholung wieder auf die Liege. Es ist schon angenehm, wenn man sich nicht darum kümmern muss, was man am Abend noch tut oder wo man Essen geht. So sind wir nach dem Essen wieder in der Bar gelandet.

4. Tag (23.Oktober 2012)

Varadero Strand

Heute waren wir mal wieder am Strand. Es war genauso sonnig und windig wie gestern. Habe wieder mit den Wellen gekämpft. Ansonsten habe ich die meiste Zeit auf der Liege verbracht und den Wellen und dem Wind gelauscht.

Heute Abend haben wir zur Abwechslung mal im á la carte Restaurant gegessen. Der Wein war sehr lecker, was ich vom Rindersteak nicht sagen kann. Aber die Atmosphäre war im Gegensatz zur „Turnhalle“ ganz angenehm. So saßen wir fast zwei Stunden und haben den Abend genossen. Anschließend habe ich noch eine Stunde am Strand verbracht und den Wellen gelauscht.

Danach war ich noch an der Bar und habe mir noch Cocktails gegönnt.

5. Tag (24.Oktober 2012)

Varadero Strand

Dupont Villa

Nach einem langsamen Start sind wir wieder am Strand. Wir haben genauso viel Wind und Wellen wie gestern, aber deutlich weniger Sonne. Deshalb entschließen wir uns zu einem Strandspaziergang, dieses Mal jedoch in die andere Richtung. Hier ist der Strand ebenfalls sehr schön, jedoch ist die Küstenerosion sehr deutlich ersichtlich und die Kubaner kämpfen mit Sandaufschüttungen dagegen an. Der Erfolg ist jedoch noch kaum zu sehen und es ist noch viel zu tun.

Auf dem Rückweg erwischt uns dann noch ein kleiner Regenschauer, dessen Regentropfen durch den starken Wind auf der Haut auftreffen wie kleine Nadelstiche. Es fühlt sich an wie ein Peeling. Wir stellen uns in den Windschatten einer kleinen Hütte und gehen anschließend wieder zurück.

Auch heute gehen wir noch einmal in das á la carte Restaurant. Wir haben einen nicht so tollen Tisch wie gestern und auch der Fisch ist nicht gerade überragend. Ich bin ehrlich gesagt recht froh, wenn ich morgen hier das Hotel verlassen kann.

Nach dem Essen erleben wir noch eine Vorführung im Synchronschwimmen. Diese war recht beeindruckend und wir haben fasziniert zugeschaut, bis die Leute von einem Regenschauer fluchtartig ins Hotel getrieben wurden. Die Bar war natürlich schnell überlaufen, aber unsere Bedienung hat uns bevorzugt bedient. Das lag sicherlich nicht an unserer Schönheit, sondern eher am üppigen Trinkgeld gestern.

6. Tag (25.Oktober 2012)

Hotel National

Taxi in die Stadt

Floridita

Capitolio

Caberet Tropicana

Caberet Tropicana

Heute fahren wir mit dem Bus nach Havanna, der Hauptstadt von Kuba. Zuerst klappern wir die ganzen Hotels in Varadero ab und machen uns danach auf den Weg nach Havanna. Nach drei Stunden kommen wir in der Hauptstadt an und werden am Hotel National abgesetzt. Das Hotel ist ein sehr geschichtsträchtiger Ort, was man auch gleich spürt als wir in die Halle treten. Das Hotel wurde Anfang des letzten Jahrhunderts gebaut und hat einen besonderen Charme. Wir können aber nicht gleich einchecken und deponieren erst mal unser Gepäck. Wir nehmen eines dieser Taxis aus den fünfziger und fahren ins Zentrum und steigen am Capitolio aus. Es ist ein prächtiges Gebäude, vor dem die Kubaner mit den besten hergerichteten Fahrzeugen auf Touristen warten um Fotos machen zu lassen. Leider ist es heute komplett bewölkt, so dass den Bildern einfach das Leuchten fehlt. Aus den Nachrichten erfahre ich heute auch den Grund dafür. Es sind die Ausläufer des Hurrikans „Sandy“, der dunkle Wolken über die Stadt treibt. Deswegen wundert es mich nun auch nicht mehr, dass wir in den letzten Tagen so starken Wind hatten. Der Hurrikan ist in den letzten Tagen über den äußersten Osten Kubas gezogen und befindet sich nun weiter im Norden über den Bahamas. Ich kann nur hoffen, dass der Hurrikan keine Auswirkung auf meine Tour haben wird.

Zuerst gehen wir ins Floridita, in dem einst Ernest Hemingway seinen berühmten „Daiquiri“ Cocktail getrunken hat als er in Havanna lebte. Eine Bronzestatue in der Ecke erinnert daran. Der „Daiquiri“ ist wirklich gut, aber nach einem Glas gehen wir weiter und entdecken die Stadt. Die Gebäude sind sehr beeindruckend, und man kann die Masse an Schönheit gar nicht fassen. Es ist auch ein erfreulicher Anblick zu sehen, dass einzelne Gebäude restauriert sind und andere wieder aufgebaut werden. Es sind aber auch noch Ruinen zu sehen, die selbst hier in Kuba als nicht mehr bewohnbar gelten. Als die Sonne gelegentlich durch die Wolken blinzelt erscheinen die Gebäude noch beeindruckender.

Zurück am Capitolio wollen wir noch eine Zigarrenfabrik besichtigen, die aber leider geschlossen ist. So setzen wir uns einfach auf eine Bank und beobachten das Leben auf der Straße. Die alten amerikanischen Autos aus den Fünfzigern Jahren sind faszinierend, weil nirgendwo anders auf der Welt so viele noch zu sehen sind. Auch die Zahl an Autos mit Schwanzflossen ist überwältigend. Sie zeigen deutliche Gebrauchsspuren und es handelt sich ganz bestimmt nicht um gut restaurierte Vorzeige-Exemplare, sondern um Alltagsgegenstände. Trotzdem fahren wir mit solch einem Vehikel, Baujahr 1953 wieder zum Hotel zurück und haben unseren Spaß daran. Es ist pures Blech zu sehen und der Motor rüttelt und schüttelt gewaltig, sämtliche Verkleidungen und Abdeckungen fehlen und der Komfort entspricht wohl dem der Fünfziger Jahre.

Im Hotel checken wir ein und beziehen unser Zimmer. Wir sind im achten Stock und haben einen sehr schönen Blick über das Meer und die Stadt. Ich nehme zuerst eine Dusche und organisiere die Öffnung des Safes, damit ich diesen auch benutzen kann. Als soweit alles erledigt ist gönnen wir uns noch einen Cocktail auf der Terrasse mit den sehr großen Korbsesseln, in denen man fast versinkt. Dann schnappen wir uns ein Taxi und fahren zum Cabaret Tropicana, wo wir heute Abend die berühmte Salsa-Show anschauen wollen. Zuerst essen wir aber etwas dort und werden eine halbe Stunde vor Showbeginn eingelassen. Es ist ausverkauft, womit ich nicht gerechnet hatte, da wir heute Morgen noch recht leicht an Karten gekommen sind. Wir haben gar keinen schlechten Platz in der Nähe der Bühne erwischt.

Das Licht geht aus und die Show beginnt. Ich bin sehr begeistert und genieße die Show in vollen Zügen. Die Kostüme der Darsteller sind sehr farbenfroh und bei den Mädels teilweise auch sehr knapp bemessen. Was mich des Weiteren beeindruckt ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Darsteller umziehen und wieder zum nächsten Tanz auf der Bühne erscheinen. Ein weiterer Höhepunkt ist der Auftritt einer Schlangenfrau, die mich mit ihrer Gelenkigkeit schwer fasziniert und ich kann es kaum glauben, wie stark man seine Wirbelsäule in die „falsche“ Richtung verbiegen kann. Auch die Gesangseinlagen haben mir sehr gefallen und zu einem gelungenen Abend beigetragen. Den Rum und die Havanna-Zigarre, die inklusive waren, haben wir dann eingesteckt und mitgenommen. Es wird sich auf der Reise sicherlich noch eine entsprechende Gelegenheit ergeben dieses noch zu genießen. Am Ende der Show wurden die Besucher noch dazu animiert zu tanzen und weiter zu feiern. Wir schauen noch eine Zeit lang zu und machen uns nach Mitternacht auf den Rückweg zum Hotel.

7. Tag (26.Oktober 2012)

Catedral de Havannna

Gran Teatro

Amerikanisches Blech

Havanna

Havanna

Plaza de San Francisco

Was für eine Nacht! Heute Morgen um 3:40Uhr werde ich angerufen und erfahre, dass mein Flughafen Transfer nun da sei und auf mich warte. Ich habe meine Zweifel und frage nach. Daraufhin wird mir erklärt, dass der Taxifahrer nach meinem Namen gefragt habe und ich doch nach Santiago de Cuba fliegen werde. Aus dem Schlaf gerissen stelle ich mir die Frage, ob da was schief gelaufen ist, da ich ja mit meiner Tour wirklich nach Santiago fliegen werde, aber doch erst in zwei Tagen und auch nicht so früh am Morgen. Ich mache den Safe auf und schaue in meinen Unterlagen nach, prüfe auch noch das Datum, indem ich mein Mobil- Telefon einschalte. Eigentlich kann es nicht sein. Nach zwanzig Minuten mache ich wieder das Licht aus und versuche weiter zu schlafen, was aber irgendwie nicht mehr so gut klappt.

Heute Morgen gehen wir später zum Frühstück und ich versuche, mir durch den Concierge des Hotels bestätigen zu lasse, dass meine Tour erst morgen im Hotel Victoria losgeht. Er ruft an und ich bekomme den Hörer. Fünf Minuten lang versuche ich, meinem Gegenüber zu erklären was ich möchte, aber am anderen Ende der Leitung scheint völlige Ahnungslosigkeit zu herrschen. Nun ja, ich gebe auf und hoffe, dass doch noch alles klappt.

Gegen Mittag fahren wir mit dem Taxi in die Stadt, wir wollen erneut versuchen uns eine Zigarrenfabrik anzuschauen. Das Taxi, welches von Nancy gesteuert wird, ist ein Ford A-Model aus den zwanziger Jahren in dem ein Käfer-Motor verbaut wurde. Als wir an der Zigarrenfabrik ankommen, müssen wir leider feststellen, dass diese ebenfalls geschlossen ist und wir diese deshalb nicht anschauen können. Wir fahren weiter, weil Nancy noch eine Idee hat. Wir sind voller Erwartung und kommen dann an einer Rum-Fabrik an. Dort schauen wir uns also die Lagerung und Abfüllung von Rum an. Nun ja – so viel zur Verständigung. Im Verkaufsladen gibt es jedoch auch noch Zigarren zu kaufen und so ich nehme welche mit, wobei ich noch nicht weiß, ob ich diese selber rauchen werde oder sie als Mitbringsel mit nach Hause nehmen. Als wir die Stätte unserer Zigarren Kauflust wieder verlassen beschließen wir, uns durch den Tunnel auf die andere Seite zur Festung „Fortaleza de San Carlos de la Cabana“ fahren zu lassen. Es ist eine riesige Anlage, die hoch über der Hafeneinfahrt thront und sich in sehr guten Zustand befindet. Die Anlage wurde um 1765 gebaut und ist mit zahlreichen Kanonen bestückt, wobei selbst Kanonen von Krupp zu sehen sind. Wir wandeln durch die Anlage, schauen ausgiebig auf die Stadt und machen noch eine Pause bei einem Soft Drink.

Danach gehen wir weiter und passieren dabei die Christus-Statue, welche aber aktuell eingerüstet ist und deshalb kaum sehenswert. Wir gehen den Berg hinunter zum Fähranleger, um wieder zur Stadt über zu setzen. Da wir nicht wissen, wo der Fähranleger is,t versuchen wir zu fragen und müssen feststellen, dass wir direkt davor stehen. Es ist ein derart unscheinbares Gebäude, dass wir es nicht erkannt haben. Die Fähre selber war dann auch entsprechend. Das Boot war in einem Zustand wie die Autos, aber es schwimmt und der Motor läuft, auch wenn die Schwimmwesten fehlen.

Wieder in der Stadt angekommen streifen wir noch durch die Gassen und besuchen die andere berühmte Ernest Hemingway Bar „Bodeguita del Medio“, in der er immer seinen Mojito getrunken haben soll. Leider haben wir keinen Platz darin gefunden und sind deshalb weiter gezogen. In der Folge haben wir noch Restaurant mit Live- Musik gefunden wo wir noch ein Bier trinken. Als wir uns in einem weiteren Restaurant niedergelassen haben kommt langsam die Sonne raus und es wird gleich spürbar wärmer.

Auf dem Rückweg zum Hotel nehmen wir unser bisher schönstes Taxi. Ein Ford A-Model aus den zwanziger Jahren mit sehr viel Beinfreiheit und wenig Kofferraum. Es ist sehr gut restauriert und der Fahrer entsprechend stolz darauf.

Wieder im Hotel mache ich mich erst einmal frisch und am Abend machen wir uns wieder auf den Weg in die Stadt um was zu essen und die Stadt bei Nacht zu genießen.

8. Tag (27.Oktober 2012)

Havanna - Malecon

Havanna - Malecon

Heute Morgen hole ich noch Geld von meiner Kreditkarte im Hotel, weil Kuba deutlich mehr Geld verschlingt als angenommen. Somit bin ich wieder weitestgehend flüssig. Ich treffe Martin noch in der Lobby des Hotels als er auf seinen Bus zurück nach Varadero wartet. Somit trennen sich unsere Wege nach einer Woche wieder. Es war eine schöne Zeit. Ich gehe anschließend zum Frühstück und packe meine Sachen und checke im Hotel National aus. Da ich wieder flüssig bin, nehme ich ein Taxi zum Hotel Viktoria. Dort angekommen, sehe ich gleich einen Ordner von Intrepid an der Rezeption liegen und bin erleichtert. Ich melde mich an, und als ich mich umdrehe lerne ich Sharleen kennen. Sie ist auch mit Intrepid unterwegs und wir kommen gleich ins Gespräch. Anschließend entschließen wir uns, gemeinsam in die Stadt zu fahren. So nehmen wir ein Taxi und fahren zum Capitolio. Dort angekommen wollen wir einen Kaffee trinken, was uns schließlich auch im Café Paris gelingt. Wir unterhalten uns angeregt und gehen weiter. Unser nächstes Ziel auf den Spuren Hemingways ist das Floritida, wo wir uns zwei Daiquiri genehmigen. Danach schlendern wir weiter durch die Stadt und versuchen eine Zigarrenfabrik zu besichtigen. Dabei stellen wir wieder fest, dass diese geschlossen ist. Heute aber erklärt uns jemand warum. Es ist saisonbedingt so, dass die Zigarrenfabriken geschlossen sind. Wir werden noch zu einem Verkauf gelockt, verlassen diesen aber schnell wieder. Ein kurzer Abstecher nach China Town und wieder umgedreht in die Altstadt. Sharleen will mir noch das Hemingway House zeigen. Dort besichtigen wir das Zimmer, in dem er gewohnt hat. Es ist recht anschaulich und ich hätte es auch genommen. Da wir nun auch schon in der Nähe sind gehen wir noch in die „Bodeguita del Medio“ Bar und genehmigen uns einen Mojito. Wir haben das richtige Timing und bekommen sogar an der Bar Platz. Auch hier sind zwei Stück fällig. Anschließend schlendern wir noch ein wenig durch die Straßen und schauen uns das Eine oder Andere an. Schauen auch noch schnell in der Einkaufsstraße vorbei und stellen fest, dass es nicht wirklich viel zu kaufen gibt. Dann suchen wir uns wieder ein Taxi und fahren zum Hotel Viktoria, um einzuchecken.

Ich mache mich danach noch auf den Weg zum Malecon um ein paar Fotos zu machen, bevor wir uns um 19.30 Uhr zur Gruppenfindung treffen. Es herrscht schöne Abendsonne und das vom Hurrikan aufgepeitschte Meer schlägt mit der ganzen Kraft seiner Wellen gegen die Mauer der Küstenstraße, so dass das Wasser meterhoch spritzt. Es gibt ein tolles Schauspiel ab, wenn manche Leute es darauf anlegen; nass zu werden. Ich verbringe eine ganze Stunde dort und beobachte auch die Leute wie sie sich ihre Promenade wieder zurückerobern. Zumeist sind es junge Leute die unterwegs sind.

Am Abend treffe ich dann auf meine Gruppe und unsere Reiseführerin Tatjana. Wir sind 12 Leute, die gemeinsam ab morgen unterwegs sein werden. Brian und Carol, ein älteres Pärchen aus Neuseeland, das Paar Carlos und Sandra, ebenfalls aus Australien, wobei er ursprünglich aus Bolivien stammt. Dann haben wir noch die zwei Freundinnen Liz und Nicki aus Neuseeland, die ebenfalls schon bei bisschen älter sind. Julie aus Perth, als Fotografin reist alleine, ebenfalls Nadine aus Melbourne. Dann haben wir noch Claudia aus der Schweiz und Tina aus Nürnberg. Und natürlich meine Wenigkeit. Die zwölfte Person soll uns nachreisen, weil sie später in Havanna ankommt.

Nun ja, beim Meeting werden so die allgemeinen Sachen angesprochen. Unter anderem auch, dass wir morgen bereits um 3:30Uhr aufstehen müssen, um das Taxi zum Flughafen um 4:00Uhr zu bekommen. Unser Direktflug nach Baracoa geht bereits um 6:30Uhr.

Im Anschluss gehen die meisten noch gemeinsam Essen und verbringen den ersten Abend zusammen.

Das östliche und südliche Kuba

9. Tag (28. Oktober 2012)

Baracora

Baracora

Baracora

Wir sind alle gegen 4:00Uhr startklar und fahren zum Flughafen. Das Einchecken dauert recht lange, und ich verstehe nun warum man zwei Stunden vorher am Flughafen sein sollte. Später dann wird unser Flug mit zwei Stunden Verspätung aufgerufen und wir warten noch recht lange bis alle in der kleinen Propellermaschine verstaut sind. Der Flug selber verläuft sehr ruhig und wir landen nach gut zwei Stunden in Baracoa.

Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel und es ist wärmer als in Havanna. So gefällt mir das. Wir treffen auf unseren supermodernen, chinesischen Bus und unseren coolen Busfahrer Ricardo. Gleich nach zweihundert Metern halten wir wieder und nehmen in einer Hotelbar unser Frühstück. Was sehr gemütlich und relaxed ist. Am Mittag fahren wir in die Stadt und beziehen unsere Zimmer in den verschiedenen privaten Unterkünften. Da es einen deutlichen Frauenüberschuss in unserer Gruppe gibt bekomme ich ein Einzelzimmer, was wohl bis zum Ende der Reise so sein wird. Ein kleiner Rundgang in der Stadt rundet die Sache entsprechend ab. Dabei enden wir am Pool in der ehemaligen Festung, die heute als Hotel ausgebaut ist und genehmigen uns Daiquiris.

Nach einem relaxten Nachmittag gehen wir wieder zurück und bereiten uns auf unsere Salsa-Stunde vor. Diese wird von einer Nichte Tatjanas gehalten. Sie führt es ganz gut durch und wir haben viel Spaß daran. Die Schritte sind recht einfach zu erlernen, ich habe aber leider immer wieder das Problem, dass ich den Rhythmus des Salsas kaum in der Musik höre. Zudem rennt mir bei der Wärme der Schweiß nach der Tanzstunde in Strömen den Körper runter. Eine Dusche bringt wieder alles in Ordnung und ich verziehe mich auf die großartige Dachterrasse des Hauses. Die Mädels wollten auch noch kommen und zusammen Rum und Kukola trinken. Wie ich gleich darauf mitbekomme, werden wir hier oben auch unser Abendessen serviert bekommen. Ich habe mir Hummer bestellt und ich bin gespannt darauf wie er schmeckt.

Das Essen ist fantastisch und wir genießen es alle vier gemeinsam. Anschließend treffen wir uns alle wieder und ein paar Leute gehen noch in eine Bar mit Live-Musik. Es stellt sich aber heraus, dass es zwar die Bar gibt, aber sich alles draußen auf der Straße abspielt. Echt klasse. Die Einheimischen tanzen dabei noch Salsa in Vollendung. Tatjana und unsere Salsa Lehrerin sind natürlich auch dabei. Unsere Mädels machen sich unter der Führung der Einheimischen auch nicht schlecht. Ich genieße das Zuschauen.

10. Tag (29. Oktober 2012)

Baracora

Baracora

Nach einem herrlich leckeren Frühstück fahren wir mit dem Bus ein Stück, um in einem Nationalpark zu einem Wasserfall zu wandern. Es ist eine herrliche Landschaft. Brüllend grün bei wolkenlosem Himmel und Sonnenschein. Der Fluss an dem wir entlang wandern ist leicht türkisfarben und aus dem Wasser ragen graue Felsen. Als wir an die Stelle kommen, an der wir den Fluss überqueren müssen, um zum Wasserfall zu gelangen, stellen wir fest, dass der Wasserstand sehr hoch ist und wir nicht durchwaten können, sondern schwimmen müssen. So müssen wir alles – auch die Kamera – da lassen, und somit gibt es auch keine Fotos vom Wasserfall. Ich springe hinein, und das Wasser fühlt sich frisch an. Es ist herrlich, und ich muss feststellen, dass ist gar nicht so einfach ist, bei der Strömung den Fluss zu queren. Nachdem alle die andere Seite erreicht haben müssen wir an dem Zufluss noch ein paar Felsen überwinden und kommen am Wasserfall an. Es gibt ein schönes Becken, in dem wir baden können. Das Wasser ist herrlich und kristallklar. Es macht viel Spaß und wir können sogar von einem kleinen Felsvorsprung hinunter springen. Auf den Rückweg fällt es leichter, den Fluss zu queren. Nachdem wir alle unsere Klamotten wieder angezogen haben, treten wir den Rückweg an. Wir machen noch bei einer Familie Station, wo wir Kokosnuss, Zuckerrohr, Mandarinen und Brotfrucht serviert bekommen, dazu auch noch einen Kaffee. Wieder gestärkt machen wir uns wieder zum Bus auf, denn wir wollen heute noch an den Strand. Wegen der schlechten Straßenverhältnisse dauert die Fahrt dorthin fast eine ganze Stunde. Der Strand ist sehr schön, aber leider haben wir nur noch für dreißig Minuten Sonne, weil wir ein wenig spät dran sind. Trotzdem hat es sich meines Erachtens gelohnt diesen auch noch gesehen zu haben.

Heute Abend gehen wir gemeinsam Essen. Amalie, unser fehlendes Gruppenmitglied, ist heute noch glücklich zu uns gestoßen. Sie schläft aber nach ihrer abenteuerlichen Odyssee, die wir sicherlich in den nächsten Tagen zu hören bekommen. Das Essen war soweit ganz lecker und ich habe mich mit Carlos und Claudia unterhalten. Danach sind wir noch in die Bar. Heute haben dort sogar zwei Bands gespielt. Die Gruppe ist dabei leider so ein bisschen auseinander gefallen und ich bin zusammen mit Claudia zurück in die Unterkunft und habe mich schlafen gelegt.

11. Tag (30. Oktober 2012)

Kakao

Baracoa

Das Frühstück ist mal wieder sehr gut. Wir treffen uns wie gewohnt und machen uns auf den Weg zu einer Schokoladenfarm. Wir schauen uns die Kakaopflanzen an, und es werden uns die Wachstumsphasen der Frucht erklärt. Dabei ist sehr interessant, dass der Baum Blüten und Früchte in verschiedenen Stadien tragen kann. Daneben stehen noch eine paar Kaffeebüsche, und wir können einmal probieren wie Kaffee direkt von der Pflanze schmeckt. Nämlich gar nicht. Beim Kaffee ist es wie bei der Schokolade, wo der Geschmack erst durch den Herstellungsprozess erzeugt wird. Diesen schauen wir nun detailliert bei einer älteren Frau an. Es ist schon faszinierend wie aus einer Kakao-Nuss einmal Schokolade wird.

Wieder zurück lege ich mich erst einmal hin, schlendere danach ein wenig durch das Städtchen und bin zufälligerweise zur richtigen Zeit zurück. Die Mädels hatten nämlich den gleichen Gedanken wie ich und so treffen wir uns auf der Dachterrasse, um eine Rum Cola zu trinken. So sitzen wir dort oben bis zum Abendessen und haben unseren Spaß. Danach sind wir dann, wie jeden Abend ausgegangen und haben natürlich prompt zwei unserer Mädels an einheimische Typen verloren, die bereits die beiden letzten Abende ein Auge auf sie geworfen hatten. Carlos und ich enden dann in einer Art Disco, aus der wir uns aber nach einer halben Stunde wieder verabschieden. Die einheimischen Mädels wollten permanent zu etwas eingeladen werden.

12. Tag (31. Oktober 2012)

Auf Kubas Straßen

Auf Kubas Straßen

Kubas Busse

Heute ist Abreisetag. Wir werden nicht nach Santiago de Cuba fahren, da es dort auf Grund des Hurrikans noch keinen Strom gibt und auch die Aufräumarbeiten noch im Gange sind. So verlassen wir heute Baracoa auf der Straße, auf der wir auch bereits zum Strand gefahren sind. Die Straße ist genauso schlecht wie vorgestern, aber wir kommen voran. Liz hat heute Geburtstag und wir singen noch ein Happy Birthday. Dann kreist eine Flasche Rum und jeder trinkt einen Schluck daraus. So geht die Fahrt weiter. Wir machen zwischendurch eine Pause und ich entscheide mich dafür, auf dem Klappsitz neben dem Fahrer Platz zu nehmen, um ein paar Fotos während der Fahrt zu schießen. Die Landschaft verändert sich sehr stark. Wir passieren eine Nickel-Mine, aus deren Schloten dichter schwarzer Qualm dringt. Wir machen eine Pause und die anderen essen etwas. Mir schnürt sich der Magen zu und der Appetit ist bereits vergangen, so dass ich darauf verzichte. Wir fahren weiter. Es ist auffällig, wie viele Pferdefuhrwerke unterwegs sind. Und zum Personentransport sind LKWs als Busersatz im Einsatz, die eher nach Schweinetransportern aussehen, da diese sehr stark vergittert sind. In der Stadt Holguin machen wir einen weiteren Stopp bevor es zu unserem Ausweichziel nach Gibara geht. Dort angekommen werden wir auf die einzelnen Hostales verteilt. Ich bin dieses Mal alleine ziemlich weit weg.

13. Tag (01. November 2012)

Camaguey

Camaguey

Camaguey Hotel Party

Heute fahren wir schon weiter nach Camaguey. Die Fahrt dauert rund fünf Stunden. Die Straßen sind gut und die Landschaft zeigt sehr viele Viehweiden. Hier sind keine Sturmschäden mehr zu erkennen. Zu Mittag machen wir Station an einem Restaurant. Die anderen bestellen Sandwichs und bekommen zwischen zwei Scheiben Tost ein ganzes Steak serviert. In Camaguey angekommen quälen wir uns mit unserem großen Bus durch die engen Gassen zum Hotel vor. Ricardo meistert die Herausforderung mit Bravour. Nach dem Einchecken machen wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt und enden auf einer Hotelterrasse bei einem Cocktail. Von hier oben hat man einen sehr schönen Blick über die Stadt. Die Sonne ist auch noch herausgekommen, nachdem es heute den ganzen Tag über bewölkt war, so dass wir auch noch einen schönen Sonnenuntergang erleben. Anschließend gehen wir in eine Pizzeria und essen in einer Art Filmkulisse zu Abend. Das Restaurant ist mit vielerlei Filmrequisiten eingerichtet. Die Pizza war sehr lecker. Wieder im Hotel zurück packen den Rum und die Kukola aus und machen es uns in der Hotellobby gemütlich. Dabei gibt es jede Menge zu erzählen und Bilder zu schauen.

14. Tag (02. November 2012)

Heute starten wir mit einer öffentlichen Fahrradtour quer durch die Stadt. Es ist soweit ganz entspannt, und wir lernen die Stadt ein wenig kennen. Die einzelnen Plätze, die wir anfahren sind sehr schön, aber auch nicht wirklich spektakulär. Den Markt schauen wir uns dann etwas ausführlicher an. Hier werden Waren des täglichen Bedarfs frei gehandelt, was erst seit wenigen Jahren auf Kuba erlaubt ist. Am Ende der Tour verabschieden wir uns von unseren unbekannten mit Fahrradfahrern und genießen noch eine Kukola in einer Bar am Hauptplatz der Stadt. Anschließend trennen sich die Leute auf und genießen den freien Nachmittag. Ich versuche in einer Bank Geld zu wechseln und ziehe deshalb eine Nummer. Das Problem ist nur, dass die Nummern nicht der Reihenfolge nach aufgerufen werden, sondern willkürlich. Dadurch kann man leider nicht abschätzen, wie lange man noch warten muss. Ich warte und schaue mir das Treiben an. Manche Leute stehen über eine halbe Stunde am Schalter und es werden permanent Papiere gestempelt. Andere wiederum stehen am Schalter und scheinen auf irgendetwas zu warten oder sich zu unterhalten. Zudem habe ich nach einiger Zeit den Eindruck, dass manche Leute sehr viel schneller bedient werden als andere. Jedenfalls entscheide ich mich ich nach einer Stunde, mir das nicht länger anzutun, zerknülle meinen Zettel mit der Nummer drauf und gehe. So laufe ich durch die Stadt, schaue mich nach einer anderen Bank um, in der Hoffnung, dass es dort schneller geht. Was leider nicht der Fall ist, da hier die Leute schon auf der Straße anstehen und warten. Nun gut, dann versuche ich es eben erst nach dem Wochenende in Trinidad. Doch plötzlich stehe ich neben einem Western Union Schalter und versuche dort mein Glück. Und tatsächlich: Innerhalb weniger Minuten ist mein Geld gewechselt und ich bin bis zum Ende der Tour versorgt. Ich gehe kurz ins Hotel zurück, wo ich alles, was ich nicht mehr brauche zurücklasse und verziehe mich anschließend in eine Bar um etwas zu essen und den Nachmittag zu genießen.

Am Abend sind wir gemeinsam ins Restaurant 1800. Essen gegangen, welches erst seit kurzem als privat geführtes Restaurant eröffnet wurde. Es ist sehr stilvoll eingerichtet und auch das Essen war sehr lecker. Drei Musiker mit Gitarre haben währenddessen die ganze Zeit gespielt, so dass wir einen sehr schönen Abend hatten.

Danach wollten wir noch in eine Flamenco-Bar. Diese hatte allerdings geschlossen, so dass wir wieder in der Hotellobby bei Rum und Kukola geendet haben.

15. Tag (03. November 2012)

Trinidad

Trinidad

Trinidad

Trinidad - Ayala

Heute Morgen verlassen wir die Stadt und fahren nach Trinidad, unserem nächsten Ziel. Die Sonne scheint und wir kommen gut voran. Die Landschaft ist flach und der Straßenrand wird von Zuckerrohr und Weideflächen gesäumt und geprägt. Wir kommen durch einige Dörfer durch, und es gibt doch immer was zu sehen. Zum Mittag machen wir einen kurzen Stopp und nehmen eine sehr leckere PinaColada. Als wir Trinidad näher kommen und die Landschaft wieder hügeliger wird, sehen wir einen Touribus mit Motorproblemen. Wir halten an, nehmen die gestrandete deutsche Reisegruppe auf und lassen die Flasche kreisen, was die Stimmung hebt. In Trinidad angekommen setzen wir die Gestrandeten ab und machen anschließend Station an unserer Unterkunft. Wir werden mit einem leckeren Essen begrüßt. Wir sitzen oben auf der Dachterrasse und genießen.

Nach dem Beziehen meines Zimmers will ich ein bisschen das Städtchen erkunden. Dabei treffe ich auf eine Musikkapelle, die laut musizierend durch die Straßen zieht. Ich folge ihr einfach. Carol und Brain schließen sich mir noch an und so lassen wir uns durch die Straßen treiben und kommen an den meisten berühmtem Plätzen des Städtchens vorbei. Wieder zurück in der Unterkunft habe ich noch eine Zeit für mich bevor es etwas zu essen gibt.

Wir essen heute in der Unterkunft. Ich habe einen großen Red Snapper, der sehr lecker ist, aber viel zu groß für mich alleine. Dazu gibt es noch jede Menge Beilagen, Salat und Früchte, so dass ich völlig satt bin, als wir in die Casa de la Trova zum Salsa und Cuba Libre gehen. Samstagabend ist es sehr voll und wie haben viel Spaß. Danach gehen wir noch ins Ayala, einer Disco die in einer Karsthöhle gebaut wurde. Es ist eine einmalige Kulisse um zu tanzen und den Abend über zu feiern. So eine Disco wäre in Europa undenkbar, hier aber spektakulär umgesetzt. So sind wir den ganzen Abend auf der Tanzfläche und kehren erst am frühen Morgen wieder zurück.

16. Tag (04. November 2012)

Trinidad - Ancon Strand

Heute geht es zum Schnorcheln und an den Strand. Das Schnorcheln macht bei karibischen Wassertemperaturen natürlich gute Laune. Zumal unter Wasser auch noch einiges zu sehen gibt.

Weiter geht es an den Strand von Ancon. Ein herrlich weißer, leicht gebogener Sandstrand, an dem wir heute unter den Bäumen im Schatten entspannen und den Tag genießen. Zwischendurch machen wir uns noch auf den Weg zur Bar um einen weiteren Cuba Libre zu genießen.

Am Abend gehen wir gemeinsam ins Guitaria Restaurant zum Essen. Es ist ein hübsch eingerichtetes Restaurant, in dem in allerlei Varianten und Bemalungen Gitarren und andere Gegenstände an den Wänden hängen. Wir unterhalten uns lange, das Essen ist sehr lecker und wird sehr ansprechend serviert. Ich habe mir einen weiteren Hummer gegönnt.

17. Tag (05. November 2012)

Trinidad

Trinidad - Beach BBQ

Trinidad

Heute Morgen gehen nur Brain und ich auf eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall. Tatjana begleitet uns und wir starten mit einem Taxi in die Berge. Im Nationalpark angekommen bezahlen wir den Eintritt und machen uns auf den Weg. Es ist ein schaler Pfad, der in das Tal führt, immer entlang des Bachlaufs. Der Weg ist schattig und sehr abwechslungsreich. Am Ende kommen wir an einem Wasserfall an, den ich heute nicht so erwartet hatte. Es ist ein sehr großes und auch tiefes Becken zum Schwimmen. Von den Felsen kann man gut springen und erst etwas später finde ich heraus, dass sich hinter dem Wasserfall eine große Höhle befindet, in die man hineinschwimmen kann. Ein für mich einmaliges Erlebnis auf dem Rücken im Wasser zu liegen und an der Höhlendecke die Fledermäuse zu beobachten. Zudem ist das Wasser noch sehr erfrischend. Wir sind über eine Stunde dort und ich kann mich nur widerwillig wieder von diesem Ort verabschieden. Wieder am Parkplatz zurück gibt es natürlich noch einen Cuba Libre zur Erfrischung. Unser Taxifahrer hat derweil gewartet und fährt uns wieder zurück.

Heute Nachmittag fahren wir für ein BBQ an den Strand. Zuerst machen wir den Rum auf, nachdem sich soweit alle Leute irgendwo platziert haben. Dann geht es erst einmal ins Wasser zum Abkühlen, der Rum darf dabei zur inneren Kühlung nicht fehlen. Als es anfängt zu dämmern, hoffen wir alle auf einen schönen Sonnenuntergang, der jedoch auf Grund der Wolken ausfällt. Etwas später zeigt sich aber noch sehr schönes Abendrot. Wir haben einen Gitarrenspieler dabei, der die musikalische Begleitung zum Ganzen gibt. Die Mädels beginnen auch zu tanzen. Als es dann dunkel ist wird unser Red Snapper serviert und wir essen so viel wir können. Anschließend werden die Zigarren ausgepackt und genüsslich geraucht. Als der Rum zur Neige geht, machen wir uns auf den Rückweg. Wobei die Party im Bus dann ihre Krönung findet, als sich jemand das Mikrofon schnappt und zur Musik zu singen beginnt.

18. Tag (06. November 2012)

Trinidad - Ancon Strand

Heute unternehme ich nicht mehr viel, kaufe mir noch ein paar Souvenirs, gehe schnell zum Friseur und versuche, ein paar interessante Bilder von den vorbeilaufenden Menschen an der Kreuzung zu machen. Später wird in der Casa, in der wir übernachten wird eine Begasung durchgeführt, um Moskitos abzutöten und alle Bewohner müssen das Haus für einige Minuten verlassen. Dies wird in Kuba je nach Jahreszeit bis zu einmal in der Woche durchgeführt. Dabei werden ganze Straßenzüge abschnittsweise behandelt und die weißen Rauchschwaden ziehen durch die Straßen, wobei ich keine Ahnung habe, was für ein Mittel eingesetzt wird. Gesund wird es auf jeden Fall nicht wirklich sein.

Nach dieser Attacke entschließe ich mich spontan, an den Strand zu fahren, um der ganzen Sache zu entfliehen. Ich nehme mir ein Taxi, einen alten Moskwitsch, und fahre an den Strand nach Ancon. Ich bin ziemlich kaputt und sehr froh, dass es heute bewölkt ist, so lege ich mich einfach auf den Strand und nicke fast ein. Zwischendurch gehe ich an der Bar etwas essen und trinken bevor ich mich wieder niederlege. Plötzlich tauchen noch Tina und Nadine auf und wir verbringen den Nachmittag gemeinsam. Um 16:00 Uhr sollte mein Taxi wieder auftauchen und mich zurück bringen. Etwas überrascht bin ich, als ein Ford A-Model, Baujahr 1927 auftauchte und der Fahrer mir zu verstehen gibt, dass ich mit ihm zurück fahren solle. Super schön, in solch einem alten Auto die 15km über Land zurück in die Stadt zu fahren. Echt ein Erlebnis, den Wind um den Kopf zu spüren, den Ellbogen über die Türe zu lehnen und den speziellen Sound des Originalmotors zu hören.

Heute Abend nehmen wir alle unser Essen gemeinsam auf der Terrasse ein und bekommen ein hervorragendes Buffet serviert. Die Musik spielt im Hintergrund und wir haben einen sehr schönen Abend. Eigentlich wollten wir noch in die Höhle zum Tanzen, aber wir alle sind viel zu müde und bleiben deshalb zu Hause. Ich glaube das lag auch ganz entscheidend an der Begasung der Häuser heute Nachmittag.

19. Tag (07. November 2012)

Valle de los Ingenios

Valle de los Ingenios

Valle de los Ingenios

Santa Clara

Heute Morgen haben wir wieder unser sieben Sachen gepackt und Trinidad nach drei Tagen verlassen. Wir fahren mit dem Bus ins Valle de los Ingenios, wo wir den Glocken- und Aussichtsturm Torre de Izanaga besuchen. Von diesem Turm aus wurden früher Sklaven in den Zuckerrohrplantagen beobachtet um Brandstiftungen und Aufstände zu verhindern. Die Treppen sind zwar recht steil, aber bis zur Spitze ist er leicht zu erklimmen. Der Blick von der Spitze erstreckt sich weit über das Tal und vermittelt einen Eindruck wie weitläufig die Zuckerrohrplantagen in der Vergangenheit gewesen sind.

Danach fahren wir weiter durch die Berge. Die Straße wird steiler und ist auch nicht mehr geteert. Schließlich erreichen wir Santa Clara, die Stadt in der das großartige Che Guevara Monument steht. Dort befindet sich auch ein Museum und eine Gedenkstätte, in dem seine Gebeine aufbewahrt werden. Ich interessiere mich nicht sehr für den alten Stalinisten, der hier in Kuba stark heroisiert wird.

Nach einem kurzen Mittagessen in einer Raststätte fahren wir die letzten Kilometer nach Cienfuegos. Eine kleine Stadt, in der wir uns die Einkaufsstraße Bulevar anschauen und an deren Ende den Parque Marti erreichen, den zentralen Platz mit seinen sehr sehenswerten Gebäuden. Leider gibt es heute im Theater keine Vorstellung, so dass wir uns später dann in einem Restaurant treffen. Zuvor genießen wir aber noch den Sonnenuntergang von der Dachterrasse unserer Unterkunft. Dazu noch ein leckeres Bier. So sieht Reisen aus.

20. Tag (08. November 2012)

Cienfuegos

Cienfuegos

Cienfuegos

Mit schwerem Kopf gehe ich zum Frühstück und genieße erst einmal eine große Tasse Kaffee. Danach laufe ich noch ein bisschen durch die Stadt und lasse mir die Sonne auf den Pelz scheinen. Dann um die Mittagszeit brechen wir nach Havanna auf. Antonia, aus Brasilien, die wir zuvor in unserer Unterkunft getroffen haben nehmen wir mit. Sie will wahrscheinlich mit Intrepid weiter reisen. So sind wir eine ganze Weile im Bus unterwegs und lassen mal wieder eine Flasche Rum kreisen. Einen Stopp am Mittag legen wir noch ein, um was hinter die Kiemen zu schieben. Die Landschaft ist wieder komplett flach und die Autobahn nach Havanna fast schnurgerade und mit sechs Spuren recht prestigeträchtig, aber ohne Verkehr.

In Havanna angekommen stoppen wir am der Plaza de San Francisco und machen einen kleinen Spaziergang in der Altstadt bis zum Plaza de la Catedral wo wir wieder von Ricardo aufgelesen werden. Damit schließen wir unsere Rundreise ab und sind wieder im Hotel Viktoria zurück. Wir verabschieden uns von Ricardo, da er heute Abend nicht mit zum Essen geht.
Zu unserem Abschiedsessen gehen wir noch gemeinsam in ein recht schickes Restaurant in der Altstadt. Zum Abschluss gönne ich mir eine Fischplatte und eine Flasche Wein dazu. So haben wir noch gemeinsam einen netten Abend bevor wir nach fast zwei Wochen auseinander laufen und wieder jeder seiner Wege geht. Es war eine schöne Zeit und ich hatte viel Spaß dabei.

21. Tag (09. November 2012)

Nach dem Frühstück treffe ich noch Carol und Brian und wir gehen gemeinsam in die Stadt, besuchen einen Markt für Souvenirs und anschließend suchen uns in der Altstadt was zu essen, um danach noch schnell im Floritida vorbeizuschauen um einen „Daiquiri“ zu trinken. Danach entschließen wir uns, ein Taxi ins Hotel National zu nehmen um dort noch einen letzten Cocktail auf der Terrasse zu trinken. Wir sind mit einem Chevrolet Bell Air von 1955 unterwegs und ich bestelle mir den Fahrer auch für die Fahrt zum Flughafen ins Hotel. Zuvor nehme ich noch eine Dusche und packe meine Sachen zusammen. Der Fahrer ist pünktlich am Hotel und wir erreichen den Flughafen frühzeitig. Nur am Zoll dauert es etwas länger, der Rest ist Routine.

Somit ist meine Kuba-Reise nun wirklich zu Ende und es geht wieder nach Hause. Wenn ich nun zurück schaue, ist es ein faszinierendes Land. Salsa ist hier nicht nur ein Tanz, sondern eine Lebenseinstellung. Durch das Embargo gibt es hier keine amerikanischen, oder europäischen Produkte, und natürlich erst recht keine Amerikaner. Die Globalisierung mit der Präsenz der überall gleichen Marken ist hier noch nicht angekommen, und die Existenz der vielen alten Autos rundet das Gesamtbild ab. Ich bin mal gespannt wie lange Kuba noch in dieser Weise existieren wird, denn ein gewisser Wandel scheint sich anzukündigen.

22. Tag (10. November 2012)

Nach einem guten Flug und wenig Schlaf empfängt mich Deutschland mit Schmuddelwetter und 8°C. Ich bin wieder zu Hause, brrr!